Flüchtling war als Kämpfer beim IS tätig

Prozess in Salzburg

Flüchtling war als Kämpfer beim IS tätig

Am 17. September 2015 wurde der junge Syrer in einem Flüchtlingslager in Salzburg verhaftet. Er war auf dem Weg nach Deutschland. Vor anderen Flüchtlingen hatte er damit geprahlt, ein Kämpfer des IS gewesen zu sein. Ein anonymer Zeuge, ein Mitflüchtling, hatte sich im Salzburger Transitquartier an die Betreiber gewandt. Nach der Festanhme fanden die Ermittler auf dessen Handy und Tablet IS-Propagandamaterial. Bei einer Verurteilung drohen dem 22-jährigen bis zu zehn Jahre Haft.

Angeklagter leugnet Beteiligung am IS nicht
Der 22-jährige Syrer bekannte sich am Montag nicht schuldig. Er hatte jedoch in seinen ersten Einvernahmen durch den Verfassungsschutz nicht geleugnet, für den IS tätig gewesen zu sein. Er sei als Mitglied der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) im Norden Syriens von der Terrormiliz gefangen genommen, in eine IS Hochburg verschleppt und dort gefoltert worden. Er hätte seine Läuterungen vorgespielt und sich dann dem IS angeschlossen. An diese Aussage konnte sich der Angeklagte am Montag allerdigns nicht mehr erinnern. Der Staatsanwalt hatte allerdings eine andere Meinung: "Wäre er vom IS für einen Abtrünnigen der FSA gehalten worden, hätten sie ihn dofort hingerichtet." Desweiteren hat sich der Angeklagte während seiner angeblichen Verschleppung ständig mit dem Handy im Internet bewegt.

22-jährige erzählt ganz andere Version

Der Angeklagte erzählte dem Gericht jedoch eine völlig andere Geschichte: Im Oktober 2012 seien regierungstreue syrische Milizen in seine Heimatstadt eingedrungen und haben Kinder getötet und Frauen vergewaltigt. Der Angeklagte gab an, bis dahin ein unploitischer Mensch gewesen zu sein. Nach diesen Ereignissen habe er allerdings für die Opposition Partei ergriffen. Im Frühsommer 2013 wollte der junge Mann in der Türkei studieren, allerdings scheiterte dies an der fehlenden Aufenthaltsgenehmigung.

Videos von Hinrichtungen am Handy

Der 22-jährige gab an, dass er vom IS überhaupt nichts wisse, "nur dass die Mitglieder des IS keine Moral haben. Sie sind keine Guten Menschen." Die auf seinem Handy gefunden Videos von Hinrichtungen könnten auch irrtümlich auf das Gerät gelangt sein. "Das findet man auf jedem Nachrichtenportal."Für den Verteidiger des Angeklagten war es auch nicht Nachvollziehbar, warum jemand vor ihm nicht bekannten anderen Flüchtlingen angab, ein begeisterter IS Anhänger oder Mittäter gewesen zu sein.

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