Hoffen bei Red Bull Salzburg

Champions League

Hoffen bei Red Bull Salzburg

Die Champions League 2018/2019 ist um ein neues wahnsinniges Kapitel reicher! Tottenham steht nach einem wahren Thriller erstmals in seiner Clubgeschichte im Finale der Fußball-Champions-Legaue. Die Londoner setzten sich in einem dramatischen Halbfinal-Rückspiel nach 0:2-Rückstand bei Ajax Amsterdam noch mit 3:2 durch. Zum Helden avancierte der Brasilianer Lucas Moura, der alle drei Tore erzielte - das letzte in der sechsten Minute der Nachspielzeit.

Im rein englischen Endspiel am 1. Juni im Estadio Metropolitano in Madrid trifft Tottenham auf Liverpool. Die "Reds", das Team des deutschen Star-Trainers Jürgen Klopp, die bereits gegen Barcelona einen 0:3-Rückstand aufholten, warten nun auf die "Spurs". Ajax verpasste den ersten CL-Finaleinzug seit 1996. Dabei hatte es nach Treffern von Matthijs de Ligt (5.) und Hakim Ziyech (35.) in der ersten Hälfte gut ausgesehen. Lucas gelang durch einen Doppelschlag der Ausgleich (55., 59.). Das Hinspiel in England hatte Ajax mit 1:0 für sich entschieden.

Durchatmen darf nach dem Ergebnis auch Österreichs Meister Red Bull Salzburg. Sollte Tottenham in der letzten Runde der englischen Premier League am Sonntag nicht wider Erwarten noch Rang vier verspielen, hat Red Bull Salzburg einen Platz in der Gruppenphase der nächsten Champions-League-Saison sicher. Hätte Ajax die Königsklasse gewonnen, hätten die Salzburger in die Qualifikation gemusst.
 

Offenivstar zurück im Team

Bei Tottenham war Offensivstar Son Heung-min in Amsterdam nach seiner Sperre im Hinspiel ins Team zurückgekehrt. Verteidiger Jan Vertonghen war trotz seiner vergangene Woche erlittenen Nasenverletzung mit Gesichtsmaske dabei. Ajax musste nach Achillessehnenproblemen beim Aufwärmen kurzfristig David Neres ersetzen. Statt des Brasilianers stürmte der 21-jährige Däne Kasper Dolberg.
 
Die Amsterdamer starteten druckvoll - und wurden früh belohnt. Dusan Tadic zwang Tottenham-Keeper Hugo Lloris nach drei Minuten zu einer ersten Parade. Den folgenden Eckball versenkte Kapitän De Ligt per Kopf im linken Eck. Tottenham reagierte mit einer starken Phase, Son traf aus spitzem Winkel aber nur die Stange (6.). Bei einem weiteren Versuch des Südkoreaners packte Andre Onana im Ajax-Tor sicher zu (23.).
 
Nachdem auch Christian Eriksen bei Onana vorstellig geworden war (24.), legte Ajax nach. Erst rollte Tadic den Ball aus spitzem Winkel am langen Eck vorbei (30.). Fünf Minuten später bediente der Serbe den Marokkaner Ziyech, der den Ball mit voller Wucht im rechten Eck versenkte.
 
Nach Seitenwechsel schöpfte Tottenham noch einmal Hoffnung. Einen Versuch von Dele Alli parierte Onana noch sehenswert (53.), zwei Minuten später war Lucas nach Vorarbeit von Alli nach einem schnellen Gegenstoß erstmals erfolgreich. Der Ausgleich fiel auf kuriose Weise: Erst vereitelte Onana mit einer Riesenparade einen sicher geglaubten Treffer des eingewechselten Fernando Llorente. Weil der Schlussmann durch ein Missverständnis mit Teamkollege Lasse Schöne den Ball verlor, legte Lucas sein zweites Tor nach.
 

Ajax-Youngster wackelten, fingen sich aber

Die junge Ajax-Mannschaft (Durchschnittsalter der Startformation 25,1 Jahre) wackelte, fing sich aber. Der starke Ziyech schoss an die Stange (79.), im Finish parierte Lloris seinen Matchball (93.). Auf der Gegenseite hatte Tottenham eine Schlussoffensive gestartet: Ex-Ajax-Akteur Vertonghen köpfelte aus fünf Metern völlig freistehend an die Latte, sein Nachschuss wurde vor der Linie geklärt (87.). Unmittelbar danach jagte Son den Ball aus spitzem Winkel drüber.
 
Sekunden nach Ablauf der fünf angezeigten Minuten Nachspielzeit war es dann erneut Lucas, der Tottenham in den Himmel schickte. Der Brasilianer machte mit einem von De Ligt abgefälschten Schuss von knapp innerhalb des Strafraums seinen Hattrick perfekt. Die Ajax-Akteure lagen auf dem Boden. Kein einziges der 55 Champions-League-Spiele davor, bei dem man in Führung gegangen war, hatte der Club verloren - eine Bilanz, die am Ende keinen Wert hatte.
 
Tottenham erreichte auch ohne seinen verletzten Stürmerstar Harry Kane das Finale. Einen Europacup-Bewerb haben die Londoner bereits dreimal für sich entschieden: 1963 triumphierten sie im Cup der Cupsieger, 1972 und 1984 jeweils im UEFA-Cup.
 

So reagieren Trainer und Spieler

Mauricio Pochettino (Tottenham-Trainer): "Es ist schwer, Worte zu finden. Danke an den Fußball, danke an meine Spieler. Ich habe eine Gruppe von Spielern, die Helden sind. Die zweite Hälfte war unglaublich. Es ist unmöglich, solche Emotionen ohne den Fußball zu erleben. Wir haben in der Besprechung vor dem Spiel gesagt: Wenn du arbeitest und die Liebe spürst, spürst du auch die Leidenschaft für diesen Sport. Es war eine Freude, ein derartiges Spiel zu sehen. Die Chance, ein Finale zu spielen, ist unglaublich."
 
Christian Eriksen (Tottenham-Offensivspieler): "Es ist ein Traum, im Finale zu stehen. Wir haben gefühlt, dass wir uns nicht in den Spiegel schauen können, wenn wir 0:3 oder 0:4 untergehen. Wir mussten kämpfen, haben dann früh getroffen, um das Momentum ein wenig zu haben, sie unter Druck zu bringen. Heute war es kein taktisches Spiel, sondern ein Kampf und eine Leistung mit Herz. Lucas hat uns das Spiel gewonnen, er verdient das. Ich hoffe, er bekommt jetzt eine Statue."
 
Son Heung-min (Tottenham-Offensivspieler): "Ich habe sowas auch nicht so oft gesehen. In der ersten Hälfte haben wir zwei Tore kassiert, aber wir haben auch Chancen gehabt. In der zweiten Hälfte war es ein komplett verrücktes Spiel. Wir sind einfach so glücklich, und wir haben so gefightet bis zum Ende. Wir haben an uns geglaubt. Drei Tore von Lucas sind einfach Wahnsinn. Die Mannschaft hat in jeder Situation gekämpft."
 
Danny Rose (Tottenham-Verteidiger): "Wir haben Liverpool vergangene Nacht gesehen. Es zeigt, dass es nicht zu Ende ist, bevor es zu Ende ist. Wir waren nach dem Hinspiel enttäuscht, wie wir gestartet sind, und wir sind auch heute so gestartet. Aber nach der Pause war es unser Spiel."
 
Matthijs de Ligt (Ajax-Kapitän): "Natürlich ist es sehr hart, das wird jeder verstehen. Wenn du so nahe am Finale bist und in der letzten Sekunde verlierst, das ist einfach unbeschreiblich. In der ersten Hälfte war unser Pressing sehr gut. In der zweiten Hälfte haben wir uns zu weit hinten hineindrängen lassen, da wird es schwer. Am Ende geht es aber nur darum, dass wir verloren haben. Ich habe es jetzt schon realisiert. Das ist die schlimmste Art und Weise, aus der Champions League auszuscheiden."
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