Frankreich erhöht Terrorwarnstufe

Schüsse in Straßburg

Frankreich erhöht Terrorwarnstufe

Nach der tödlichen Attacke auf den Straßburger Weihnachtsmarkt hat die französische Regierung die höchste Terrorwarnstufe für das Land ausgerufen. Im Zuge des Anti-Terror-Plans Vigipirate wurde die Warnstufe auf das höchste Niveau "urgence attentat" (etwa: "Notfall Anschlag") angehoben, wie Innenminister Christophe Castaner in der Nacht auf Mittwoch in Straßburg sagte.

Bisher galt in Frankreich die zweithöchste Stufe "Verstärkte Sicherheit - Anschlagsrisiko". Auf allen französischen Weihnachtsmärkten würden die Sicherheitskontrollen verschärft, um Nachahmungstaten zu verhindern, sagte Castaner. Auch die Grenzkontrollen sollen verstärkt werden. Außerdem würden die Soldatenpatrouillen in Frankreich ausgeweitet.

Bei der Attacke wurden nach Castaners Worten drei Menschen getötet. Zwölf Menschen seien verletzt worden, sechs von ihnen würden in Lebensgefahr schweben, sagte der Innenminister. Zuvor hatte Straßburgs Bürgermeister Roland Ries von vier Toten gesprochen.

Unter den Opfern des Angriffs sind nach bisherigen Erkenntnissen keine Österreicher. Das teilte das Außenministerium der APA mit. Das Außenamt aktualisierte die Reisehinweise auf seiner Homepage aus dem aktuellen Anlass: "Bewaffneter Zwischenfall in Straßburg. Meiden Sie das Zentrum und folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte", hieß es dort.

Bei der Flucht hätte sich der Angreifer zwei Mal Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert, sagte Castaner. An der Suche nach dem 29-Jährigen seien derzeit 350 Sicherheitskräfte beteiligt. Unterstützt wurden diese unter anderem von zwei Hubschraubern.

Der Mann sei der französischen Justiz bekannt gewesen, sagte Castaner. Demnach wurde er in der Vergangenheit auch in Deutschland verurteilt.

Derweil sicherte Staatschef Emmanuel Macron den Opfern des Angriffs die Solidarität Frankreichs zu. "Solidarität der gesamten Nation mit Straßburg, unseren Opfern und ihren Familien", schrieb Macron im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der tödliche Anschlag hat auch die Abgeordneten des EU-Parlaments in eine Ausnahmesituation gebracht. Über Stunden hinweg saßen die Volksvertreter in dem Parlamentsgebäude in der Stadt im Elsass fest. Am frühen Mittwochmorgen teilte Parlamentspräsident Antonio Tajani seinen im Plenarsaal versammelten Kollegen dann mit, sie dürften das Parlamentsgebäude abseits des Stadtzentrums verlassen - allerdings nur auf eigenes Risiko. Wer ins Stadtzentrum hinein wolle, dürfe dies ausschließlich in einem von der Polizei gesicherten Konvoi, betonte Tajani. "Es ist unmöglich, ohne solch einen Konvoi ins Zentrum zu gelangen", fügte er hinzu.

(APA)

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