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Bullen bereit für "Herkulesaufgabe"

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Stamminnenverteidigung Wöber/Solet fällt fix aus, Sucic weiter fraglich - Ungewissheit angesichts Übernahme von Trainer Potter

Acht Tage nach dem gelungenen Champions-League-Auftakt gegen den AC Milan (1:1) spekuliert Salzburg am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/live ServusTV, Sky, DAZN) auch im Gastspiel beim zweifachen Titelträger Chelsea mit einer Überraschung. Trainer Matthias Jaissle freut sich auf die "Herkulesaufgabe", die nach dem Aus von Coach Thomas Tuchel unter dessen Nachfolger Graham Potter wohl nicht leichter wird. Die "Blues" müssen zudem die Scharte vom 0:1 bei Dinamo Zagreb auswetzen.

Der Punktgewinn gegen Milan hat Lust auf mehr gemacht. "Ich bin überzeugt, dass wir für eine Überraschung sorgen können", erklärte Torschütze Noah Okafor nach dem Remis im Hinblick auf die Situation in Gruppe E. Jaissle war sich freilich bewusst, dass Chelsea "noch einmal eine Schippe drauf im Vergleich zu Milan" bedeute. "Wir wissen, dass das nicht einfach wird. Aber wir wollen es zumindest versuchen", betonte der Deutsche, für den mit dem Spiel an der Stamford Bridge "ein Traum in Erfüllung" geht.

Neben einer Topleistung seiner Elf brauche man dabei "ein bisschen Spielglück und der FC Chelsea nicht den besten Tag, und dann können wir vielleicht auch mit einem Punkt nach Hause fahren". An einen Auswärtssieg denkt man offiziell nicht, es wäre nach Genk (2019) und Lok Moskau (2020) in der vierten Salzburger CL-Saison auch erst der dritte - und der erste gegen einen Eliteclub. "Chelsea ist ein absolutes Weltklasseteam, das (2021) ja nicht zufällig die Champions League gewonnen hat. Man muss sich nur den Kader anschauen - das ist überragende individuelle Qualität auf jeder Position", meinte er im Hinblick auf Namen wie Raheem Sterling, Kai Havertz oder Mason Mount.

Dass bei den Engländern nun Potter statt Tuchel an der Linie steht, macht es für Jaissle nicht leichter. "Der Trainerwechsel ist in der Spielvorbereitung natürlich eine Unbekannte. Wir wissen nicht, mit welcher Systematik Chelsea auflaufen wird und auf welche Spieler er setzt. Potter steht führ eine klare Idee, darauf sind wir vorbereitet", betonte der Deutsche. "Es wird noch wichtiger sein als ohnehin, dass wir das Hauptaugenmerk auf unser Spiel und unsere Prinzipien legen." Wie immer gelte das Motto: "Wir wollen uns nicht verstecken, sondern mutig und frech sein. Aber - und das sage ich ganz bewusst: Es wird auch Phasen geben, wo du tiefer verteidigen musst, wo du leiden musst."

Stürmer Fernando, der gegen Milan die Riesenchance aufs 2:1 liegen ließ, hofft wohl auf einen Moment, wie ihn Torschütze Milan Orsic vorige Woche bei Zagrebs Sieg hatte. Chelseas Defensivschnitzer wurde schon früh bitter bestraft, danach vermochten die Gäste mit ihrem klaren Ballbesitzplus nicht viel anzufangen. "Wir messen der Auftaktniederlage von Chelsea in Zagreb eigentlich keine Bedeutung bei. Viel eher ist es wohl der Fall, dass sie jetzt daheim unbedingt gewinnen müssen und damit noch gefährlicher sind", mutmaßte Fernando.

Körperlich und geistig sollte Salzburg jedenfalls bereit sein. Beim 3:0-Sieg in Ried konnte Jaissle zahlreiche Stammspieler zumindest teilweise schonen, einzig der Ausfall der etatmäßigen Innenverteidigung Maximilian Wöber (Adduktoren) und Oumar Solet (Oberschenkel) trübt das Bild. Letzterer blieb zuhause, Ersterer bestieg in seiner Eigenschaft als Vizekapitän zur moralischen Unterstützung den Flieger. Strahinja Pavlovic und Bernardo werden die beiden wie schon eine Hälfte gegen Milan und 90 Minuten gegen Ried vertreten, sie ließen sich nichts zuschulden kommen. Nach wie vor fraglich war Luka Sucic (Leiste), einmal mehr dürfte sich im offensiven Mittelfeld die Chance für Youngster Dijon Kameri eröffnen. Auch Stürmer Sekou Koita reiste nach London. Er hatte am Wochenende mit seinem Twitter-Posting zum Ried-Spiel für Aufsehen gesorgt, darin einer Meldung des Vereins widersprochen, er sei noch nicht matchfit.

Bis Montag schien die Partie wegen der Feierlichkeiten anlässlich des Todes von Queen Elizabeth auf der Kippe zu stehen, letztlich dürfte den Salzburgern aber ihre friedliche Fanszene zugute gekommen sein. Denn die Europa-League-Partie Arsenals gegen PSV Eindhoven am Donnerstag wurde abgesagt. Zu viele Polizeikräfte seien gebunden, lautete die Begründung.

Quelle: APA