Experte rechnet mit neuem Lockdown

Angst vor dritter Welle

Experte rechnet mit neuem Lockdown

Komplexitätsforscher Peter Klimek geht davon aus, dass die Corona-Zahlen in Österreich rasch steigen werden.

Die Corona-Zahlen steigen in Österreich wieder an. Am Sonntag wurden erneut 1.838 Neuinfektionen gemeldet. Das ist der höchste Sonntagswert seit 13. Dezember 2020 -damals stand Österreich kurz vor einem harten Lockdown. Ebenfalls beunruhigend: Der sogenannte Replikationsfaktor - der angibt, wie viele Menschen von einem Infizierten angesteckt werden -ist auf 1,04 gestiegen. Das heißt, dass die Zahl der aktiv Infizierten jetzt wieder stärker zunimmt.
 

"Entwicklung geht sehr schnell"

Komplexitätsforscher Peter Klimek vom Complexity Science Hub rechnet damit, dass die Zahlen in den nächsten Wochen stark steigen werden. Die Entwicklung „gehe sehr schnell“, so der Experte im Ö1-Morgenjournal.
 
Für den Anstieg seien drei Faktoren verantwortlich: Lockerungen, hohe Testzahl und die Mutationen. „Da haben wir in den letzten Wochen gesehen, dass die Pandemie nicht unter Kontrolle ist mit dieser Variante“, so Klimek. Vor allem die britische Variante sei im Osten Österreichs bereits weit verbreitet. „Diese Fälle verdoppeln sich alle zwei bis vier Wochen momentan“, so der Experte. Im Burgenland lag der Anteil der britischen Mutation zuletzt schon bei 75, in Wien und Niederösterreich bei 50 Prozent.
 

Angst vor dritter Welle

Wie sehr die Zahlen nun steigen werden, sehr aber unklar, so Klimek. „Wir können nur Bandbreiten angeben. Wenn wir da am unteren Rand der Wachstumsrate liegen, dann schaffen wir es vielleicht uns bis Ostern durchzuwurschteln.“  Liege man aber am oberen Rand, „dann geht sich das nicht mehr aus". Der Experte befürchtet daher auch einen neuerlichen Lockdown: „Im schlechtesten Fall wird es schon vor Ostern notwendig sein, mit schärferen Maßnahmen gegenzusteuern.“
 
Klimek befürchtet auch eine Zuspitzung der Situation auf den Intensivstationen: Würde eine dritte Welle kommen, würden wir keine so große Welle wie im Herbst aushalten ohne dass das an die Kapazitätsgrenzen geht“