Ganz Österreich am Weg zu den Wahlurnen

Nationalratswahl 2017

Ganz Österreich am Weg zu den Wahlurnen

Über 70.000 Kilo­meter haben die Kandidaten zurückgelegt, an die 50 Fernseh-Auftritte hat jeder einzelne absolviert. 156 Tage waren sie auf Achse, seit ­Sebastian Kurz am 12. Mai als neuer ÖVP-Chef Neuwahlen ausgerufen hatte. Seit 6 Uhr haben die ersten Wahllokale geöffnet. Um 17 Uhr schließen dann die letzten Wahllokale in Wien. 

Der bisher längste und für viele schmutzigste Wahlkampf ist zu Ende und Österreich steht vor einer Schicksalswahl. Denn egal, wie heute Abend das Ergebnis lautet, die politische Landschaft wird ab morgen eine andere sein. Denn mit größter Wahrscheinlichkeit wird es Rot-Schwarz nicht mehr geben.

Die Ruhe vor dem "Wahl-Sturm" herrscht wenige Stunden vor der ersten Hochrechnung im Medienzentrum in der Österreichischen Nationalbibliothek. Rund 900 Medienvertreter aus aller Welt haben sich im Vorfeld für die Nationalratswahl akkreditiert, mehr als bei der Bundespräsidentenstichwahl im vergangenen Jahr, sagte ein Verantwortlicher des Bundespressedienstes der APA.

Auch bei den bisherigen Nationalratswahlen habe es noch nie so ein Medienaufkommen gegeben. Zu diesen 900 Akkreditierten würde natürlich auch technisches Personal zählen, hieß es. Auf drei Etagen wurde am Nachmittag unter anderem noch fleißig letzte Hand an den verschiedenen Wahlstudios angelegt und gewerkelt.

Publizierte Ergebnisse laut BMI "purer Nonsens"

Im Innenministerium reagiert man verärgert darauf, dass auf einzelnen Social-Media-Accounts Zwischenergebnisse oder gar Hochrechnungen publiziert werden. Diese seien "purer Nonsens". Es gebe für diese Daten keinerlei Grundlage. Überall, wo entsprechende Meldungen kursierten, werde das BMI mit einer Klarstellung antworten.

Strache gibt sich optimistisch

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am frühen Sonntagnachmittag als Letzter der Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien seine Stimme im dritten Wiener Bezirk abgegeben. Begleitet wurde er von seiner Mutter. Straches Auftritt wurde von zahlreichen Journalisten - auch aus dem Ausland - und einigen Schaulustigen verfolgt.

Der blaue Frontmann hofft "auf ein gutes Ergebnis." Er halte auch ein historisches Resultat für möglich. Veränderungen seien nur mit den Blauen möglich, warnte Strache einmal mehr davor, dass die ÖVP und die SPÖ nach der Wahl "wieder einhängen" könnten.

In Vorarlberg ist Wahlschluss

In Vorarlberg ist der Urnengang zur Wahl des Nationalrats bereits beendet. Wie im westlichsten österreichischen Bundesland üblich schlossen die letzten Wahllokale um 13.00 Uhr. Bei herrlichem Herbstwetter - strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen - lag die Wahlbeteiligung nach ausgezählten 28 Kommunen bei 63,4 Prozent, was auf eine deutlich höhere Beteiligung als 2013 schließen ließ.

Um 13.00 Uhr standen die Ergebnisse in etlichen kleinen Ortschaften bereits fest, es waren die Stimmen in 28 der 96 Vorarlberger Gemeinden mit 13.056 der insgesamt 272.909 Wahlberechtigten ausgezählt. Noch keine Ergebnisse gab es freilich aus den größeren Orten und Städten im Rheintal.

Die Wahlbeteiligung lag in diesen 28 Gemeinden bei 63,4 Prozent, eine Prognose bzw. Hochrechnung für die landesweite Wahlbeteiligung gab es seitens der Landeswahlbehörde nicht. Sie dürfte aber um einige Prozentpunkte mehr betragen als bei der Nationalratswahl 2013. Damals wurden ohne Wahlkarten 57,5 Prozent bzw. letztlich mit Wahlkarten 65,9 Prozent ausgewiesen. In Vorarlberg wurden in diesem Jahr 38.888 Wahlkarten (2013: 27.067 ) ausgestellt, so viele wie nie zuvor.

Van der Bellen beim Wahllokal eingetroffen

Der Bundespräsident ist um kurz nach 11 Uhr bei seinem Wahllokal im 6. Bezirk eingetroffen: "Ich hoffe, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch sein wird. Ich lege großen Wert darauf, dass Österreich weiter eine wichtige Rolle in der Europäischen Union spielt. Jetzt ist es einmal Zeit sich zu beruhigen. Es wird vielleicht ein bisschen dauern, bis das zerschlagene Porzellan wieder gekittet ist."

Pilz beim Wahllokal eingetroffen

Auch Peter Pilz ist um kurz nach 11 Uhr bei seinem Wahllokal im 22. Bezirk eingetroffen. Er wird nach der Stimmabgabe einen Spaziergang mit seiner Frau Gudrun machen und sich dann die erste Hochrechnung im privaten Kreis ansehen: "Dazu wird es ein Bier geben."

Kern vor der Wahl noch joggen

SPÖ-Chef Christian Kern ist um kurz nach halb 11 mit seiner Frau Eveline beim Wahllokal in der Hermanngasse im 7. Bezirk eingetroffen. Die beiden sind direkt in das Wahllokal gegangen, Kern wird erst nach seiner Stimmabgabe ein Statement vor dem Wahllokal abgeben.

Lunacek bereits um 10 Uhr gewählt

Ulrike Lunacek hat im 2. Bezirk ihre Stimme abgegeben. "Ich bin zuversichtlich und hoffe, dass sehr viele Menschen wählen gehen werden und sich viele entscheiden, im letzten Moment bei den Grünen das Kreuz zu machen." Im Anschluss an ihre Stimmabgabe wird die Grünen-Chefin mit ihrer Mutter gemeinsam ein Konzert besuchen.

Strolz wählte im 32. Bezirk

NEOS-Chef Matthias Strolz ist um kurz vorn 10 Uhr in seinem Wahllokal im 23. Bezirk eingetroffen: "Wir werden gestärkt aus dieser Wahl hervorgehen." Sein Wahlziel ist ein zweistelliges Ergebnis. Begleitet wird Strolz von seiner Frau Irene.

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