Jubelstimmung und Wundenlecken bei den Wahl-Partys

Salzburg-Wahl:

Jubelstimmung und Wundenlecken bei den Wahl-Partys

SPÖ

Die abgewählte Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller wurde von Hunderten Parteifreunden, Funktionären und Angehörigen mit Standing Ovations im Parkhotel Brunauer gefeiert. Zuvor war sie am Eingang mit Spalier empfangen worden, an dessen Ende ihr Mann Toni Holzer und weitere Angehörige warteten, die sie mit Umarmung begrüßten.

Im Saal waren ausdruckslose, enttäuschte und versteinerte Gesichter genauso zu sehen wie durchaus lächelnde oder im Gespräch kurz auflachende. Tiefste Trauer sieht anders aus. "Wir alle wollten das Vertrauen der Menschen wieder gewinnen. Das ist noch nicht gelungen, aber ich möchte euch dazu auffordern, nicht locker zu lassen", appellierte Burgstaller. "Ich freue mich, dass wir in den vergangenen Jahren so vielen Menschen helfen konnten, die keine Arbeit hatten, oder keine Ausbildung. Viele Menschen sind dadurch heute ein Stück zufriedener", bilanzierte sie.

Als sie immer wieder durch langes Klatschen unterbrochen wurde, meinte sie: "Spart mit dem Applaus für Zeiten, in denen es uns wieder besser geht." Heute sei ein harter Tag gewesen, "aber wir wissen, das schweißt uns zusammen". Dank sagte sie besonders auch ihrem Gatten, "er hat mich so gut ausgehalten mit meinen schlaflosen Nächten im Dezember (damals flog der Finanzskandal auf, Anm.), in denen ich kaum eine Stunde durchgeschlafen habe" .

Zum Schluss äußerte Burgstaller noch drei Wünsche. Dass die Partei in Zeiten, in denen Menschen Ängste um die Zukunft und die wirtschaftliche Entwicklung hätten, weiter kämpfe, damit alle Menschen Arbeit haben. Zweitens wünsche sie sich, dass im Land die Parteien wieder zusammenarbeiten, und drittens, "das die SPÖ weiter zusammenhält. Ich bitte euch inständig, haltets auch in der Zeit zusammen, dann wir die Partei auch wieder wachsen", sagte sie, ehe sie unter lang anhaltendem, stehendem Applaus von der Bühne abtrat.

ÖVP

Mit heftigem Applaus und anerkennenden Zurufen ist ÖVP-Landesparteichef Wilfried Haslauer (V) von Parteimitgliedern im Gasthof Steinlechner empfangen worden. Die Freude, trotz der Verluste auf Platz eins gelandet zu sein, stand dem vermutlichen künftigen Landeshauptmann ins Gesicht geschrieben. Allerdings schränkte er ein: "Es ist eine nachdenkliche Freude. Ich habe einen großen Respekt und eine Demut davor, was auf mich zukommt."

Es sei ein wichtiger Tag für die ÖVP, "wir sind aber nicht in grenzenloser Jubelstimmung", sagte Haslauer zu den rund 70 von mehr als 100 Gratulanten, darunter auch Vizekanzler Michael Spindelegger, die sich in einen kleinen Gastraum gedrängt hatten. Dort hatte Haslauer seine Ansprache gehalten. Das Wahlergebnis interpretierte er als "klaren Auftrag, die Regierung zu stellen. Über diese Aufgabe freue ich mich. Wir haben aber auch unsere Schrammen abbekommen, wir haben mehr verloren als ich gedacht habe".

Mehrmals wurde Haslauer von heftigem Applaus unterbrochen. "Unser Geheimnis war, dass wir fest zusammengehalten haben. Es wird aber kein Spaziergang werden. An ein gemeinsames Ziel zu glauben, wird das Fundament in den nächsten Jahren sein", sagte Haslauer. Er bedankte sich bei den Kandidaten, Funktionären und Wahlhelfern: "Ihr seid's mitgegangen und habt 6.000 Stück Werbematerialien verteilt. Ich glaube, wir können uns schon freuen, ein Land 'umzudrehen'. Das war eine wichtige Wahl. Es geht um eine politische Neukultur in Salzburg. Dass man alte Werte wieder in den Vordergrund bringt und nichts vertuscht, das haben wir unseren Wählern gesagt."

Spindelegger meinte anerkennend: "Jedes Jahrhundert braucht seinen Haslauer", womit er auf Haslauers gleichnamigen Vater verwies, der von 1977 bis 1989 Salzburger Landeshauptmann war. Der Vizekanzler erklärte noch, er möchte auch bei der kommenden Nationalratswahl sagen können, "die ÖVP gewinnt". Fünfmal hintereinander habe die ÖVP bewiesen, dass sie gewinnen könne, versprühte Spindelegger Optimismus.

Grüne

"Es ist ein Erdbeben", brachte es ein Sympathisant auf der Wahlparty der Grünen auf der Terrasse der Salzburger ARGEkultur am Sonntagabend auf den Punkt, dementsprechend ausgelassen und euphorisch war die Stimmung bei der Veranstaltung. Spitzenkandidatin Astrid Rössler kam mit dem Fahrrad vom Chiemseehof angeradelt, empfangen mit "Astrid"-Rufen, Jubel und minutenlangem Applaus. "Das war ein gemeinsames Werk", meinte sie - und bedankte sich persönlich bei den Funktionären, Parteimitgliedern, Wahlhelfern und ihrem Team.

"Wir sind in den letzten 20 Jahren durch etliche Täler geglitten. Heute feiern wir eine Sternstunde, die uns Rückenwind und Aufwind gibt, für alles, was wir uns noch vorgenommen haben." Die Grünen hätten nicht nur Zustimmung, sondern Vertrauen von den Menschen bekommen. "Das ist die Basis wie wir weiterarbeiten können." Landtagsabgeordneter Cyriak Schwaighofer sprach gegenüber der APA aber auch von einer großen Herausforderung. "Die Leute erwarten sich ein hohes Maß an Veränderung." Er sehe im Votum einen klaren Auftrag zu Regierungsverantwortung. "Aber dazu braucht es Partner, mit denen wir die Dinge umsetzten können, zu denen wir gewählt wurden. Es ist unsicher, ob wir diese Partner finden."

FPÖ

Auch wenn die FPÖ von Rang drei auf vier abgerutscht ist, hat sie ein Mandat dazugewonnen, und das reichte für eine eher ausgelassene Feier im Gasthof Kuglhof, wo sie mit ein paar Dutzend engen Mitarbeitern den Wahlabend ausklingen ließ. Parteichef Karl Schnell bedankte sich noch einmal bei allen für den Einsatz, ehe das schon im Wahlkampf aufgetretene Duo noch einmal "Doch dann kam Charlie" sang und Schnell lautstark einstimmte. "Bei der nächsten Wahl machen wir das zur Landeshymne", machte er schon eine Ansage. Der Parteichef musste sich dann aber bald verabschieden und zurück nach Saalbach-Hinterglemm fahren, nachdem ihn seine Gattin (sie betreibt ein Hotel) über einen Wasserschaden im Haus informiert hatte.

Team Stronach

Das Team Stronach hatte seine Feier im Hotel Mercure sehr rasch beendet und war anschließend mit jenen, die noch feiern wollten, in ein Lokal im Norden der Stadt weitergezogen.

So hat die SPÖ "gefeiert"

Diashow Wundenlecken bei der SPÖ

Wahlparty SPÖ

Wahlparty SPÖ

Wahlparty SPÖ

Wahlparty SPÖ

Wahlparty SPÖ

Wahlparty SPÖ

Wahlparty SPÖ

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