Damit der Ferialjob nicht zum Desaster wird

Geldverdienen in den Ferien

Damit der Ferialjob nicht zum Desaster wird

Damit am Ende keine bösen Überraschungen warten, unbedingt im Vorfeld informieren! „Für die Entlohnung gibt es meist genauso klar festgeschrieben Regeln wie für Arbeitszeiten“ erklärt Jürgen Fischer vom AK-Jugendreferat.

Ein Ferialjob ist ein ganz „normales“ Arbeitsverhältnis. Es gelten die üblichen arbeitsrechtlichen Bestimmungen – so auch der Kollektivvertrag, in dem die wichtigsten Dinge, wie Lohn, Sonderzahlungen und Arbeitszeit geregelt sind. Für Ferialjobs gilt, dass Jugendliche erst ab Vollendung der Schulpflicht und Vollendung des 15. Lebensjahres arbeiten dürfen.

Praktikanten als billige Hilfskraft missbraucht! AK interveniert erfolgreich

Ein 16-jähriger Schüler bewies ein unglückliches Händchen bei der Wahl seines Pflichtpraktikums. Zunächst musste er nur putzen, wobei er freilich nichts gelernt hat. Nachdem die Arbeiterkammer Salzburg erfolgreich bei seinem Dienstgeber intervenierte, wurde er schlussendlich doch vorschriftsmäßig ausgebildet. Solche ersten praktischen Erfahrungen sind für den weiteren Schulweg entscheidend und sollen zielgerichtet und zweckdienlich verlaufen.

Ferialjob entpuppt sich als Höllenritt

Eine 18-Jährige wurde in ihrem Ferialjob immer wieder beschimpft, musste private Erledigungen für den Chef machen – Überstunden inklusive! Krankenstand war ihr verboten und von Urlaub war keine Rede. Nach mehreren erfolglosen Interventionen der AK beim Arbeitgeber, wurde das Dienstverhältnis berechtigt vorzeitig aufgelöst. Für die verbleibende Zeit ihres Ferialjobs forderte die AK erfolgreich, das ihr rechtmäßig zustehende Entgelt ein. Jürgen Fischer vom AK-Jugendreferat erklärt: „Wir können bei den meisten Verstößen helfen, doch um sich böse Überraschungen zu ersparen, ist es ratsam, sich im Vorhinein zu informieren und unsere Tipps zu befolgen.“

Wichtige Tipps für den Sommerjob:

1.      Schriftlichen Vertrag abschließen: Darin sollen Tätigkeit, Arbeitszeit sowie Beginn und Ende der Beschäftigung und die Bezahlung festgehalten sein. Dauert der Ferialjob länger als ein Monat, muss der Arbeitgeber unaufgefordert einen Dienstzettel aushändigen. Keine Verzichtserklärungen unterschreiben! Wer voreilig falsche Arbeitszeitaufzeichnungen unterschreibt, könnte zum Beispiel um das Geld für geleistete Überstunden gebracht werden. Auch auf das Kleingedruckte achten!

2.      Anspruch auf Ruhepausen: Jugendliche unter 18 dürfen höchstens 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Von Jugendlichen dürfen keine Überstunden verlangt werden. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden haben Jugendliche Anspruch auf eine halbe Stunde unbezahlte Pause. Die wöchentliche Freizeit muss für Jugendliche zwei zusammen-hängende Kalendertage betragen. Einer dieser Tage muss der Sonntag sein (Abweichungen und Ausnahmeregelungen sind möglich, besonders im Gastgewerbe).

3.      Entlohnung: Auch ein Ferienjob muss mindestens nach Kollektivvertrag bezahlt werden; anteilige Sonderzahlungen hängen ebenfalls vom Kollektivvertrag ab. Gibt es keinen Kollektivvertrag, steht eine angemessene Entlohnung zu. Darauf achten, dass auch geleistete Überstunden (mit einem Zuschlag von mindestens 50 Prozent) verrechnet wurden.

Achtung: Wird ein Pflichtpraktikum absolviert, steht grundsätzlich keine Entlohnung zu! (Ausnahmen regelt der jeweilige Kollektivvertrag, vor allem im Gastgewerbe)

4.      Kost und Quartier: Auf freie Kost und Quartier gibt es generell keinen Anspruch. Wenn dafür bezahlt werden muss, soll ein Abzugsbetrag vereinbart und im Arbeitsvertrag festgehalten werden. In einigen Kollektivverträgen gibt es Höchstwerte, die verlangt werden dürfen.

5.      Anteiliger Urlaubsanspruch: Ferialarbeitnehmer und Ferialarbeitnehmerinnen haben einen anteiligen Urlaubsanspruch – nach einem Monat sind das zwei Tage. Wer diesen nicht konsumiert, kann ihn sich als Urlaubsersatzleistung bar auszahlen lassen.

6.      Abrechnung kontrollieren: Auch beim Ferialjob ist ein Gehaltszettel Pflicht – gut checken und bei Unklarheiten von der AK kontrollieren lassen! Wurde zustehendes Entgelt nicht bezahlt, sollte es sofort per Einschreiben eingefordert werden.

7.      Korrekt sozialversichert: Ferialbeschäftige müssen bei der Gebietskrankenkasse angemeldet werden, bevor die Arbeit aufgenommen wird. Außerdem muss eine Kopie der An- und Abmeldung ausgehändigt werden.

8.      Steuer zurückholen: Ferialbeschäftigte können sich die sogenannte Negativsteuer vom Finanzamt zurückholen, wenn über das Jahr gerechnet weniger als 12.000 Euro verdient wurde.

9.      Info & Beratung: die Expertinnen und Experten des Jugendreferates der AK Salzburg informieren und helfen vor, während und nach dem Job. Zwei Broschüren – „Ferialjobs“ und „Pflichtpraktikum“ können bei der AK bestellt oder downgeloadet werden.

Diesen Artikel teilen:
Jetzt spielt FELIX JAEHN & VIZE FEAT MISS LI CLOSE YOUR EYES
Nächster Song NO DOUBT / DON'T SPEAK

Fotoalbum 1 / 28

Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum