Elektronische Drohnenabwehrübung im Flachgau

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Elektronische Drohnenabwehrübung im Flachgau

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Zweiwöchige Übung "Schutzschild 22" mit Beteiligung der Flying Bulls - Schutz von Objekten und kritischer Infrastruktur im Fokus

Rund 350 Milizsoldaten des Jägerbataillons Salzburg "Erzherzog Rainer" proben in dieser Woche erstmals die elektronische Kampfführung zur Abwehr von feindlichen Drohnen. Dabei kommt das Drohnenabwehr-Element "ELDRO" zur Anwendung. Die Übung ist Teil der Waffenübung "Schutzschild 22" im Flachgau und angrenzenden Oberösterreich, die am 28. März begonnen hat und noch bis 9. April dauert. Im Focus steht der Schutz von Objekten und der kritischen Infrastruktur.

"ELDRO" wurde vor vier Jahren beim Bundesheer eingeführt und ist seit 1. März 2022 in der Salzburger Schwarzenberg-Kaserne unter der Führungsverantwortung des Jägerbataillons 8 stationiert. Das Element wird im Rahmen der Übung beim Strandbad in der oberösterreichischen Gemeinde Perwang am Grabensee (Bezirk Braunau) eingesetzt. Damit können feindliche Klein-Drohnen mit Hilfe elektromagnetischer Wellen gestört - der Störsender wird von zwei Soldaten bedient - und zur Landung gezwungen werden. Im Idealfall gelingt auch die Ortung des Standorts von Drohnenpiloten.

Feindliche Drohnen können Flugzeuge zum Absturz bringen und Flughäfen lahmlegen, aber auch Truppen bekämpfen und kritische Infrastrukturen gefährden. Wegen ihrer geringen Flughöhe sind sie schwer zu orten. Drohnenabwehr-Elemente dienen zum Schutz von Gebäuden und zur Sicherung militärischer Einrichtungen, aber auch zur Überwachung eines Staatsbesuchs oder von Großveranstaltungen.

Vor dem Hintergrund der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 wurde neben dem an der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule angesiedelten Projekt C-EAT auch das Drohnendetektions- und Abwehrelement "ELDRO" (Elektronische Kampfführung zur Drohnenabwehr) auf die Beine gestellt. "In Europa sind wir die einzigen Streitkräfte, die dieses Element praktisch in Verwendung haben", sagte ein Sprecher des Militärkommandos Salzburg zur APA.

Unterstützt wird die Übung "Schutzschild 22" von den Flying Bulls. Zivile Flugzeuge dringen laut dem Übungsszenario im Raum Kolomansberg (bei Mondsee) in die Schutzzone ein, überfliegen die Soldatinnen und Soldaten und stellen damit eine Gefährdungslage dar, weil ungewiss ist, ob die Flugzeuge nicht für kriegerische Zwecke oder terroristische Anschläge eingesetzt werden. "Der dabei eingesetzte Rauch ist ungefährlich", hieß es seitens des Militärkommandos.

Für "Schutzschild 22" wurden knapp 350 Milizsoldaten einberufen. Dazu kommen Rekruten, die derzeit im Jägerbataillon 8, dem für die Mobilmachung des Jägerbataillons Salzburg verantwortlichen Verband, ihren Präsenzdienst versehen, sowie unterstützendes Personal des Jägerbataillons 8. Auch Teile des Radarbataillons, der Militärpolizei und des Dekontaminationszuges des Stabsbataillons 6 wirken mit. In Summe nehmen mehr als 450 Soldatinnen und Soldaten mit rund 50 Räderfahrzeugen an "Schutzschild 22" teil.