"Eintritts-Tests tolle Sache"

Friseure freuen sich

"Eintritts-Tests tolle Sache"

"Großes Aufatmen" - Bundesinnungsmeister sieht Branche als Vorreiter für künftige Teststrategien.

Die heimischen Friseurinnen und Friseure freuen sich, nach sechs Wochen coronabedingter Schließung ab 8. Februar wieder aufsperren zu dürfen. Für die Branche mit 9.000 Unternehmen und über 17.000 Beschäftigten sei das "ein großes Aufatmen", sagte Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder am Montagabend zur APA: "Dafür nehmen wir auch stärkere Auflagen in Kauf." Die künftig verpflichtenden Eintritts-Tests, die nicht älter als 48 Stunden sein dürfen, bezeichnete Eder als "sinnvoll".

Die Eintrittstests seien "eine tolle Sache", weil sie Beschäftigten, Geschäftsinhabern und Kundinnen Sicherheit geben würden. "Vielleicht können wir sogar als Vorreiter einer zukünftigen Strategie eingesetzt werden", so Eder. Als Problem sehe er die Verpflichtung zur Kontrolle der Tests nicht. Wahrscheinlich werde man sich an solche Eintrittstests gewöhnen müssen, etwa auch im Kulturbereich. Dafür bekomme man eine größere Freiheit.

Die negativen Testergebnisse müssen die Kunden künftig beim Betreten von Friseurgeschäften vorzeigen - auf Papier oder digital am Handy, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montagabend zu den Lockerungen für Handel und personennahe Dienstleister. Die Tests müssten etwa beim Friseur oder Fußpfleger hergezeigt werden: "Das werden die Betriebe und die Kunden hinkriegen." Den Test könne jeder privat in einer Apotheke oder beim Arzt machen. Natürlich sei das eine Hürde, die Alternative wäre gewesen, gar nicht aufzusperren.

"Die Kunden wollen, dass die Friseure aufsperren", so Bundesinnungsmeister Eder. Durch das Öffnen verschwinde dann auch nicht mehr so viel Geschäft in der Illegalität, wo die Infektionsgefahr höher sei als in den Friseurgeschäften. Daher sei das Öffnen auch eine gesellschaftspolitische Notwendigkeit. Inklusive 3.000 Lehrlingen zählt die Friseurbranche in Österreich gut 20.000 Beschäftigte.

Eder und Dagmar Zeibig, Bundesinnungsmeisterin der Fußpfleger, Kosmetiker, Masseure, Nageldesigner, Tätowierer und Piercer, erklärten in einer gemeinsamen Aussendung, diese Branchen hätten "schon bisher bewiesen, dass unsere hohen Hygienestandards und Sicherheitsvorkehrungen zur Pandemiebekämpfung beitragen". Nun seien auch die Bundesregierung und die Länder in der Pflicht: "Unseren Kundinnen und Kunden müssen flächendeckende Testmöglichkeiten zur Verfügung stehen, einfach und gratis, so wie an den Schulen. Davon wird der Erfolg des Eintrittstestens abhängen", so Eder und Zeibig. Kanzler Kurz kündigte vor Journalisten an, nach den Schulen wolle man die Nasenvorraumtests auch der Bevölkerung anbieten.