Grosse Preisunterschiede bei Bleistift, Radiergummi & Co.

Schulstart

Grosse Preisunterschiede bei Bleistift, Radiergummi & Co.

Die AK hat die Preise für die gängigsten Schulartikel erhoben. Die Resultate: Bei einzelnen Produkten herrschen teils enorme Preisunterschiede. Handelsketten liegen 19% unter, der Fachhandel  um 15% über dem Durchschnittspreis von 133 Euro für ein Schulstart-Paket. Dafür bieten Fachgeschäfte die bessere Beratung. Der Tipp der Arbeiterkammer Salzburg an die Eltern kurz vor Schulbeginn kann also nur lauten: Unbedingt Preise vergleichen! Übrigens: Im angrenzenden Bayern sind Schulartikel nur geringfügig billiger – ein „Kauftourismus“ zahlt sich also nicht wirklich aus.

Zwischen 16. und 23. August waren die Konsumentenschützer der AK unterwegs, um die Preise für die gängigsten Schulartikel zu erheben. Dieses Schulpaket umfasst insgesamt 26 Artikel, angefangen bei Füllfeder und Bleistift, über Radiergummi, Wasserfarben und Ringbucheinlagen bis hin zum Turnsackerl. Die Schultasche ist in diesem Startpaket nicht enthalten und wurde extra ausgewertet. Erhoben wurde in 12 Geschäften in Stadt und Land Salzburg, davon 7 Fachgeschäfte sowie 5 Handelsketten. Dabei wurde das zum damaligen Zeitpunkt jeweils preiswerteste Angebot der zu erhebenden Ware ermittelt.

Die Resultate zeigen, dass Preisvergleichen absolut Sinn macht: So kann der Preis eines solchen Schulpakets bei Handelsketten um rund ein Fünftel (19 Prozent) günstiger sein als der Durchschnittspreis. Bei einzelnen Produkten lassen sich sogar Preisunterschiede im dreistelligen Prozentbereich feststellen. Außerdem wurde von den Konsumentenschützern auch ein Qualitätstest auf Beratung durchgeführt. „Genau hier punktet der Fachhandel mit besonderem Service“, so Erhebungsleiter Stefan Göweil, „bei den Handelsketten findet persönliche Beratung nur sehr eingeschränkt statt.“ Zusätzlich wurde auch in drei Geschäften von Handelsketten sowie einem Fachgeschäft im benachbarten Bayern erhoben – Ergebnis: Kein signifikanter Preisunterschied.

AK-Resümee und Tipp an jene Eltern, denen der Einkauf von Schulartikeln noch bevorsteht: Ein Preisvergleich schont die Geldbörse! „Wer preisbewusst einkauft, hat ein realistisches Einsparpotenzial von 70 bis 80 Euro“, bilanziert Stefan Göweil, AK-Referatsleiter für Marktbeobachtung im Konsumentenschutz, stellt aber gleichzeitig klar: „Das günstigste Geschäft gibt es nicht – wer die Zeit hat, mehrere Geschäfte abzuklappern, kann sich wiegesagt Geld sparen. Vor allem bei kostspieligeren Produkten wie Füllfeder, Buntstiften oder auch beim Handarbeitskoffer haben wir Preisspannen bis zu 900% entdeckt.“  

Preisunterschied bei einzelnen produkten bis 900%

In den einzelnen Produktsegmenten findet man häufig große Preisunterschiede bei der Jagd nach den günstigsten Angeboten. Krassestes Beispiel: 24 Buntstifte ersteht man im günstigsten Fall bereits um 1,99 Euro – für die teuerste Variante löhnt der Kunde 19,99 Euro. Also ein Unterschied von exakt 904,5%. Auch Bleistifte und Wachsmalkreiden bringen es auf stattliche Preisdifferenzen von 675% und rund 350%.

Auch die Schulstartpakete unterliegen einer großen Bandbreite bei den Kosten: Das günstigste Paket wurde um 53,67 Euro gefunden, das teuerste um 263,33 Euro. Durchschnittlich zahlen Eltern also rund 130 Euro für die 26 erhobenen Artikel.

Laut Göweil ist jedoch festzuhalten, dass der Fachhandel sehr wohl auch Schnäppchen zu bieten hat: „Während Schreibwaren wie etwa Buntstifte, Filzstifte, Malfarben, Wachskreiden oder Füllfedern bei den Ketten preislich interessanter sind, findet man etwa die für Hefte und Heftumschläge in den Fachgeschäften oft günstigere Preise.“

Fachhandel punktet bei Kundenservice

Getestet wurde außerdem die Beratung beim Kauf einer Schultasche für einen Schulanfänger. Dazu wurde beurteilt, inwieweit der Kunde beim Kauf beraten wurde oder welche Kriterien vom Verkäufer als wichtig erachtet wurden. Etwa:

·      Stellt das Verkaufspersonal Fragen zum Kind (Alter, Größe, Gewicht) und zum Schulweg

·      Wird eine Anprobe durch das Kind empfohlen  

Ergebnis: Fachgeschäfte schneiden besser ab. Die Beratungsqualität wurde von den Testern im Fachgeschäft als weitaus besser beurteilt als bei den erhobenen Handelsketten. Freundlichkeit und Bemühen wurde überall attestiert, jedoch lag das fachliche Plus eindeutig bei den Fachgeschäften.

Preise seit 2015 um 5% gestiegen

Die Preise für das Startpaket sind seit der letzten Erhebung im Jahr 2015 um 5% gestiegen und liegen somit über der Inflationsrate von 2,6% für diesen Zeitraum.

Weitere interessante Erhebungsdetails

Marke und Motiv bestimmen Preis

Modische Strömungen können wahre Preistreiber sein. Besonders bei Schultaschen und Rucksäcken gilt: Die Marke und die aufgedruckten Motive bestimmen den Preis. Laut Erhebungsergebnissen ist es ohne weiteres möglich, dass eine Schultasche einer bestimmten Marke mit Motiv des Vorjahres um die Hälfte billiger zu haben ist.

Trend zu bereits gefüllten Schultaschen

Ein weiteres Detail in Sachen Schultaschen: Der Trend in Richtung von bereits befüllten Modellen setzt sich weiter fort. Die Preisspanne reicht von 49,99 bis zu 219 Euro, wobei ein Vergleich hier aber praktisch unmöglich ist: „Denn die Befüllung reicht von 3 bis 7 Produkte“, berichtet Erhebungsleiter Göweil.

Schnäppchenjäger können sich viel Geld sparen

Wer viel Zeit hat oder gerne Schnäppchen jagt, kann sich durchaus viel Geld ersparen, wie die AK-Erheber wissen: Wer sich die Mühe macht und auf der Suche nach dem jeweils billigsten Produkt mehrere Geschäfte abklappern würde, könnte sich – zumindest theoretisch – im günstigsten Fall an die 210 Euro ersparen, realistisch ist aber wiegesagt ein Einsparungspotenzial zwischen 70 und 80 Euro.

Online-Kauf ist (noch immer) keine Alternative

Seit der letzten Erhebung vor 2 Jahren hat sich im Bereich der Online-Angebote bei Schulartikeln nichts Weltbewegendes verändert: „Kein Fachhändler bietet eine wirkliche Online-Alternative für den Schulartikelkauf an. Entweder es gibt gar keinen Onlineshop oder dieser ist exklusiv für Gewerbetreibende“, berichtet Göweil. Nur Skribo-Einzelhändler bieten eine Möglichkeit zum Onlinekauf an, wobei sich die Gestaltung des Internetauftritts seit 2015 wesentlich verbessert hat.

Bei den Handelsketten ergibt sich ein differenziertes Bild: Interspar bietet nur ein sehr eingeschränktes Sortiment online zum Kauf an. Bei den Onlineshops von Thalia und Müller sucht man vergeblich nach Schulartikeln.

Anders bei den Handelsketten Libro und Pagro, die alle erhobenen Produkte auch online anbieten und ab einem gewissen Mindestbestellwert gratis versenden.

(Quelle: AK Salzburg)

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