Griechenland vor dem Aus

Grexit, Pleite und die Drachme

Griechenland vor dem Aus

Noch vor einer Woche war man in Brüssel verhalten aber zuversichtlich dass man erneut eine Einigung mit den Griechen findet und die Hilfskredite weiter fließen. Doch weit gefehlt. Am Freitag brachen Vertreter von Tsipris und Co. praktisch die Verhandlungen mit den Eurofinanzministern ab. Der Grund, die griechische Regierung will ein Referendum im eigenen Volk um über die Sparmaßnahmen der EU zu entscheiden. Mit dem „demokratischen“ Akt setzten sie aber das falsche Zeichen. Die Abstimmung soll erst nächsten Sonntag erfolgen. Ganze fünf Tage nach der griechischen Deadline. Entsprechend erbost zeigten sich die Finanzminister der übrigen Mitgliedsstaaten. Die kommende Staatspleite scheint nun nicht mehr abzuwenden. Mitte der Woche wird das Land offiziell nicht mehr fähig sein seine fälligen Schulden zu begleichen. 

Grexit und, oder Pleite

Was nun mit der Pleite in Verbindung gebracht wird sind Worte wie Grexit oder Parallelwährung. Was das betrifft kann man sozusagen Entwarnung geben. Auch wenn Griechenland der Bankrott droht, ein EU-Ausstieg ist nicht angedacht. Dieser ist auch rechtlich fast nicht amzusetzten. Alle EU-Mitgliedsstaaten und die Institutionen müssten zustimmen und bis der Ausstieg formal abgewickelt ist, ist ein Zeitraum von zwei Jahren angesetzt. Das bedeutet auch das Ende für die „Drachmentheorie“. Sofern die Verordnung nicht geändert wird dürfen EU Mitglieder, die der Eurozone beigetreten sind auch nur diesen als Zahlungsmittel verwenden. Und da die Griechen nicht aus der EU raus wollen kann man die Idee des eurolosen Griechenlands vorerst beiseiteschieben.

Pleiten, Pech und Pannen

Was jedoch am Mittwoch auf die Griechen zukommt, das ist eine Staatspleite. Über eine Millarde Euro müsste eigentlich an den IWF zurückgezahlt werden. Ohne Hilfe der anderen EU Länder ist dies aber nicht möglich, es droht also der Bankrott. Das wäre nicht das erstemal für Griechenland. Seit seiner Gründung wäre es nämlich bereits der fünfte Staatsbankrott und damit ist man auch in guter Gesellschaft. Österreich, Deutschland, Russland, Argentinien, Ecuador, Spanien und die Liste lässt sich beliebig erweitern. Viele Länder konnten ihre Schulden schon nicht mehr zahlen. Ein jüngeres Beispiel dafür ist Argentinien.  2001 war man zahlungsunfähig. 2005 wurde der erste und 2010 der zweite Schuldenschnitt durchgeführt. Nach diesem sehnt sich auch die griechische Regierung seit längerem. Argentinien hat es zumindest vorgemacht. Von den ursprünglichen Forderungen der Gläubiger sind es mittlerweile nur mehr 30% die auch wirklich bezahlt werden müssen.

EZB hift weiter

Die EZB hält nach ihrer gestrigen Entscheidung weiter an den Hilfszahlungen in Höhe von 90 Milliarden für die griechischen Banken fest. Dies scheint zwar löblich, ob es aber wirklich auch reicht scheint fraglich. Täglich verschwinden rund eine Milliarde Euro aus den griechischen Banken bzw. auch über die griechischen Grenzen.  Eine Entwicklung die Finanzminister Varoufakis nicht zu stören scheint. Weder sollen die Banken in der Ausgabe von Geld beschnitten werden, noch denkt man über Kapitalverkehrskontrollen nach. Diese könnten zumindest helfe, dass das Geld auch im eigenen Land bleibt.

 

 

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