Lob & Tadel für Ethikunterricht

Koalition

Lob & Tadel für Ethikunterricht

Der Religionsunterricht an den Schulen soll bleiben, nur für "Abmelder" und konfessionslose Schüler wird ein Pflichtfach Ethik eingeführt, heißt es im Regierungsprogramm der türkis-grünen Koalition. Während Vertreter der katholischen Kirche erfreut auf diese Ankündigung reagieren, rufen Proponenten des Volksbegehrens "Ethik für Alle" die Delegierten des Grünen Bundeskongresses zum Widerstand auf.

"Bildung ist grundlegend für Integration, friedliches Zusammenleben und gesellschaftliche Solidarität. Das Regierungsprogramm erkennt an, dass der Religionsunterricht dazu einen wertvollen Beitrag leistet", wird der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Bildung zuständig ist, am Freitag von der Nachrichtenagentur "Kathpress" zitiert. Das Ersatzpflichtfach Ethik für jene, die keinen Religionsunterricht besuchen, findet er gerade wegen der wachsenden Gruppe an Jugendlichen ohne Bekenntnis "sinnvoll und notwendig". Nun müsse eine gute Zusammenarbeit zwischen Religions- und Ethikunterricht an den Schulen gefördert werden, "damit für jeden jungen Menschen religiöse und ethische Bildung gewährleistet ist", betont Andrea Pinz vom Interdiözesanen Amt für Unterricht und Erziehung.

Vertreter des Volksbegehrens "Ethik für Alle" haben sich unterdessen in einem Offenen Brief an die Delegierten des morgen, Samstag, stattfindenden Grünen Bundeskongresses, gewandt und vor den Folgen einer Zustimmung zum Ersatzpflichtfach Ethik gewarnt. Mit dem im Regierungsprogramm verankerten Modell würde der seit 22 Jahren bestehende Schulversuch "in seiner diskriminierenden Form" ins Regelschulwesen überführt, betonen sie. Und sie erinnern die Grünen daran, dass diese sich wie keine andere Partei "am längsten und am konsequentesten" für ein Pflichtfach Ethik für alle eingesetzt hätten und die Forderung danach sich auch im Partei- sowie im Wahlprogramm 2019 finde. Mit ihrer Stimme würden sie nun nicht nur über die Einführung eines Pflichtfachs abstimmen, sondern auch darüber, "ob in Österreich - erstmals in der Geschichte der Republik und ausschließlich dank Grüner Unterstützung - die Weigerung, einer Konfession anzugehören oder an religiösen Übungen teilzunehmen, eine gesetzlich verankerte Ersatz-Zwangsmaßnahme auslösen soll".

 

Quelle: APA

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