Alarm in weiten Teilen Österreichs

Hochwasser

Alarm in weiten Teilen Österreichs

Die schweren Niederschläge haben in weiten Teilen Österreichs Hochwasseralarm ausgelöst. Betroffen waren am Sonntagvormittag vor allem Vorarlberg, das Tiroler Unterland, weite Teile Salzburgs und in Oberösterreich das Salzkammergut, das Innviertel und der Donauraum. In Niederösterreich wurde die Situation immer prekärer. In Taxenbach im Pinzgau wurde nach einem Murenabgang nach zwei Vermissten gesucht.

Vorarlberg

Vorarlberg erlebte eine sehr unruhige Nacht mit zahlreichen Murenabgängen und lokalen Überschwemmungen. Bis Sonntagvormittag ereigneten sich knapp 20 Erdrutsche, in Hittisau (Bregenzerwald) wurde dabei auch ein Auto erfasst, der Lenker blieb aber unverletzt. Ein Abschnitt der Rheintalautobahn (A14) stand unter Wasser und musste gesperrt werden. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz und verzeichneten seit Samstag mehr als 800 Einsätze. Am späten Sonntagvormittag ließ der Regen aber nach. Muren gingen unter anderem in Langen bei Bregenz nieder. Im Bregenzerwald gab es Meldungen über Erdrutsche auf die L26 zwischen Egg und Schwarzenberg sowie in Hittisau.

Tirol

In Tirol waren die Feuerwehren in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel im Dauereinsatz. In Kössen mussten 80 Personen evakuiert werden, weil die Großache über die Ufer getreten war. Insgesamt waren laut Land rund 200 Häuser gefährdet. Die Experten rechneten vorerst mit keiner Entspannung der Situation. Der Kitzbüheler Bezirkshauptmann Michael Berger berief am Vormittag einen Krisenstab ein und appellierte an die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu unterlassen. Die Experten des Landes rechneten vorerst mit keiner Entspannung der Hochwassersituation im Tiroler Unterland. Wegen Murenabgängen und Überflutungen waren zahlreiche Straßen gesperrt, unter anderem die B170, die B178 und die B164.

Salzburg

In Salzburg wurde wegen der starken Niederschläge und der stetig ansteigenden Salzach für die Stadt Hallein im Tennengau Zivilschutzalarm ausgelöst. Die Hauptbrücke, die "Salzachbrücke" wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bei Taxenbach im Pinzgau wurden nach Murenabgängen zwei Personen vermisst. Wegen Murenabgängen und Überflutungen mussten zahlreiche Straßen und Hauptverbindungsstraßen wie die B311 punktuell gesperrt werden.

Einige Salzburger Gemeinden wurden zum Katastrophenschutzgebiet erklärt, wie Taxenbach im Pinzgau sowie St. Gilgen, Hintersee, Ebenau und Seekirchen im Flachgau. Auch im Pongau, Tennengau, Flachgau und in der Stadt Salzburg standen die Feuerwehrleute im Dauereinsatz. In St. Johann im Salzburger Pongau wurden drei Häuser evakuiert. "Der Fritzbach ist über die Ufer getreten", sagte Polizeisprecher Anton Schentz zur APA. In Hüttau im Pongau wurde ein Wohnhaus zerstört, die Bewohner mussten befreit werden. Laut dem Hydrografischen Dienst des Landes wurde an der Salzach im Oberpinzgau (Mittersill) und im Unterlauf der Salzach (Golling) die Warngrenze überschritten.

Oberösterreich

In Oberösterreich waren vor allem das Salzkammergut, das Innviertel und der Donauraum betroffen. Die Ortschaft Ettenau bei Ostermiething (Bezirk Braunau) mit mehr als 100 Einwohnern wurde am Vormittag evakuiert, auch in Bad Ischl mussten 20 Personen ihre Häuser verlassen. Überflutungen, Muren und Hangrutsche machten etliche Straßen unpassierbar, die Feuerwehren standen im Großeinsatz. Mehrere Autofahrer, die Straßensperren im Salzkammergut ignoriert hatten, wurden von der Feuerwehr mit Booten gerettet. Im Weißenbachtal wurde ein Fahrzeug zwischen zwei Muren eingeschlossen. Die Gemeinde Obertraun war von der Außenwelt abgeschnitten.

Niederösterreich

Auch in Niederösterreich gab es bereits einige örtliche Überschwemmungen. Besonders betroffen war das Mostviertel. Entlang der Donau würden die mobilen Hochwasserschutzanlagen zur Sicherheit auf die Maximalhöhe aufgestockt werden, sagte Franz Resperger, Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos. "Wir rechnen nun mit einem 30-jährigem Hochwasser", so Resperger. Im Bezirk Amstetten waren seit den frühen Morgenstunden 25 Feuerwehren im Einsatz. In der Gemeinde Wallsee-Sindelburg an der Donau wurden im Bereich der Au eine Hühnerfarm und drei Wohnhäuser evakuiert.

Steiermark

In der Steiermark gab es ebenfalls Hochwasser und Überflutungen. Vor allem die Feuerwehren im Bezirk Liezen und dort in der Region Ausseerland hatten seit etwa 2.00 Uhr mit zahlreichen Einsätzen zu kämpfen. Im Gemeindegebiet von Öblarn ging in einem Seitental eine Mure ab, wodurch Gehöfte, die Alpenvereinshütte "Berghaus" sowie die dort wohnenden Personen von der Umwelt abgeschnitten wurden. Die Besucher des traditionellen Narzissenfests in Bad Aussee müssen aus Sicherheitsgründen beim Höhepunkt am Sonntag auf den Bootskorso am Grundlsee verzichten.

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