Schuljahr 2021

Schule unter Corona

Außergewöhnliches Schuljahr geht zu Ende

Erleichterung über Rückkehr zur Normalität / Enge Zusammenarbeit hat sich bewährt / Digitalisierung wird im Herbst weiter ausgebaut

Präsenzunterricht im Wechsel mit Schichtbetrieb, Home Schooling und Schulschließungen – das abgelaufene Schuljahr war außergewöhnlich. „Dieses Jahr haben wir nur gemeinsam meistern können. Schüler, Eltern, Lehrer, Direktoren, Gemeinden und Bildungsverwaltung – alle haben mit Flexibilität, Kreativität und großem Einsatz dazu beigetragen“, zieht Landesrätin Daniela Gutschi Bilanz.

Volks- und Sonderschulen kamen auf mehr als 80 Prozent Präsenzunterricht, in den Unterstufen wurde rund die Hälfte der Schultage am Standort unterrichtet, in den Oberstufen ein Drittel. Die Volksschulen mussten gar nicht in den Schichtbetrieb, bei Unter- und Oberstufen fand der Unterricht an rund einem Drittel der Tage im Wechselbetrieb statt. Durch die Corona-Pandemie mussten 23 Standorte zeitweise geschlossen werden, 2.855 Schüler und 296 Lehrer waren betroffen. Distance Learning gab es an Volksschulen und Unterstufen an knapp einem Fünftel aller Schultage, an den Oberstufen an 15 Prozent.

Schulbetrieb trotz Pandemie

Im gesamten Schuljahr kam es zu 4.438 Corona-Infektionen im Bildungsbereich der Schulen, davon 3.495 Schüler, 765 Lehrer und 178 sonstige Personen wie Schulwarte, Reinigungspersonal oder in der Verwaltung. Im November lag der Höchstwert der Sieben-Tages-Inzidenz beim Lehrpersonal über 1.000, bei den Schülerinnen und Schülern über 500. „Ich danke allen, die hier mitgewirkt haben, die Ausbreitung so gering wie möglich zu halten, um einen geregelten Schulbetrieb zu gewährleisten. Das war eine riesige organisatorische Herausforderung“, so Gutschi.

Gut vorbereitet in den Herbst

Für den Herbst fällt es noch schwer, konkrete Aussagen zu treffen. Landesrätin Gutschi streicht aber hervor: „Durch Erfahrungswerte von heuer sind wir wesentlich besser vorbereitet. Ein Großteil der Lehrer ist geimpft, und die Impfung der Schüler über zwölf Jahre wird jetzt angeboten. Allerdings gibt es noch viele Kinder an Pflichtschulen, die vorläufig altersbedingt noch nicht geimpft werden können. Wir rechnen damit, dass jedenfalls zu Beginn im Herbst Tests notwendig sein werden. Das gibt uns die nötige Sicherheit“, so Gutschi.

Digitale Ausstattung wird forciert

Eines ist jedenfalls durch Pandemie und Home Schooling deutlich geworden: „Corona hat den Aufholbedarf in der Digitalisierung aufgezeigt. Wir haben dafür gemeinsam mit dem Bund einen Masterplan ausgearbeitet, der jetzt schrittweise umgesetzt wird“, so Gutschi. Für die in Salzburg 96 teilnehmenden Schulen mit 6.753 Schülern und 1.467 Lehrpersonen bedeutet das Laptops oder Tablets für alle Schüler der 5. und 6. Schulstufe sowie vier Geräte für Lehrer pro teilnehmender Klasse. „Es ist klar, dass dafür große Anstrengungen von allen notwendig sind. Ich bedanke mich schon jetzt bei den Gemeinden, die die Infrastruktur stemmen, bei der Bildungsdirektion für die Abwicklung und bei den Lehrern und Direktoren für die Umsetzung“, betont die Landesrätin.

Sommerschule ab 30. August

Bewährt hat sich die Sommerschule, um Bildungsdefizite aufzuholen. „Das Schuljahr startet für uns Bildungsverantwortliche sowie für 1.599 Kinder und Jugendliche in 134 Gruppen an 25 Standorten bereits zwei Wochen früher am 30. August. Hier gilt mein besonderer Dank an die Schulleitungen, Lehrer und die fast 150 Lehramts-Studierenden“, so Gutschi.

Auinger: „Pandemie hat Defizite aufgezeigt.“

„Die Pandemie hat uns gnadenlos die Defizite auf technischer und räumlicher Seite aufgezeigt. Hier war viel Flexibilität und Kreativität nötig. Die Zusammenarbeit zwischen Bildungsdirektion und der Stadt als Schulerhalter hat hervorragend geklappt“, sagt Vize-Bürgermeister Bernhard Auinger. Als Schwerpunkte im Herbst nannte Auinger die Wiederaufnahme eines flächendeckenden Schwimmprojekts an zweiten Volksschulklassen sowie den Ausbau der Nachmittagsbetreuung und die Sanierung an den Schulen in Leopoldskron, Parsch, Nonntal und Lehen mit insgesamt rund 60 Millionen Euro.

Mitterer: „Sommer für sicheren Start nutzen.“

Günther Mitterer, Präsident des Salzburger Gemeindeverbands und Vertreter der schulerhaltenden Gemeinden, sieht vor allem jetzt im Sommer die Chance, gut für den Herbst gerüstet zu sein. „Wir brauchen viele praktikable Lösungen.“

Mair: „Verordnungen mussten kurzfristig ‚übersetzt‘ werden.“

Für Bildungsdirektor Rudolf Mair waren die Verordnungen während des Jahres die größten Herausforderungen. Sie mussten für die jeweilige Situation passend „übersetzt“ werden. Mair hob hervor, dass es dank eines wöchentlichen Abstimmungstermins aller Beteiligten gelungen sei, rasch und flexibel zu reagieren.

Huber: „Wir haben extrem viel gelernt.“

Lena Huber, Landesschulsprecherin für die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, ist froh, dass jetzt wieder „Normalität“ eingekehrt ist und sich Klassenkameraden in der Schule wiedersehen können. „Wir haben extrem viel gelernt, wie wir mit der Situation umgehen. Vielen Schülerinnen und Schülern ist es mental nicht so gut gegangen, einige hatten Schwierigkeiten bei den digitalen Tools.“ Klar ist für sie, dass der Präsenzunterricht dem Distance Learning überlegen sei.

Gabath: „Einheitliche Plattformen hilfreich.“

Für Sabine Gabath, Vorsitzende der Elternvereinigungen an Pflichtschulen, lagen die digitalen Schwierigkeiten vor allem am Beginn. „Die Vereinheitlichung der Lernplattformen hat hier vieles erleichtert“, so Gabath, die forderte, dass im Herbst geimpfte Kinder bei einem Schul-Lockdown den Präsenzunterricht besuchen dürfen.

Lehrervertreter mit Zusammenarbeit zufrieden

Sigi Gierzinger, Vorsitzender der Personalvertretung der Landeslehrer, war mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Er wünscht sich für die Zukunft, dass Entscheidungen noch schneller getroffen werden. Wolfgang Zingerle, Direktor an der Mittelschule in Mittersill und Sprecher der ARGE Schulleiter/innen an Pflichtschulen, erlebte das Schuljahr im Dauerstress. „Die regelmäßigen Schulgipfel waren aber sehr effizient. Auch die Anerkennung durch die Politik ist sehr gut angekommen“, so Zingerle.

Quelle: Land Salzburg