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Bullen holen neunten Titel in Serie

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Salzburger "Werkl" läuft weiter wie geschmiert - "Bullen" machen Platz zwei in der Bundesliga zur Auszeichnung

Mit dem neunten Meistertitel in Folge ist Salzburg einer der aktuell erfolgreichsten Fußball-"Serientäter" Europas. Mag der 13. Triumph in der Red-Bull-Ära auch zu einer Art Ritual geworden sein, für Trainer Matthias Jaissle ist es die Krönung seiner Premierensaison im Profibereich. Das und der erstmalige Achtelfinaleinzug in der Champions League bestätigte aber nicht nur den Deutschen, sondern auch die Vereinsphilosophie, dank derer man wohl auch weiterhin dominieren wird.

Junge Talente - mitunter zu stattlichen Summen - kaufen, bei Kooperationsclub Liefering auf die Red-Bull-Spielweise einstimmen, trotz der relativen Unerfahrenheit international für Aufsehen sorgen und die Spieler dann mit großen Margen verkaufen: Salzburg wird auch in Zukunft nicht von seinem Erfolgsweg abrücken. Das bestätigte Sportdirektor Christoph Freund zuletzt immer wieder. Die Fahnenstange sei dabei noch nicht erreicht: Vielleicht werde man den seit 2012 unter Mastermind Ralph Rangnick eingeschlagenen Weg "sogar noch konsequenter" gehen, erklärte Freund im Frühling. "Unser Ziel wird auch in Zukunft sein, die beste U22, U23 Europas zu sein."

Auch in der aktuellen Saison kreuzten die "Bullen" mit durchwegs blutjungen Teams auf, in der Königsklasse etwa beim Gruppenauftakt gegen den FC Sevilla. 22,6 Jahre betrug da das Durchschnittsalter stellvertretend für den Rest der Saison. Dass auch Jaissle mit seinen seit 5. April 34 Jahren ein im Profimetier noch unerfahrener Coach ist und als jüngster Meistercoach der Bundesliga in die Annalen eingeht, passt da wunderbar ins Bild.

Die Erfolge - am 1. Mai könnte mit einem Cup-Finalsieg gegen Außenseiter Ried noch ein weiterer Titel hinzukommen - geben Freund und Co. recht. In der CL-Gruppe feierte man Siege gegen Lille, Sevilla und Wolfsburg, musste nur Lille den Vortritt lassen und schaffte so den auch für Österreich historischen Achtelfinaleinzug. Dass dort dem durchaus beeindruckenden Heim-1:1 gegen die Granden von Bayern München im Rückspiel eine 1:7-Watschen folgte, mag man Karim Adeyemi und Co. nachsehen.

Der 20-jährige Adeyemi, mit 17 Treffern trotz seiner Ladehemmung im Frühjahr aktueller Führender der BL-Torschützenliste, ist die heißeste Aktie im Salzburger Transferkarussell, das sich auch diesen Sommer wieder fröhlich drehen wird. Borussia Dortmund gilt als größter Kandidat auf die Dienste des deutschen Teamkickers, der im Herbst förmlich "explodierte". Auch die Mittelfeldmänner Nicolas Seiwald, Brenden Aaronson oder Mohamed Camara sowie Außenbahnspieler Ramus Kristensen gelten als Transferkandidaten.

Was jeden durchschnittlichen Sportdirektor in höchste Unruhe versetzen müsste, gehört in Salzburg zum guten Ton. Angst vor personellen Umbrüchen hat man längst keine mehr. Das bewies man in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue, auch Trainerwechsel spielen scheinbar keine Rolle für die Leistungsfähigkeit des Kollektivs. Die bald ablaufende Saison ist mit fast 48 Millionen Euro die erfolgreichste Saison in Sachen UEFA-Preisgeld, dazu werden weitere Millionen für den einen oder anderen Transfer kommen. Dank des Titels ist man 2022/23 in der CL-Gruppenphase wieder fix mit dabei.

Zu bremsen scheint der Serienmeister auf nationaler Ebene jedenfalls nicht zu sein. Die Konkurrenz, die in der Vergangenheit Sommer für Sommer angesichts von diversen Kaderveränderungen in Salzburg zumindest leise Hoffnungen hegte, hat sich längst damit abgefunden. "Wir sind zufrieden mit Platz zwei, dem 'best of the rest'", erklärte unlängst Sturm-Graz-Coach Christian Ilzer.