Erfolg für die Salzburger Polizei

Schlepperbande aufgedeckt

Erfolg für die Salzburger Polizei

Ermittler des Landeskiminalamtes Salzburg haben in enger Zusammenarbeit mit Ermittler des  Bundeskriminalamtes unter Einbindung internationaler Polizeibehörden in einer über zehn Monate andauernden Ermittlungstätigkeit eine Internationale Schlepperbande ausgeforscht und 17 Mitglieder dieser kriminellen Organisation festgenommen. Ausgangspunkt dieser Ermittlungen war ein Schlepperaufgriff der Schengenfahnder am 5. September 2015 um 1.35 Uhr, im Stadtteil Liefering am Parkplatz des Supermarktes Merkur.  Es konnten ein polnischer Schlepper und 17 illegale Migranten festgenommen werden. Drei Schlepperfahrzeugen gelang damals die Flucht. Durch den Abgleich von stationären Radaranlagen entlang des vermuteten Fluchtweges konnte eine Konvoischleppung vier polnischer Fahrzeuge nachgewiesen werden. Alle vier wurden von den Radargeräten erfasst.

Internationale Zusammenarbeit

Die Ermittlungen zeigten, dass die anderen Fahrer auch polnischer Nationalität waren, was eine internationale Zusammenarbeit der Salzburger Ermittler mit den polnischen Behörden erforderte. Bei einem bilateralen Arbeitstreffen in Wien am 29. Oktober 2015 tauschten die Ermittler wichtige Erkenntnisse zu den Tätern aus.  In Folge konnten am 11. Mai 2016 die drei flüchtigen Schlepper und ein 39-Jähriger Pole mittels europäischen Haftbefehls in Polen festgenommen werden. Der 39-Jährige Pole war gezielt Fahrer für Schleppungen von Ungarn über Österreich nach Deutschland und Frankreich und Bindeglied zwischen polnische Fahrer und der tschetschenischen Schlepperorganisation. Sein Ansprechpartner war ein 39-Jähriger Tschetschene, der die zentrale Figur der Tschetschenischen Organisation war. Auch ein 44-Jähriger Syrer, der von einem Hotel in Budapest aus agierte, fungierte als Entscheidungsträger. Seit August letzten Jahres bis Juni 2016 konnten bei Kontrollen in Deutschland, Österreich und Ungarn 15 Schlepper und 123 Migranten aufgegriffen werden. Am 7. Juli 2016 konnte gezielt eine Konvoi-Schleppung, bestehend aus fünf Fahrzeugen, ausfindig gemacht werden. Diese wurden unter Observation vereinzelt aus dem Verkehr gezogen und angehalten. Es konnten während dieser Schleppung 20 Migranten aufgegriffen werden. Schlussendlich konnten am 21. Juli 2016 bei einer durch die Salzburger Ermittler geleiteten Zugriffsaktion, in enger Kooperation mit dem Bundeskriminalamt, sieben Personen festgenommen werden. Unter diesen sieben Personen war auch der 44-jährige Syrer, der als Kopf der Band diente. Auch der 39-jährige Tschetschene und zwei weitere Tschetschenen (40 und 41 Jahre alt) konnten mit drei weiteren Männern festgenommen werden. Die Festnahmen wurden durch die EKO-Cobra in Poysdorf (NÖ), Wels (OÖ) und Wien durchgeführt.

Über 1000 Menschen über Grenze gebracht

Derzeit befinden sich vier Schlepper, zwei Tschetschener 42 und 28 Jahre alt und zwei Deutsche, 36 und 34 Jahre alt, in der Justizanstalt Salzburg in U-Haft. Ein weiterer 27-Jähriger Tschetschene sitzt in Bayern in Haft.

Nach Berechnungen aus den gewonnen Beweismitteln wird davon ausgegangen, dass die Schlepper im Zeitraum des letzten Jahres über 1.000 Menschen (vorwiegend aus Syrien, Afghanistan, Iran und Irak) die Reise nach Österreich, Deutschland oder Frankreich ermöglicht haben. Der Preis, den die Schlepper für die Route Ungarn – Österreich verlangten lag bei 300 Euro. Die Strecke Ungarn-Deutschland kostete die Migranten 700-800 Euro und wer von Wien nach Frankreich wollte, musste pro Fahrt und PKW 2.400 Euro zahlen.

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