Brand komplett gelöscht

Feuer-Inferno in Notre Dame

Brand komplett gelöscht

"Das ganze Feuer ist aus", sagte der Sprecher der Feuerwehr, Gabriel Plus, Dienstagfrüh.

Alle Flammen seien gelöscht, nun müssten Experten das Ausmaß der Schäden prüfen, hieß es weiter. Der Brand war demnach am Montagabend auf dem Dach ausgebrochen und hatte sich rasend schnell auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern ausgebreitet.

Die Brandgefahr sei gebannt, nun müsse man schauen, wie die Struktur des Gebäudes standhalte, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nunez, dem Sender BFM TV. Experten und Architekten wollten in der Früh darüber beraten, wie die Feuerwehr ihre Arbeit fortsetzen kann und ob die Kathedrale stabil ist, so Nunez. Rund hundert Feuerwehrwehrleute seien noch im Einsatz, am Montagabend waren es 400. Bei dem Brand sei ein Feuerwehrmann leicht verletzt worden, sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet. "Wir hatten großes Glück."
 
Das Feuer war am Montagabend in der weltberühmten Kathedrale im Herzen von Paris ausgebrochen. Die Flammen verwüsteten den Sakralbau, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen war am frühen Morgen noch nicht bekannt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Abend erklärt, das Schlimmste sei verhindert worden.
 
 

Sorge um die beiden Türme

Die Feuerwehr war während des Brandes in großer Sorge um die beiden Türme des massiven Baus. Priorität der Arbeiten sei es gewesen, die Struktur der beiden Türme zu schützen, sagte Sprecher Plus.
 
Die Befürchtung sei gewesen, dass die Konstruktion der Türme geschwächt würde und die tonnenschweren Glocken von Notre-Dame abstürzen könnten. Zu Beginn der Löscharbeiten sei es nicht übereilt gewesen, einen Zusammenbruch der Strukturen zu bedenken.
 
Eine große Herausforderung für die Arbeiten sei die Sicherung der Kunstschätze gewesen. Nach dem Einsturz des Spitzturms, der sich im Zentrum des Mittelschiffs befand, seien Leute aus dem Inneren der Kirche zurückgezogen worden. Dort sei dann ein Roboter eingesetzt worden.

Ein verheerendes Feuer hat Montagabend die Pariser Kathedrale Notre-Dame verwüstet. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach ebenso zusammen wie der Dachstuhl. Allerdings dürfte es der Feuerwehr mit einem Großeinsatz gelungen sein, die Baustruktur, insbesondere die beiden Ecktürme, zu retten.

Über Stunden schlugen Flammen lichterloh aus dem Dachstuhl des Wahrzeichens der französischen Hauptstadt, über dem monumentalen Sakralbau war eine riesige Rauchsäule zu sehen. Aus den beiden großen Türmen der Kathedrale drang schwarzer Rauch. Die Feuerwehr äußerte sich am späten Abend aber zuversichtlich, dass die Kathedrale nicht völlig zerstört wird.

Renovierungsarbeiten schuld?

Das Feuer kurz vor Ostern könne mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen, berichtete AFP unter Berufung auf die Feuerwehr weiter. Es sei auf dem Dachboden ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden. Auf dem Dach der Kathedrale war ein Baugerüst angebracht. Die Polizei gehe nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Macron: "Teil von uns brennt"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich betroffen und sagte eine für den Abend geplante wichtige Fernsehansprache kurzfristig ab. "Notre-Dame von Paris den Flammen ausgeliefert. Emotion einer ganzen Nation", teilte der Präsident auf Twitter mit. Wie alle Franzosen sei er an diesem Abend traurig, "diesen Teil von uns brennen zu sehen". Nach Medienberichten traf der Präsident am Abend an der Kathedrale ein.
 
Premierminister Edouard Philippe schrieb auf Twitter: "Unsere Traurigkeit ist unbeschreiblich, aber wir kämpfen immer noch. An diesem Abend kämpfen die Feuerwehrleute heldenhaft gegen das Feuer." Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach von einem "fürchterlichen Brand".

Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Seine-Insel Ile de la Cite, die wegen des Brandes von den Sicherheitskräften abgeriegelt wurde, wie die Stadt Paris auf Twitter mitteilte. Es wurde eine Veranstaltungshalle geöffnet, um Anrainer aufzunehmen. Touristen machten auf den Brücken über den Fluss Seine Fotos von dem Feuer.
 
Macron hatte am Montagabend eigentlich im Fernsehen über die Ergebnisse einer monatelangen Bürgerdebatte sprechen wollte. Einen neuen Termin dafür teilte der Élyséepalast zunächst nicht mit. Der Präsident hatte die "Nationale Debatte" im Jänner als Reaktion auf die Proteste der "Gelbwesten" gestartet - nun wollte er Zugeständnisse präsentieren.
 
Weltweit sorgte der Brand für Entsetzen. Der Vatikan reagierte bestürzt. "Der Heilige Stuhl hat die Nachricht des entsetzlichen Brandes, der die Kathedrale von Notre-Dame, Symbol der Christenheit in Frankreich und der Welt, verwüstet hat, mit Schock und Trauer aufgenommen", erklärte Papst-Sprecher Alessandro Gisotti.

"Notre-Dame gehört der ganzen Menschheit"

"Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa", schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter. "Wir stehen heute alle an der Seite von Paris." EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schrieb: "Notre-Dame gehört der ganzen Menschheit. Welch trauriger Anblick."
 
Die Chefin der UN-Kulturorganisation Unesco, Audrey Azoulay, sagte zu Reportern: "Notre-Dame ist ein Symbol für die ganze Welt." Die Unesco sei schon mit dem Kulturministerium und der Kirche in Kontakt. "Wir brauchen eine sehr schnelle Beurteilung der Schäden." Es müssten rasch "strategisch wichtige Entscheidungen getroffen werden".

Trump bestürzt

Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich bestürzt. Die Kathedrale sei einer der größten Schätze auf der Welt, großartiger als fast jedes Museum auf der Welt. "So schrecklich, das verheerende Feuer an der Notre-Dame-Kathedrale in Paris zu sehen. Vielleicht könnten fliegende Wassertanks eingesetzt werden, um es zu löschen. Es muss schnell gehandelt werden!" Die Reaktion der französischen Fachleute ließ nicht lange auf sich warten: Von einem Flugzeug Wasser auf ein solches Gebäude abzuwerfen, könne zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen, schrieb der Zivilschutz auf Twitter.
 
Die Geschichte der Kathedrale reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Die Dimensionen der im gotischen Stil konstruierten und der Jungfrau Maria geweihten Kirche mit ihren beiden majestätischen Türmen sind gewaltig: Die Kathedrale ist 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch. Mit seinem 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" verewigte Victor Hugo die Kathedrale in der Literatur.
 
Witterung und Luftverschmutzung haben dem Baudenkmal über die Jahre schwer zugesetzt. An vielen Stellen bröckelte zuletzt die Bausubstanz - um Geld für die Sanierung aufzutreiben, war vor einiger Zeit eine Spendenaktion auf den Weg gebracht worden.
 
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