21. Oktober 2013 12:25
Osterfestspielprozess
Prozess nach 12 Minuten beendet
Die geladene Zeugin, die ehemalige Steuerberaterin der Osterfestspiele GmbH, hat von ihrem Recht einer Aussageverweigerung Gebrauch gemacht.
Prozess nach 12 Minuten beendet
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"Ich bin grundsätzlich bereit auszusagen, möchte aber vorher von der Verschwiegenheitspflicht von den Osterfestspielen entbunden werden", erklärte die Zeugin der Vorsitzenden des Schöffensenates, Richterin Daniela Meniuk-Prossinger. Der Anwalt der Steuerberaterin, Herbert Hübel, betonte, dass man sich bereits "im Mai, Juni" um eine Entbindung der Verschwiegenheitspflicht bemüht habe.

Die Zeugin hatte nach Auffliegen von Malversationen bei den Osterfestspielen die damalige Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) wegen Kreditschädigung geklagt. Ihr Vorwurf: Burgstaller habe ihr in Interviews eine Mitschuld "an den kriminellen Akten" bei den Salzburger Osterfestspielen gegeben. Die Steuerberaterin hatte die Aussage Burgstallers aber vehement zurückgewiesen. Der Zivilprozess startete am 27. Juni 2011 am Landesgericht Salzburg.

Fast genau ein Jahr darauf, am 22. Juni 2012, kam es zu einem außergerichtlichen Vergleich. Burgstaller zog ihre Äußerungen zurück. Sie gab eine Unterlassungs- und Widerrufserklärung ab und zeigte sich auch damit einverstanden, die Verfahrenskosten zu übernehmen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits vor dem Vergleich die Ermittlungen gegen die Steuerberaterin eingestellt.

Der Strafprozess am Landesgericht in der Causa "Osterfestspiel-Affäre" startete am 10. September 2013 und damit fast vier Jahre nach Bekanntwerden des Skandals. Die Staatsanwaltschaft ortete einen durch Malversationen hervorgerufenen Gesamtschaden von zwei Millionen Euro.

Angeklagt wurden drei Personen: Dem ehemaligen Technischen Direktor der Salzburger Festspiele, Klaus Kretschmer (53), wird Untreue und schwerer gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Der ehemalige Geschäftsführer der Osterfestspiele, Michael Dewitte (46), ist wegen Untreue angeklagt worden. Und einem für zwei Zulieferfirmen verantwortlichen Medienkaufmann (56) wird schwerer gewerbsmäßiger Betrug angelastet. Er hat seine Schuld eingestanden. Kretschmer befindet sich derzeit in stationärer Behandlung. Das Verfahren gegen ihn wurde vorläufig ausgeschieden.