Jedermann 2013

Die ersten Probenfotos sind vielversprechend.

Jedermann 2013

Die Buhlschaft auf dem Fahrrad und mit Strapsen, eindrucksvolle Masken und Puppen, ein überlebensgroßes, bewegliches Skelett und steil aufragende Bretterbühnenteile – die Regisseure Julian Crouch und Brian Mertes werden ein neues Kapitel in der Festspielgeschichte aufschlagen. Die Premiere am 20. Juli wird nicht nur dank der neuen Buhlschaft Brigitte Hobmeier und des neuen “Jedermann” Cornelius Obonya ein Festspielauftakt mit Paukenschlag.

Neun Regisseure seit 1929

Nach Max Reinhardt, der das 1911 von ihm im Berliner Circus Schumann uraufgeführte “Spiel vom Sterben des reichen Mannes” in Salzburg 1920/21 sowie 1926-1937 inszenierte, waren es lediglich neun Regisseure, die beim Flaggschiff der Salzburger Festspiele szenisch Hand anlegten: Heinz Hilpert (1946), Reinhardts Witwe Helene Thimig (1947-1951, 1963-1968), Ernst Lothar (1952-1959), William Dieterle (1960), Gottfried Reinhardt (1961/62), Leopold Lindtberg (1969-1972), Ernst Haeusserman (1973-1983), Gernot Friedel (1984-2001) und Christian Stückl (2002-2012). Entscheidende Neuinterpretationen blieben aus – oder scheiterten bereits in Ansätzen wie die Überlegungen, Dichter wie Bertolt Brecht, Peter Handke oder Botho Strauß zu Neudeutungen des Stoffes zu überreden.

„Back to the Roots” beim „Jedermann”

“Das Stück überlebt paradoxerweise durch seine gültigen, überkonfessionellen Fragen, bzw. Themen, die zu jeder Zeit nicht zeitgemäß waren. Das Unzeitgemäße, das nicht dem Zeitgeist entsprechende, ist zu allen Zeiten doch eine Provokation. Nicht die Provokation eines Reaktionärs an die Adresse einer aufgeklärten Gesellschaft, sondern die Provokation der Erinnerung an einen immer noch unbewältigten Sachverhalt: Unseren Tod und unsere Gottesvorstellung”, begründet Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf seinen Anlauf zu einer Neuinszenierung: “Der ‘Jedermann’ stand am Beginn der Salzburger Festspiele. Max Reinhardt und Hofmannsthal haben ihn uns hinterlassen. Wir müssen uns mit dieser Hinterlassenschaft beschäftigen und uns zu ihr ins Verhältnis setzen, die Gültigkeit und Tauglichkeit des Stoffs, an die ich persönlich glaube, immer neu überprüfen und zu beweisen versuchen.”

Stil orientiert sich an Max Reinhardt

Die beiden Regisseure sind für ihr Konzept zurück an die Ursprünge gegangen: An die Wurzeln des Stoffes rund um Gott und Tod, Schuld und Läuterung, aus denen sich jene mittelalterlichen Mysterienspiele gespeist haben, die Hugo von Hofmannsthal als Inspirationsquelle dienten, sowie an die Anfänge der Festspiele und das Umfeld, in dem Max Reinhardt 1920 seinen ersten “Jedermann” auf den Domplatz brachte. “Wir haben uns in der Vorbereitungszeit sehr intensiv mit Reinhardts und Hofmannsthals Werk befasst”, versicherten sie. “Wir haben die Bühne, die Kostüme und die Musik der Salzburger Produktion studiert – soweit sie überliefert sind – und wir beziehen uns auf sie, wo immer wir das für angemessen erachten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren ist unsere Bühne – wie bei Reinhardt aus Holz gezimmert – freistehend konzipiert, abgesetzt von der Domfassade und auf zwei Ebenen aufgebaut. Die Musik, die wir verwenden, wird unter anderem Variationen der Originalmusik aus Reinhardts Produktion enthalten, dazu kommen Volkslieder und Musik aus den 20er-Jahren.”

Es sei ihnen wichtig, “den Marktplatz-Charakter des Stücks nicht zu vergessen und uns davon inspirieren zu lassen”, schreiben Crouch und Mertes über ihr Konzept: “Jedermanns Leben muss reich sein, freudvoll, überströmend – auch für das Publikum. Auf dem Weg zu seiner Bekehrung begegnet ihm eine Reihe von sehr kraftvollen theatralischen Figuren. Wir wollen – einer mittelalterlichen Schauspieltruppe gleich – unsere Zuseher mit Hilfe von Spektakel und Humor in den Bann ziehen, sie mitreißen und sie einladen, Jedermanns Weg mitzugehen und ihn auch als den eigenen zu begreifen – zumindest für die Spieldauer von zwei Stunden.”

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