Das steckt hinter Schmutzkübel-Attacke

Drogengerücht gestreut

Das steckt hinter Schmutzkübel-Attacke

Wien/Genf. Es war ein schmutziger Wahlkampf erwartet worden – jetzt ist es so weit: Die bisher unbekannt und anonyme Online-Seite zoom.institute startete am Dienstag eine zwölfteilige Serie, in der sie Anschuldigungen gegen den Wiener Gastronomen Martin Ho (DOTS) und ÖVP-Chef Sebastian Kurz erhebt. Die beiden sind seit Jahren befreundet. Wirkliche Beweise sind online nicht zu ­lesen – es soll aber um Kokain gehen. Die ÖVP tobt und wittert einen Schmutzkübelwahlkampf wie 2017, als die SPÖ Wahlkampfberater Tal Silberstein beschäftigt hatte.

hokurz.jpg © Christian JOBST

  • Vorwurf 1: Freunderlwirtschaft. Geschildert werden nicht nur Champagnerpartys, bei denen Kurz angeblich dabei war, sondern es wird dem Ex-Kanzler Freunderlwirtschaft und Korruption vorgeworfen. So soll just jener Agenturchef, der 2017 seine Zusammenarbeit mit Silberstein zugegeben hatte, einen 400.000-Euro-Auftrag aus Regierungskreisen ­bekommen haben.
  • Vorwurf 2: Drogen. Besonders perfid streut Zoom ein Drogengerücht. So schreibt Zoom: „Aus dem Umfeld von Kurz erfahren verwunderte (…) Journalisten in Wien, dass Silberstein im Besitz eines Fotos sein soll, das den Ex-Bundeskanzler beim Konsum von Kokain in den Räumlichkeiten von Martin Ho zeigt.“ Und: Auf Twitter veröffentlicht Zoom eine entsprechende Anfrage an Kurz.
 
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Die Empörung ist groß, und zwar nicht nur in der ÖVP. So wies der Grüne Michel Reimon darauf hin, dass hier wohl eine besondere Vorsicht angebracht sei  – SPÖ und FPÖ beteuerten prompt, nichts mit der Sache zu tun zu haben.

Erklärung. ÖVP-General Karl Nehammer verlangte trotzdem eine eidesstattliche Erklärung von beiden Parteien, dass sie nichts mit der Kampagne zu tun hatten. Konter von FPÖ-General Harald Vilimsky: Dann wolle er eine Erklärung, dass die ÖVP ursprünglich nichts vom Ibiza-Video gewusst habe.

Strache selbst brachte Drogengerücht auf. Und auch Ex-FPÖ-Chef Strache meldete sich zu Wort: „Was kommt da noch alles?“, fragte er, meinte allerdings auch: „Kommt aber offensichtlich von der gleichen Ecke, wie gegen meine Person gerichtet!“ Was Strache nicht schreibt: Im Ibiza-Video ist er es selbst, der Kurz anpatzt und laut dem Transkript von „Orgien von Kurz in Drogenhinterzimmern“ spricht.

"Zoom" behauptet keck: Bezos finanziert die Server

Internetadresse aus Schweiz. Die Plattform bleibt indes anonym, angegeben wird eine Schweizer Internetadresse. Kurz vor Redaktionsschluss meldete sich das Zoom-Institut bei ÖSTERREICH, ohne die Hintermänner offenzulegen. Nur so viel: Man habe bisher 25 Euro an Spenden erhalten. Größter Einzelspender sei, behauptet Zoom keck, Amazon-Chef Jeff Bezos: „Jeff Bezos und seine Unternehmen stellen vielen Start-ups kostenlose Server zur Verfügung.“ Laut Presse steht der Server von Zoom in Panama, der Provider befindet sich in den USA.

ÖVP tobt: "Hier wird mit Dreck geworfen"

ÖVP-General Karl Nehammer zu ÖSTERREICH: „Unter dem Deckmantel der Anonymität verbreitet ein vermeintliches Schweizer Institut Unwahrheiten, nur mit dem Ziel, Sebastian Kurz zu schaden. Hier wird so lange mit Dreck geworfen, bis etwas hängen bleibt.“

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