Eislaufspaß wächst ins Badgelände hinein

Volksgarten

Eislaufspaß wächst ins Badgelände hinein

Die Spekulationen über eine „dritte Eislauffläche“ in der Eisarena haben ein Ende: „Was wir tatsächlich machen werden, ist eine höchst attraktive Eislaufrunde durchs Badgelände, die noch dazu vom Gartenamt ansprechend gestaltet und beleuchtet wird. Ein neues Angebot im Freien für Jung und Alt, das den Volksgarten ab dem Advent 2020 stark aufwerten und für ein schönes Wintererlebnis sorgen wird“, sagt Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner.

Plus 1.300 qm Eis für Publikumslauf

Er zieht mit Vizebürgermeister Bernhard Auinger an einem Strang, der dafür einen Großteil jener 650.000 Euro einsetzen möchte, die nicht mehr fürs SAK-Flutlicht benötigt werden. Auinger: „Das Geld bleibt so der Sport-Infrastruktur erhalten. Wir schaffen mit der Einstiegsfläche, den zwei Streckenteilen über die Wiese und dem Wendekreis an ihrem Ende eine zusätzliche Eisfläche von 1.300 Quadratmetern. Zum Vergleich: die Halle ebenso wie die Freifläche der Eisarena haben derzeit je 1.800 Quadratmeter Eis. Das ist also eine vernünftige Größenordnung, mit der wir zusätzliche Kapazitäten für den Publikumslauf und die Sportvereine frei bekommen.“

Großes Ziel für den Sport-Ressortchef bleibt freilich die bauliche Schließung der zweiten Eishalle, um Sportlerinnen und Sportlern weite Reisen zum auswärtigen Training zu ersparen und einen Ganzjahresbetrieb in der Stadt Salzburg zu ermöglichen. „Dafür werden wir noch viele Kräfte bündeln müssen.“

Vorbild Wien

Ein wichtiges Vorbild für die nun geplante, insgesamt 240 m lange und drei Meter breite Rundstrecke ist der „Wiener Eistraum“. Auinger: „Wir haben uns das System in Wien und bei der Messe Salzburg ganz genau angeschaut. Nun sind wir technisch und wirtschaftlich bestens vorbereitet. Ich bedanke mich dafür bei Abteilungsvorstand Klaus Hinterberger und Amtsleiter Roland Oberhauser.“
In der Bundeshauptstadt werden ebenfalls Eisflächen, in größerer Dimension, durch Eiswege miteinander verbunden. Sie locken pro Saison eine dreiviertel Million Besucherinnen und Besucher vors Rathaus.

20.000 Eisläufer mehr erwartet

„So hoch können wir nicht ansetzen“, sagt der Abteilungsvorstand der Betriebe Klaus Hinterberger. Weil jedoch für den Eissport immer mehr Platz und Zeit in der Eisarena benötigt werde, müsse man nun fürs lauffreudige Publikum aktiv werden. „Von Oktober bis Mitte März zählen wir aktuell 40.000 eislaufende Gäste. Vorsichtig geschätzt gehe ich davon aus, dass wir mit der neuen Eisrunde mindestens 20.000 Eisläuferinnen und Eisläufer zusätzlich erwarten dürfen. Und der neue Eisgarten wird ihnen sehr gefallen“, so der Betriebe-Chef. Dies insbesondere auch deshalb, weil der Leopoldskroner Weiher aus Sicherheitsgründen vom Gartenamt kaum mehr freigegeben werden könne. Und auch das Eislaufen auf den Salzachseen in Liefering wegen zu warmem Wetters schon Jahre nicht mehr möglich gewesen sei.

Für den Amtsleiter der städtischen Freizeit- und Erholungsbetriebe Roland Oberhauser passt das neue Angebot zudem gut ins Konzept: „Wir können dafür das Zutrittssystem mit den Kassen, die Gastro und den Schlittschuhverleih der Eisarena heranziehen. Auch das technische Personal, wie Eismeister etc., ist bereits vor Ort.“

Ausgeklügelte Technik

Für die Eisrunde zum Einsatz kommen werden eine Kältemaschine im Container und sehr flexible Kühlschläuche, die entlang der Strecke ausgelegt werden. Dazu kommt eine Art Unterbauwanne, die das Wasser enthält. Stark heruntergekühltes Glykol in den Schläuchen sorgt dann für die nötige Eisbildung. Wie Oberhauser betont, wird die gesamte Anlage nach entsprechender Ausschreibung angekauft werden. Sie habe eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren und sei jederzeit erweiterbar.

Wichtig: In enger Absprache mit dem Gartenamt wird darauf geachtet, dass die Eisrunde weit genug von den Bäumen weg platziert wird, sodass keine Wurzeln einfrieren. Die Rekultivierung der benötigten Wiesenflächen erfolgt mit Rasenziegeln rechtzeitig vorm Start der Badesaison. „Am 1. Mai, wenn wir aufsperren, merkt der Badegast nichts mehr davon, dass hier mal eine Eisrunde war“, sagt Oberhauser.

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