Zeitlupen-Beweis entkräftete neue Störaktion gegen Hirscher

Ski-WM:

Zeitlupen-Beweis entkräftete neue Störaktion gegen Hirscher

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat mit Zeitlupenaufnahmen Verdächtigungen entkräftet, wonach Marcel Hirscher beim jüngsten Slalomsieg in Kitzbühel eingefädelt haben könnte. Seit kurzem kursieren Fotos sowie Internet-Videos, die einen vermeintlichen Torfehler des österreichischen Weltcup-Führenden belegen sollen. Dass alles korrekt war, steht allerdings schon seit langem fest. "Es ist daher kein Zufall, dass das alles genau jetzt wieder aufgetaucht ist. Das ist schade für den Sport", bedauerte ÖSV-Alpinchef Hans Pum in Schladming.

FIS-Chefrenndirektor Günter Hujara versicherte am Sonntagabend bei der täglichen Mannschaftsführersitzung, dass man bereits während des Rennens in Kitzbühel die kritische Situation dank Superzeitlupe aus einem anderen Winkel überprüft und alles für in Ordnung befunden hatte. Hirscher hatte dort am 27. Jänner das Rennen gewonnen.

Die normalen TV-Bilder lassen tatsächlich den Schluss zu, Hirscher könnte eingefädelt haben. Das liege aber an der Fernsehtechnik mit ihren sich überlappenden Bildern, erklärte Hujara. Man habe diesbezüglich aus der Vergangenheit gelernt.

Der Deutsche präsentierte deshalb in Schladming allen Teams eine ORF-Superzeitlupe, die Hirschers korrekte Fahrt bestätigte. "Gut so", befand Pum. "Mit den neuen Medien ist es ja ziemlich einfach, irgendwas in die Welt zu stellen. Aber was ist, wenn man es nicht entkräften kann?" In der Tat ist ein derart umfangreicher Einsatz von TV-Kameras derzeit nur bei österreichischen Weltcuprennen Standard.

Nicht nur Pum vermutet deshalb eine "Hetzjagd" auf Hirscher. "Das ist kein Zufall, dass das ausgerechnet jetzt passiert. Da versucht irgendjemand, Marcel böswillig aus dem Tritt zu bringen", vermutete Pum. "Es ist traurig und schade, denn es geht ja um den Sport. Und die WM ist eine Super-Veranstaltung. Ich bin froh, dass das jetzt alle gesehen haben. Und ich hoffe deshalb, das hört jetzt endlich auf und man trägt alles in Zukunft auf sportlicher Ebene aus."

Pum bezog sich dabei auf die Geschehnisse vor einem Jahr, als eine anonyme Telefon-Textnachricht ebenfalls Verdächtigungen ausgelöst hatte, Hirscher habe in Weltcup-Slaloms eingefädelt. Hirschers kroatischer Rivale Ivica Kostelic hatte sich damals deshalb heftig über den Salzburger empört. Den Absender der damaligen "sms" habe man laut Pum aber nie eruieren können.

Hirscher steigt mit dem Teambewerb am Dienstag in die Schladming-WM ein, trägt aber vor allem im Riesentorlauf und abschließenden Slalom die österreichischen Medaillenhoffnungen. Pum fürchtet, dass die neuerliche Störversuche beim 23-Jährigen Wirkung zeigen könnten. "Natürlich geht es dir irgendwann auf den Nerv, wenn du ständig verdächtigt wirst."

Hirschers Pressebetreuer Stefan Illek gab aber sofort Entwarnung. "Marcel kratzt das nicht. Er weiß ja längst, dass er nicht eingefädelt hat", verwies Illek darauf, dass man schon am Morgen nach dem Kitzbühel-Slalom alle Videobeweise vorliegen gehabt hatte. "Der Schreck hat damals im Flieger nach Moskau nur fünf Minuten gedauert, dann war alles klar."

Hirscher selbst genoss deshalb abseits des WM-Trubels den Sonntag auf andere Weise. Zusammen mit Freundin Laura unternahm er eine entspannende Ski-Tour in seiner Heimat. Zur abendlichen WM-Team-Pressekonferenz in Schladming erschien er nicht.

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