Andi Herzog

341 Seiten

Herzog schrieb Biografie "Mit Herz und Schmäh"

"Beruf den Andi ja nicht mehr ein!": 341 unterhaltsame Seiten über den einstigen Edelkicker und nunmehrigen Admira-Trainer

Österreichs Rekord-Internationaler Andreas Herzog nützt die Länderspielpause der Bundesliga nicht nur, um am Feinschliff mit der Admira zu arbeiten. Am Freitag präsentiert der 53-Jährige in Wien seine Biografie "Mit Herz und Schmäh": ein rundes Bild der rot-weiß-roten Spielerlegende, die als Trainer nach wie vor auf den Sprung ins A-Team wartet. Oder wie Hans Krankl im Buch schreibt: "Da geht noch was."

Das ist in erster Linie "Herzerl" selbst geschuldet, seiner an Erfahrungen reichen Karriere als Spieler wie Trainer ebenso zu verdanken wie seinem Witz. Aber auch dem Format des 341-seitigen Werks mit üppigem Fotomaterial, das die Autoren Karin Helle, Wolfgang Ilkerl und Claus-Peter Niemin in drei Abschnitte geteilt haben: Biographie, 32-seitiger Bildblock und daran anschließend 103 Anekdoten stellvertretend für seine 103 Länderspiele.

Die Biografie spannt den Bogen über die Anfänge des Knirpses "Andi" bei der Admira zum Aufstieg bei Rapid, die Engagements bei Werder und Bayern bis zur Rapid-Rückkehr und den Karriereausklang in Los Angeles - und auch das Nationalteam hat Platz. Wiederkehrende Zitat-Sequenzen Herzogs sorgen für Dynamik. Etwa, wenn er sich an ein Telefongespräch seines Vaters erinnert. "Geh, weißt was, schleich di! Ruf nie wieder an, und eins sag ich dir: Beruf den Andi ja nicht mehr ein", soll Anton "Burli" Herzog, selbst vielfacher Bundesligakicker und auch Trainer des Sohns, dem damaligen U16-Teamchef Paul Gludovatz mitgeteilt haben, weil dieser zuvor seinen Sprössling schon nach zehn Minuten ausgetauscht hatte.

Das konnte die beispiellose A-Team-Karriere Herzogs freilich nicht verhindern und prägte vielleicht auch seine Einstellung als Coach. Diesbezüglich erinnert er sich u.a. an die Show des damaligen ÖFB-U21-Teamspielers Marko Arnautovic, der beim Training erst mit seinem Bentley und danach atemberaubender Ballbehandlung beeindruckte. "Sollte Marko einen Zirkus machen, pfeife ich sofort ab und betonier ihm eine vor der ganzen Mannschaft", will Herzog damals sicherheitshalber seinem "Co" Heimo Pfeifenberger erklärt haben. Die Maßnahme war aber unnötig, Arnautovic sorgte in seinen Neonrosa-Schuhen für offene Münder: "Na, Trainer. Was hab ich gesagt? Die Schuhe tanzen von allein."

Zudem lässt Herzog im Buch in seine Trainerphilosophie blicken - und gibt auch der Enttäuschung Raum, mehrmals als ÖFB-Teamchef übergangen worden zu sein: "Es hat halt bisher ned sein sollen. I bin da jetzt nimmer mehr so verbohrt, i hab a gelernt, wenn's kommen soll, dann soll's kommen, und wenn es ned kommen soll, dann werd i Nationaltrainer der Malediven - mit 60. Vorher bring i aber noch die Admira in den Europacup."