21. Februar 2020 12:37
Trendumkehr
Flächenverbrauch ändert sich
Die gewidmeten Flächen sind rückläufig. Im Vorjahr wurde weniger Bauland gewidmet als in jedem anderen Jahr seit 2010.
Flächenverbrauch ändert sich
© Land Salzburg

46 Hektar wurden im Vorjahr als Bauland für Wohnzwecke oder Betriebe gewidmet. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegt bei 71,35 Hektar. „Dichter zu bauen und vor allem weniger Boden zu verbrauchen, ist ein Gebot der Zeit. Seit meinem Amtsantritt 2018 haben wir rückläufige Widmungszahlen. Und nicht nur das: 2019 wurde der niedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren erreicht“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Aktuelle Zahlen zu den gewidmeten Flächen aus dem Jahr 2019 zeigen: Wir verbrauchen weniger kostbaren Grund und Boden. „Und das trotz steigendem Siedlungsdruck und florierender Wirtschaft“, so Schwaiger. Beim Bruttoregionalprodukt liegt Salzburg seit 2017 vor dem ehemaligen Spitzenreiter Wien. In diesem Jahr hatte die Abteilung noch 352 Umwidmungen zu bearbeiten. Bodenverbrauch: 70,6 Hektar. Den höchsten Wert gab es 2013 mit 111,9 Hektar neu gewidmeter Baufläche. „Der Bodenverbrauch wurde also entkoppelt vom Bruttoregionalprodukt“, so Schwaiger.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

„Das Zusammenspiel mit unseren Partnern, den Gemeinden, funktioniert. Auch ohne permanent erhobenen Zeigefinger kann man viel erreichen. Diese Trendumkehr ist das Resultat aus Zusammenarbeit auf Augenhöhe und zukunftsfähigen Entscheidungen direkt vor Ort“, sagt Schwaiger.

Widmungen 2019 rückläufig

Insgesamt wurden im Jahr 2019 46,2 Hektar Bauland mit 275 Teilabänderungen aufsichtsbehördlich gewidmet. 29,7 Hektar beziehungsweise 197 Widmungen betrafen Wohnbauland, 78 Widmungen Betriebsbauland mit in Summe 16,5 Hektar. Das sind nur 65 Prozent des Bodenverbrauchs des Jahres 2017 und sogar nur 41 Prozent des Rekordjahrs 2013.

Dichteres Bauen schafft mehr Wohnraum

Auch ein Umdenken bei der Bebauungsdichte ist für Landesrat Schwaiger essentiell: „Ausschließlich einzelne Parzellen, auf denen Einfamilienhäuser entstehen - das ist nicht mehr zeitgemäß. Auch innerhalb von Baulandsicherungsmodellen muss dichter gebaut werden, schon alleine aufgrund des steigenden Siedlungsdrucks. Um die verschiedenen Wohnbedürfnisse abzudecken, ist es an der Zeit, dass neben Einfamilienhäusern auch Reihenhäuser und Geschoßwohnbauten mit Eigentums- und Mietwohnungen errichtet werden. Die meisten Modelle zielen erst recht wieder auf jene ab, die es sich leisten können. Für die jungen Menschen ist es heute nicht mehr so wichtig, ein eigenes Haus mit Grundstück zu besitzen. Andere, verdichtete Wohnmodelle können genauso attraktiv sein, und der Bodenverbrauch ist so deutlich geringer“, so Schwaiger.

Quelle: Land Salzburg