Feuer auf der Festung Hohensalzburg

Feuerwehrübung auf Salzburgs Wahrzeichen

Feuer auf der Festung Hohensalzburg

Artikel teilen

Bei einer groß angelegten Übung trainieren Salzburgs Einsatzkräfte den Löscheinsatz auf der Festung Hohensalzburg.

Wenn am Freitagvormittag über Salzburgs Wahrzeichen Rauch aufsteigt, ist glücklicherweise nicht der Ernstfall eingetreten. Stattdessen handelt es sich um eine geplante Übung, bei der insgesamt 60 Einsatzkräfte den Lösch- und Rettungseinsatz auf der Festung Hohensalzburg üben. Anlass der Übung sind die groß angelegten Umbauarbeiten, im Rahmen derer die Löschwasserversorgung auf Salzburgs Wahrzeichen in den vergangenen Jahren verbessert wurde. Mit der Feuerwehrübung soll die neu konzipierte Löschwasserversorgung durch die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg erprobt bzw. der Umgang damit trainiert werden.

 

Übungsannahme: Flammen und Rauch im Zeughaus

Ausgangspunkt der Übung ist ein fiktiver Brand im Bereich des Zeughauses. Aufgrund des Staubes und der Lagerung von entzündlichen Baumaterialien breiten sich Feuer und Rauch schnell aus, wodurch die Brandmeldeanlage auslöst und die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Salzburg automatisch alarmiert. Wenige Minuten später treffen die Einsatzkräfte am Berg ein.


Stöckl: „Dank gilt den hochprofessionellen Einsatzkräften“

Auch Landeshauptmann Stv. Stöckl ist bei der Übung vor Ort, um sich selbst von der professionellen Arbeit der Einsatzkräfte zu überzeugen: „Der Schutz unserer Kulturgüter hat für das Land Salzburg höchste Priorität. Allein auf der Festung haben wir in den vergangenen Jahren rund 770.000,- Euro in die Wasser- und Löschwasserversorgung sowie in die Feuerwehrtechnik investiert, um den Brandschutz zu optimieren. Nun gilt es, den Umgang mit dieser ‚Hardware‘ entsprechend zu verinnerlichen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Einsatzkräften für ihre Motivation und ihre Einsatzbereitschaft.“

 

Brunner: „Umfangreich auf Katastrophenszenarien vorbereiten“

Auch SBSB-Geschäftsführer Max Brunner weiß um die Wichtigkeit der Übung: „Jüngste Beispiele wie der verheerende Brand in der Kathedrale von Notre Dame zeigen, dass es jederzeit zu einem Ernstfall kommen kann“, erklärt Brunner. „Dementsprechend gewissenhaft müssen wir uns auf solche Szenarien vorbereiten. Das betrifft nicht nur die baulichen Maßnahmen, sondern auch die organisatorischen Abläufe.“ So fänden auf der Festung regelmäßige Schulungen und Funkübungen statt, erklärt Brunner. Auch außerhalb der Öffnungszeiten ist auf der Festung rund um die Uhr ein Journaldienst im Einsatz. Darüber hinaus bestehen in Abstimmung mit den Einsatzkräften genaue Pläne für zahlreiche Katastrophenszenarien.

 

Umfangreiche Erneuerungen in Sachen Brandschutz

Im Rahmen der aktuellen Übung machen sich die Einsatzkräfte unter anderem mit den neuen Löschwasserbehältern auf der Festung vertraut. Im Rahmen der kürzlich abgeschlossenen Arbeiten wurde der bestehende Trinkwasserbehälter zu einem neuen Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von rund 240m³ umgebaut. Die Befüllung dieses Behälters erfolgt im Bedarfsfall über eine bereits existierende Steigleitung vom Erhardplatz in Nonntal. Die Neugestaltung der Einspeisestelle am Erhardplatz und die Sanierung der bestehenden Steigleitung ermöglichen eine Erhöhung der Förderleistung von ursprünglich 1.200 l/min auf max. 2.100 l/min. Dabei wird ein geodätischer Höhenunterschied von rund 120 m überwunden.

 

Die Trinkwasserversorgung der Festung wird nun durch zwei Behälter mit jeweils 40m³ Inhalt sichergestellt. Eine neu errichtete und notstromversorgte Pumpenanlage speist im Ereignisfall das Hydrantennetz auf der Festung Hohensalzburg über diese Behälter. Somit steht nun grundsätzlich eine bevorratete Löschwassermenge von insgesamt rund 320m³ zur Verfügung, die durch Aktivierung der Steigleitung vom Erhardplatz nachgespeist wird.

 

Als zusätzliche Redundanz zur Steigleitung vom Erhardplatz wurde an der Westseite der Festung Hohensalzburg eine weitere Steigleitung errichtet. Die Löschwasserbereitstellung für diese neu errichtete Steigleitung erfolgt grundsätzlich über den Trinkwasser-Hochbehälter Mönchsberg der Salzburg-AG (max. 25.000 m³). Das Wasser wird dazu über eine rund 400 m lange Zubringleitung aus Feuerwehrschläuchen und einer zwischengeschalteten Druckerhöhung mittels Feuerwehrpumpen zur Einspeisestelle der Steigleitung neben dem Schartentor am Oskar-Kokoschka-Weg gefördert.

 

Die Entnahmestellen befinden sich auf dem Niveau der Hasengrabenbastei sowie im Burghof neben der neu errichteten Liftanlage. Diese Steigleitung kann aufgrund der Förderleistung der Feuerwehrpumpen zur unmittelbaren Löschwasserentnahme verwendet werden. Alternativ wird im Bedarfsfall das geförderte Löschwasser innerhalb des Burghofs mittels von Feuerwehrleuten zu errichtender Relaisleitung bis zur Einsatzstelle weitergeleitet.

 

Gleichzeitig mit den Umbauten wurde das Feuerwehrdepot vom Zeughaus in das Schulhaus unterhalb des Kaplanstöckls verlegt. Das neue Feuerwehrdepot beherbergt wasserführende Armaturen und Schlauchmaterial, welches auf Rollcontainern zur leichteren Manipulation im Festungsbereich aufgepackt ist. Ebenso befinden sich Tragkraftspritzen sowie Pumpenequipment in diesen historischen Räumlichkeiten.

Dein oe24 E-Paper
Jetzt NEU auf oe24.at: Mit einem Click zum kompletten E-Paper ▲