Bis zu 300% Preisunterschied auf Salzburger Skihütten

AK Salzburg vergleicht Hüttenpreise

Bis zu 300% Preisunterschied auf Salzburger Skihütten

2009 waren die AK-Konsumentenschützer das letzte Mal in Salzburgs Schigebieten unterwegs, um die Preise zu vergleichen. Geändert hat sich seither einiges – nach oben versteht sich. Die aktuelle Schihüttenerhebung zeigt: Selbst wenn man die Teuerung berücksichtigt, haben viele Wirte preislich noch einmal kräftig aufgeschlagen. AK-Präsident Siegfried Pichler: „Wenn Hüttenbetreiber aufgrund der exponierten Lage oder höherer Transportkosten mehr verlangen, OK. Das muss aber Hand in Hand mit einer fairen Behandlung der Beschäftigten gehen – was jedoch nicht immer der Fall ist, wie Beispiele aus unserer Rechtsberatung zeigen.“ Die Preise zu vergleichen lohnt sich für Konsumenten in jedem Fall.

Von 27. Dezember 2013 bis zum 13. Jänner 2014 erhob die AK Salzburg die Preise von 24 Produkten in 195 Schihütten in 23 Schigebieten im Pinzgau, Pongau, Tennengau und Lungau. Geprüft wurden vor allem die Preise von klassischen Schihütten-Produkten, die die Arbeiterkammer bereits 2009 erhoben hatte. „So ist garantiert, dass wir eine gute Vergleichsbasis haben. Außerdem finden sich in der Erhebung nur solche Hütten, die mit mindestens einer Liftfahrt zu erreichen sind “, sagt AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. Inkludiert in jenen 24 verglichenen Speisen und Getränken waren auch fünf Produkte speziell für Kinder. Schließlich sind familienfreundliche Preise vielen Eltern ein Anliegen.

Preise stiegen stärker als Inflation

Für eine Halbe Bier müssen die Konsumenten um 15,57 Prozent mehr berappen als noch 2009, für einen großen gespritzten Apfelsaft immerhin auch um 15 Prozent mehr. Beliebte Speisen wie ein Germknödel oder eine Kaspressknödelsuppe wurden um durchschnittlich 20,35 Prozent bzw. um 27,32 Prozent teurer. Auch bei den Kinderangeboten wird preislich kräftig aufgeschlagen: Grillwürstel mit Pommes und Spaghetti Bolognese haben mit über 21 und fast 17 Prozent die höchsten Steigerungen.

Zusammengefasst stiegen die erhobenen Preise im Schnitt um 16,6 Prozent (Getränke 13,4%, Speisen 17,4%). „Und das obwohl der Verbraucherpreisindex (VPI) – er erfasst die Teuerung der Produkte des allgemeinen Bedarfs – seit 2009 um nur knapp 12 Prozent stieg. Viele Hüttenbetreiber haben also selbst noch einmal acht bis 15 Prozent aufgeschlagen“, analysiert Göweil.

Ein Vergleich lohnt: Luxus-Schiwasser kostet bis 333 Prozent mehr

Aber auch zwischen den verschiedenen Hüttenbetrieben variieren die Preise mitunter erheblich – bis in astronomisch anmutende Sphären: Die Differenz zwischen dem billigsten (60 Cent für 0,25 Liter) und dem teuersten Schiwasser (2,60 Euro) betrug sagenhafte 333 Prozent. „2,60 Euro für einen Viertelliter mit Leitungswasser verdünnten Dicksaft zu verlangen, ist schon ein starkes Stück“, meint AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. Beim gespritzten Apfelsaft (150 Prozent), Tee mit Zitrone (110,53 Prozent) und Bier (Halbe: 87,5 Prozent, Seidel: 68,18 Prozent) ergaben sich ebenfalls erhebliche Unterschiede.

Eine Halbe kostet zum Beispiel zwischen 2,60 und 6 Euro. Ein Mineral zwischen 1,40 und 3,30 Euro. Immerhin haben von den 195 erhobenen Hütten nur 14 für Leitungswasser kassiert, dafür aber kräftig - und zwar 25 Cent bis 1 Euro. Also im Schnitt kostete ein Glas Wasser fast 50 Cent. „Eine nicht gerade positive Entwicklung“, kritisiert Stefan Göweil. „Man kann den Konsumenten nur raten, die Preise zu vergleichen. Es lohnt sich!“, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler.

Riesige Preis-Unterschiede bei Speisen und Kinderangeboten

Bei den Speisen ist die Situation ähnlich: Pommes mit Ketchup kosten zwischen 2,40 und 6 Euro (Differenz: 150 Prozent). Einen Apfelstrudel bekommt der hungrige Schifahrer zwischen 2,10 und 6 Euro, eine Differenz von sage und schreibe 195 Prozent. Auch beim klassischen Wiener Schnitzel und Frankfurtern mit Gebäck beträgt der Unterschied zwischen einzelnen Hütten 98 bis 133 Prozent. Das trifft auch auf Kinderangebote zu. So kosten zum Beispiel für Kinder gedachte Gerichte wie Grillwürstel mit Pommes zwischen 3,50 und 8 Euro, Spaghetti Bolognese zwischen 3,20 und 8 Euro. Das entspricht Differenzen von 128, respektive 150 Prozent.

„Die Preise müssen ja nicht überall gleich sein. Aber sie sollten sich innerhalb eines bestimmten Rahmens bewegen. Und Differenzen von mehr als 100 Prozent sprengen diesen Rahmen. Das ist schlicht und einfach nicht mehr nachvollziehbar“, so Siegfried Pichler weiter.

(Quelle: Presseaussendung der AK Salzburg)

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