Das ist der Corona-Plan für 2021

Gesundheitsminister gibt Ausblick

Das ist der Corona-Plan für 2021

In einer fast einstündigen Rede blickte Gesundheitsminister Rudi Anschober am heutigen Dienstag auf das Corona-Jahr 2020 zurück. Dabei präsentierte er auch die Pläne seines Ministeriums für 2021, das er als das „Jahr des Zurückdrängens der Pandemie“. So soll beispielsweise der elektronische Impfpass schon im März eingeführt werden.

„Herausforderndes“ Pandemie-Jahr

„Österreich war auf diese Pandemie nicht vorbereitet“, gibt Anschober zu, sei aber „vielfach über sich hinaus gewachsen“. Die Bürger*innen hätten ihm und seinem Ministerium großes Vertrauen entgegengebracht, und dass, obwohl „gravierende Einschnitte“ das Lebe der Menschen „drastisch verändert“ haben. Die drei Lockdowns hätten „tief in die Grundrechte“ eingeschnitten, seien aber angesichts der mittlerweile über 6000 Corona-Toten in Österreich notwendig gewesen. „Herausfordernder hätte dieses Jahr in der Bundesregierung als Gesundheitsminister nicht sein können“, sagt Rudi Anschober, fügt aber hinzu: „Herausfordernder hätte dieses Jahr für uns alle nicht sein können“.

Zusammenhalt und starke Maßnahmen

Anschober zeigt sich mit den Leistungen seines Ministeriums sehr zufrieden. Das „Steuerungszentrum der Bekämpfung der Pandemie“ habe 2020 149 Verfassungen und 12 Bundesgesetze in einem „enormen Tempo“ in die Wege geleitet. Die Bürgerservicestelle habe laut dem Minister ganze 132.434 Anfragen beantwortet.

Auch die Bereitschaft der Bevölkerung habe Anschober begeistert. So viel Zusammenhalt und Solidarität hätte er „in meinem Leben noch nie erlebt“. Die Menschen, die in Gesundheitsberufen tätig sind, aber auch Wirtschaft und Industrie hätten unter „unfassbar schwierigen Rahmenbedingungen“  und „völliger Überlastung“ fantastische Arbeitsleistungen erbracht.

Fehler und Lehren aus 2020

Doch nicht alles ist glatt gelaufen: Nicht ausreichend geschützt werden konnte beispielsweise die Gruppe der Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Aus dieser Gruppe stammten 40-45 Prozent der Corona-Todesfälle. Anschober spricht von einer „traurigen Situation“, die sich in anderen europäischen Ländern gleichermaßen gezeigt habe. Daher will der Minister im folgenden Jahr vermehrt auf Zusammenarbeit auf europäischer Ebene setzen.

Anschobers Corona-Plan für 2021

„Die COVID-Schutzimpfung ist der Start einer Wende“, betont der Minister am heutigen Dienstag. Den gestern vorgestellten Stufenplan zur Aufstellung von flächendeckenden Impfmöglichkeiten hält er für „erfolgsversprechend“. Die genaue Durchführung der Impfung sei aber von der Zulassung weiterer Impfstoffe abhängig.

Bis die breite Bevölkerung (voraussichtlich im April) Zugang zur Corona-Impfung bekommt, sollen die Ansteckungszahlen drastisch reduziert werden. Ziel ist ein 7-Tages-Inzident von unter 100 (derzeit etwa 150), sowie ein Rückgang der belegten Intensivbetten auf unter 200 (derzeit 411), weil das Fachpersonal „eine Stresslage wie derzeit nicht über lange Zeit durchhält“. Anschober spricht sich aus für die Digitalisierung des Contact Tracings in allen Bundesländern sowie eine erneute Intensivierung der Testungen aus.

Pflegereform, Impfpass schon ab März elektronisch

Für 2021 kündigt Anschober eine umfangreiche Organisationsreform an, da viele Maßnahmen im Schatten der Pandemie zu kurz gekommen seien. Neben Tierschutz-Projekten (beispielsweise tierfreundlichere Haltungsformen in der Schweinezucht) und Reformen zur Verringerung von Armut soll besonders die Pflegereform im Fokus stehen: „Es ist sehr sichtbar geworden, dass wir sie brauchen“.

Überraschend war die Ankündigung, dass der vieldiskutierte elektronische Impfpass nun schon bis März 2021 eingeführt werden soll – eine Maßnahme, die im Umgang mit der Corona-Impfung helfen soll. So wird auch das kommende Jahr im Zeichen der Pandemie stehen. Anschober zeigt sich aber optimistisch: „Mit Zusammenhalt können wir vieles schaffen.“.

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