Lärmbelästigung Flughafen

Stadt Salzburg fordert faktenbezogene Diskussion

Lärmbelästigung Flughafen

Die Diskussion über die Verteilung der Fluglärmbelastung rund um den Salzburger Flughafen spitzt sich immer weiter zu. Laut Presseaussendung der Stadt hat die Diskussion „auf bayrischer Seite ‚postfaktische‘ Züge angenommen und wird wesentlich auch parteipolitische kampagnisiert“. Nun ist die Stadt Salzburg bemüht die Debatte auf eine sachliche Ebene zurückzuführen und legt die Fakten auf den Tisch.

Fakten statt Mythen

Da rechtliche Basis für den Flughafenbetrieb stellt der Staatsvertrag von 1967, der zwischen Österreich und Deutschland abgeschlossen wurde, dar. Dieser wurde beschlossen, da sich der An- und Abflugbereich des Flughafens Salzburg auch auf das deutsche Gebiet erstreckt.

Auch liegen einige vom Fluglärm betroffenen Gebiete auf der deutschen Seite. Die Schallimmissionen seien aber so gering, dass nur der nordwestliche Teil – also ein Waldgebiet zwischen der Bundesgrenze und der Bundesstraße B20 und 5 Wohnobjekte beim Heideweg – betroffen sind. Ganz anders schaut die Situation in Salzburg aus, dort ist ein weit größerer Teil vom Fluglärm betroffen. In Zahlen ausgedrückt: Die vom Lärm betroffenen Personen machen in Salzburg rund 99 Prozent der gesamten Anzahl aus, auf deutschem Gebiet ist es nur Anteil von einem Prozent. Somit gehen also die vom Flughafen Salzburg verursachten Schallimmissionen fast ausschließlich zu Lasten der Salzburger Bevölkerung.

„Tatsache ist, dass seit Jahren behauptet wird, die Lärmbelästigung ist zu 90 Prozent in Bayern und zu 10 Prozent in Österreich. Und das ist schlichtweg falsch. Richtig ist, dass 99 Prozent der betroffenen Personen in Österreich leben und ein Prozent in Bayern“, stellt Andreas Schmidbauer, Abteilungsvorstand der Raumplanung und Baubehörde, klar. Die Behauptung 90 Prozent des Fluglärms seien auf bayrischer Seite sei ein „Argumentationsfehler“ auf bayrischer Seite, welche die Anzahl der Flüge mit der Lärmbelästigung gleich setzen.

Im Moment besteht ein 90 zu 10 Verhältnis zwischen Landungen aus dem Norden und welche aus dem Süden. Bayern fordert nun eine Aufteilung von 70 zu 30. Somit sollen also vermehr Flüge aus dem Süden kommen. Dies würde aber eine noch größere Lärmbelästigung für die Salzburger Bevölkerung inkludieren. Betroffene Gebiete wären die Stadt Salzburg, aber auch Gemeinden wie Anif, Elsbethen, Grödig, Elixhausen oder Bergheim.

Bayern fordert Verlagerung des Flugverkehrs

Auf bayrischer Seite wird vehement auf eine Verlagerung des Flugverkehrs vom Norden in den Süden Salzburgs gepocht. Wird dies tatsächlich umgesetzt, hat dies für Salzburg massive Auswirkungen auf die örtliche Raumplanung.

Der Salzburger Flughafen besitzt für den Anflug ein Instrumentenlandesystem, das als sicherster Standard weltweit gilt. Diese Art von Anflug ist aber nur über den Norden möglich. Landungen von Süden aus bräuchten für Piloten ein spezielles Briefing, eigens gerüstete Flugzeuge und Sichtflugregeln.

Runter vom Gas

Bürgermeister Heinz Schaden fordert mit dem Appell „runter vom Gas“ die deutschen Nachbarn dazu auf, wieder zu einer faktenorientieren Diskussion zurückzukehren. Vor allem, da der Flughafen nicht nur für die salzburger Infrastruktur wichtig ist, sondern auch für die bayrische und er für die gesamte Region und den Wirtschaftssektor eine große Rolle spielt.

Die Hoffnung liegt nun auf einer bilateralen Arbeitsgruppe, die eine Einigung erzielen soll.

Lärmschutzbereiche für den Flughafen Salzburg - Prognose 2020:

Quelle: bayrisches Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr - StMI / OBB

Lärmschutzbereich Flughafen Salzburg © Stadt Salzburg

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