Das war die WM 2013 in Schladming

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Das war die WM 2013 in Schladming

 

Tops von Schladming

 

Ted Ligety: Mit Gold in Super-G, Super-Kombination und Riesentorlauf ist der US-Amerikaner der König der WM in Schladming. "Das war die beste Woche meines Lebens", frohlockte der 28-Jährige zurecht. Bei seiner Heim-WM 2015 in Vail geht Ligety damit gleich in drei Disziplinen als Titelverteidiger an den Start.

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Head: Auch ohne die verletzten Superstars Bode Miller und Lindsey Vonn, die gleich im Auftakt-Super-G schwer stürzte, dominierte die Skifirma Head das Geschehen. Head-Aushängeschilder wie Ted Ligety, Aksel Lund Svindal oder Maria Höfl-Riesch räumten in Schladming ordentlich ab und stellten Atomic und Co. ganz klar in den Schatten.

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USA: Erstmals in der Geschichte waren die USA Nummer eins im WM-Medaillenspiegel. Und das, obwohl Bode Miller diese Saison auslässt und Lindsey Vonn schon im WM-Auftaktrennen die Saison schwer verletzt beenden musste. Ted Ligety (3) und Mikaela Shiffrin (1) sorgten mit ihren Triumphen dennoch dafür, dass das Team des österreichischen Alpinchefs Patrick Riml schon vor dem letzten Rennen uneinholbar in Front lag.

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Marcel Hirscher: Die Erwartungshaltung an Österreichs neuen Ski-Superstar Marcel Hirscher war vor der Heim-WM überdimensional. Der Salzburger bewies einmal mehr, dass er eine "coole Socke" ist und wandelte die Last auf seinen Schultern in Leistung um. Nebengeräusche wie Facebook-Aufreger oder Einfädler-Gerüchte ließen ihn kalt. Gleich bei seinem Einstieg in die WM raste Hirscher im Teambewerb zu Gold, im Riesentorlauf konnte ihn auch eine fast schlaflose Nacht inklusive Kreuz- und Kopfschmerzen nicht an Silber hindern.

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Tina Maze und Maria Höfl-Riesch: Mit jeweils drei Medaillen, darunter jeweils einer Goldmedaille, waren die Slowenin und die Deutsche die erfolgreichsten Medaillenjägerinnen in Schladming.

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Super-Kombination: Nicht nur, weil es die ersten Medaillen für Österreich bei Damen (Bronze für Nicole Hosp) und Herren (Bronze für Romed Baumann) gab, waren die beiden Super-Kombinationen spannende Rennen. Sowohl die Abfahrten, als auch die Slaloms wurden jeweils vom Originalstart gefahren. Das Unternehmen wurde zur spektakulären und beinharten Angelegenheit - in dieser Form hat der Bewerb aus Speed- und Technikrennen Zukunft. Weiteres Plus: Der Herren-Kombi-Slalom fand bei Flutlicht statt - da kam Nightrace-Stimmung auf.

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Stadionstimmung: Österreich hat (womöglich) das beste Skiteam (Gold im Teambewerb) und ganz sicher die besten Fans. Sie trotzten den teils widrigen Bedingungen und eiskalten Temperaturen und machten die Einfahrt in die spektakuläre Zielstadionkonstruktion für jeden Athleten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Einzig bei den beiden Slaloms waren sie ein wenig zu "patriotisch". Auch auf der Straße zeigten sie sich gesittet. Die Polizei hatte es mit nur wenigen kriminellen Zwischenfällen zu tun. Ab 23.00 Uhr war rund um den Medal Plaza weitgehend Ruhe, nur in den Party-Hochburgen wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. Ein Plus gibt es auch für Sauberkeit: Müllberge blieben trotz der Vielzahl an Gästen aus.

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Verkehrskonzept: Die Anreise zur WM war dank der Erfahrungen aus den Weltcup-Nachtslaloms weitgehend reibungslos. Sogar an Renntagen mit starkem Besucherstrom war Stau die Ausnahme. Mehr als 4.000 Pkw-Stellflächen standen zur Verfügung, mit 3.000 kam man laut Polizei aus. Bei den Bussen reichten 200 der 400 vorbereiteten Parkflächen. Mehr Fans als erwartet nutzten die Anreise mit den verstärkt fahrenden Zügen der ÖBB. Bis Sonntag sollen insgesamt bis zu 370.000 Gäste - hin und retour extra gezählt - mit der Bahn zur WM und auch wieder heim gefahren sein.

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Gastro-Preise: Sowohl in den offiziellen WM-Bereichen, als auch in den Lokalen in Schladming waren die Preise für Essen und Getränke im internationalen Vergleich moderat. Ein Krügerl Bier war in den Fan-Zonen für 4,00 Euro zu haben. Preisaufschläge in der Gastronomie hielten sich in Anbetracht des Preis-Leistungs-Verhältnisses in Grenzen und lagen unter den Preisen der WM-Locations. Lediglich einzelne Hotels hatten ihre Zimmerpreise um mehr als 25 Prozent hinaufgeschraubt.

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ORF-Fernsehbilder: Ob Live oder Super-Zeitlupe - die Bilder des Host-Broadcasters waren eine Sensation. Erstmals waren zudem über die neuen Brillen-Kameras die Technik-Rennen auch aus Läufersicht zu verfolgen. Wie in der Formel 1 wurde teilweise auch der Funk zwischen Betreuern und Läufern "abgehört".

 

 

Flops von Schladming 2013

ÖSV-Herren-Speed-Truppe: Die schnelle Fraktion im österreichischen Team lieferte ausgerechnet "daheim" eine historische Nullnummer ab. Damen und Herren blieben in Super-G und Abfahrt ohne Medaille, ein derartiges Debakel hatte es zuletzt bei der WM 1987 in Crans Montana gegeben.

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ÖSV-Damen-Speed-Truppe: Bei den ÖSV-Ladies waren zwei Jahre nach den Garmisch-Festspielen von Elisabeth Görgl Medaillen außer Reichweite. Andrea Fischbacher war mit den Plätzen acht (Abfahrt) bzw. neun (Super-G) jeweils die "Beste". Insgesamt nur drei Damen-Abfahrtssiege in bald fünf Jahren sollten schön langsam die Alarmglocken klingeln lassen.

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Herren-Abfahrtstraining: Nur ein volles Training über die ganze Distanz für den Königsbewerb war einer WM unwürdig. Das enge Terminkorsett musste als Erklärung herhalten, trotzdem soll bei der WM 2015 das gleiche Programm wieder gefahren werden. Hoffentlich überlegen sich das die Programmgestalter bis dahin noch.

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Damen-Super-G: Das wegen Nebels kleinweise Verschieben des Super-G-Starts im Viertelstundentakt um dreieinhalb Stunden hat viele Rennläuferinnen aus der Konzentration gebracht. Weil sie permanent in Bereitschaft sein mussten, wagten es einige nicht, aus den Skischuhen zu steigen oder kurz in die Hütte zu gehen. Nerven aus Stahl bewies die Slowenin Tina Maze, die zu Gold raste. Österreichs Mitfavoritin Anna Fenninger scheiterte an der Aufgabe und schied aus.

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"Huschi Wuschi mit der Uschi": Die Organisatoren der riesigen "Gösser Fan Arena" machten kein Geheimnis daraus, was das Partyvolk zu erwarten hatte. Die "Themenabende" trugen u.a. die klingenden Namen wie "Zeig der Zilli deinen Willi", "Super Schnitten lassen bitten", "Schnecken Tschecken", "Huschi Wuschi mit der Uschi" oder "Scharfe Kanten, heiße Tanten". Es folgte jedoch ein Sturm der Entrüstung und Gösser distanzierte sich plötzlich von den Slogans und verbannte sie aus Schladming. Der Stimmung in der "Arena" tat dies jedoch keinerlei Abbruch.

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Druck: "Druck ist ein Leistungskiller", hatte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold bereits vor der WM-Eröffnung zu Protokoll gegeben. "Der besondere Druck der Heim-WM" zog sich dann im ÖSV-Lager wie ein roter Faden durch die zwei Wochen. Und zahlreiche rot-weiß-rote Medaillenkandidaten schienen tatsächlich an der riesigen Erwartungshaltung zu zerbrechen. Nur die wenigsten waren dem gewachsen.

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Social Media: Facebook, Twitter, Blogs und Co. waren für den ÖSV in Schladming mehr Fluch als Segen. "Gratuliere Ted!!! Diesen Lauf wäre ich auch gerne gefahren..." - Dieser Facebook-Eintrag von Marcel Hirscher am 6. Februar nach dem WM-Super-G reichte, um in Schladming tagelang für Wirbel zu sorgen. Als sich dieser gelegt hatte, wirbelte ein Eintrag von Hermann Maier in seinem Online-Tagebuch vom 11. Februar nicht weniger Schnee auf. Nach den für Österreich medaillenlosen Speed-Bewerben stellte der "Herminator" in einer WM-Zwischenbilanz Umfeld, Trainer und Funktionäre infrage.

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Eingeschränkte Sicht: Nicht jeder Platz im Stadion versprach freie Sicht auf die Pisten. Zuschauer auf sichteingeschränkten Tribünenplätzen mussten sich mit dem Blick auf die Riesenleinwände begnügen. Wegen Kritik besserten die Organisatoren für das Finalwochenende nach - so es ging. Das galt freilich nicht für die schreibende Presse, die sich auf ihren Plätzen unter der Tribüne ein wenig wie im Kuhstall fühlte, wenig sah und die Stimmung nur stark schallgedämpft erlebte.

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Wetter: Vom ganz großen Wetterglück war die WM nicht verfolgt. Es begann mit Schnee, Regen, Matsch und Nebel, darauf folgte teilweise klirrende Kälte. Echte Sonnentage? Weitgehend Fehlanzeige. Aber immerhin lief es deutlich besser als bei Schladmings erster WM 1982, damals hatte man mit Dauerregen zu kämpfen gehabt.

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Medienscheu: ÖSV-Funktionäre und -Athleten betonten gern, dass sie während der Ski-WM nicht Zeitunglesen oder im Internet zum Thema surfen. Dafür wussten sie aber erstaunlich gut bescheid. Manchmal freilich hätte es nicht geschadet, einen Blick in den Blätterwald zu werfen. Denn nicht immer stand es so geschrieben, wie es dann weitererzählt wurde.

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"Schwarzhändler": Über die Dauer der gesamten WM konnte die Polizei den teilweise aufdringlichen Kartenhändlern rund um den Schladminger Hauptplatz nicht Herr werden. Während sie zu Anfang noch legal verkauften und die Beamten nichts ausrichten konnten, wurden in Woche zwei teilweise sogar Akkreditierungen feilgeboten.

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