Drogenbericht 2012

Eckdaten präsentiert

Drogenbericht 2012

Die Eckdaten des Drogenberichtes 2012: Die Drogensituation im Jahr 2012 hat sich gegenüber den Vorjahren nicht wesentlich verändert. Im Bereich des (vorwiegend jugendlichen) Neugier- bzw. Gelegenheitskonsums von illegalen Substanzen – allen voran Cannabis – scheint eine Grenze erreicht zu sein. Eine gewisse Verbreiterung der Konsummuster um Substanzen, die sich gut unter dem Begriff der "Partydrogen" zusammenfassen lassen – im Wesentlichen handelt es sich dabei um Ecstasy und zunehmend um Stimulantien vom Amphetamin-Typ –, scheint ebenfalls nicht weiter um sich zu greifen. Inwiefern die ständig zunehmende Zahl sogenannter "neuer psychoaktiver Substanzen" – also "research chemicals" bzw. "legal highs" – im Bereich des Freizeit-Konsums über Einzelfälle hinaus eine Rolle spielt, ist aus den verfügbaren Datenquellen nicht abzulesen – sie spielen weder bei den Begutachtungen noch im Beratungs- bzw. Behandlungssystem eine nennenswerte quantitative Rolle in Salzburg.

Ebenfalls nicht auf Grundlage systematischer Beobachtung, sondern aufgrund von Berichten wird davon ausgegangen, dass – vor allem in eher marginalisierten Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener – eine hohe Bereitschaft zu einem unreflektierten Mehrfachkonsum und damit zu hochriskanten Konsummustern besteht.

Die Zahl der Personen mit behandlungsrelevanten Drogenkonsummustern dürfte nach Einschätzung auf Basis der bekannten Daten auch relativ stabil sein. Der Anteil derjenigen, die im Behandlungs- und Betreuungssystem integriert sind, ist im Lauf der Jahre erfreulicherweise sukzessive gestiegen und hat sich in den vergangenen zwei, drei Jahren stabilisiert. Der Anteil der Klienten und Patienten aus den Altersgruppen der über 30-Jährigen gegenüber den unteren Altersgruppen ist dabei in allen therapeutischen Segmenten angewachsen.

Bei den Drogentodesopfern zeigt der Drogenbericht 2012 folgendes Bild: Mit zehn liegt die Zahl der drogenbezogenen Todesfälle im Bereich langjähriger Durchschnittwerte und österreichweiter Vergleichswerte. Die Drogenopfer sind zum überwiegenden Teil männlich (80 Prozent) und verglichen mit den Personen im Drogenhilfe-System eher jung (Durchschnittsalter: 30 Jahre). Bei der Todesursache handelt es sich, soweit dies durch eine toxikologische Untersuchung verifiziert wurde, in den allermeisten Fällen um eine Mischintoxikation mit Opiaten und anderen psychotrop wirksamen Substanzen, zumeist Benzodiazepine und Alkohol.

Drogenkonsumverhalten

Bei der Analyse der Begutachtungen durch die Gesundheitsbehörden zeigt sich laut Schabus-Eder folgendes Bild: Die Anzahl der Begutachtungen ist im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent zurückgegangen, und zwar von 403 auf 367. Dazu ist anzumerken, dass die Zahl der Begutachtungen sehr stark von der Anzahl der Strafanzeigen nach dem SMG abhängt. Im Jahr 2012 betrug der Anteil der Begutachtungen, die aufgrund einer solchen Strafanzeige durchgeführt wurden, 87 Prozent. Dazu kommen noch Meldungen von Militärdienststellen mit fünf Prozent und Begutachtungen aufgrund eines Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) mit ebenfalls fünf Prozent. Begutachtungen aufgrund von Meldungen durch die Schule gab es keine.

Bei 215 begutachteten Personen (59 Prozent) wurde kein behandlungsrelevanter Konsum einer illegalen Droge festgestellt. Cannabis wurde von 120 Personen (33 Prozent) in einer behandlungsrelevanten Weise konsumiert, Opiate von 33 Personen (neun Prozent), Stimulantien von 28 Personen (acht Prozent) und Kokain von 25 Untersuchten (sieben Prozent). Mehrjährige Vergleiche sind aufgrund einer geänderten Kategorisierung der Konsummuster durch die Einführung des Suchtmittelregisters (April 2011) nicht möglich. Diese Änderung betrifft in erster Linie die Differenzierung zwischen behandlungsrelevantem und nicht behandlungsrelevantem Konsum, was vor allem bei Cannabis zu größeren Veränderungen führt: Im Jahr 2012 wurde so bei 103 Personen bei der Begutachtung ein nicht behandlungsrelevanter Konsum von Cannabis festgestellt.

Im Drogenkonsumverhalten gibt es unverändert deutliche regionale Unterschiede: Der Anteil des behandlungsrelevanten Opiatkonsums ist in der Stadt Salzburg mit 17 Prozent weitaus am höchsten (Gebirgsregionen: fünf Prozent), andererseits ist der Anteil von Amphetaminen in den Gebirgsregionen mit neun Prozent deutlich höher als in den anderen Regionen (Stadt Salzburg: ein Prozent, Zentralraum ohne Stadt: drei Prozent). Aber auch beim behandlungsrelevanten Konsum von Cannabis ist der Anteil in der Stadt Salzburg mit 47 Prozent deutlich höher als in den anderen Regionen (Zentralraum ohne Stadt: 26 Prozent, Gebirgsregionen: 18 Prozent). 

Diesen Artikel teilen:
Jetzt spielt TOMMY LJUNGBERG CALL IT A DAY
Nächster Song SIMON GRIBBE / DOMINO

Fotoalbum 1 / 28