Blamage: Fans wüten nach Pleite

Fehlstart in Quali

Blamage: Fans wüten nach Pleite

Zwei Spiele, zwei Pleiten. Das österreichische Nationalteam ist mit zwei Niederlagen in die EM-Quali gestartet und steht damit bereits unter extrem großen Druck. Vor allem die Fans sind bitter enttäuscht, konnte das Team doch vor allem bei der 2:4-Klatsche in Israel weder defensiv noch offensiv überzeugen und zeigte eine teils blamable Leistung.

Die von Österreichs Rekord-Teamspieler Andreas Herzog betreuten Israelis bejubelten vor 16.180 Zuschauern in Haifa dank eines Triplepacks von Eran Zahavi (34., 45., 55.) und einem Treffer von Salzburg-Stürmer Munas Dabbur (66.) einen unerwarteten Außenseitersieg. Dabei hatte Marko Arnautovic, Österreichs Alleinunterhalter in der Offensive, die Elf von Franco Foda früh in Führung geschossen (8.). Sein zweiter Treffer zum 2:4 sollte nur noch Ergebniskosmetik sein (75.). Österreichs Team steht im nächsten Spiel am 7. Juni in Klagenfurt gegen Slowenien unter Siegzwang.

Teamchef Foda veränderte die Startelf im Vergleich zum Polen-Match an drei Positionen. Andreas Ulmer, Peter Zulj und Xaver Schlager rückten neu in die Mannschaft, dafür saßen Stefan Lainer und Florian Grillitsch auf der Bank. David Alaba war wegen Muskelbeschwerden nicht mitgeflogen. Es sollte die erste Pflichtspielniederlage ohne den Bayern-Star nach zuvor fünf Erfolgen en suite ohne ihn werden. Sie fiel deftig aus.

Blamage trotz perfektem Start

Dabei lief anfangs vieles für Österreich. Arnautovic, auf den im Angriffsspiel wieder alles ausgerichtet war, wurde von der israelischen Hintermannschaft in der 8. Minute sträflich alleine gelassen und schoss nach einer Drehung problemlos zur frühen 1:0-Führung ein. Zulj hatte ideal auf den West-Ham-Legionär durchgesteckt.

Die Nummer 92 der Welt, von Herzog wie beim 1:1 gegen Slowenien im 5-3-2 aufs Feld geschickt, fand schwer ins Spiel. Schlussmann Ariel Harush verflog sich bei einer Lazaro-Hereingabe, ein Abnehmer fand sich nicht (18.). Österreich nahm die sich großzügig bietenden Räume nicht an. Einen Vorstoß von Arnautovic über 30 Meter konnte Israels Hintermannschaft in extremis gerade noch klären (21.).

Mit Fortdauer der Partie agierte Österreich immer inkonsequenter - und wurde in der 34. Minute bestraft: Nach Flanke von Eli Dasa setzte sich Zahavi gegen Martin Hinteregger im Kopfball-Duell durch, ÖFB-Goalie Heinz Lindner war ohne Abwehrchance.

Arnautovic griff sich ab der 26. Minute beizeiten auf den rechten Oberschenkel, blieb aber trotzdem Österreichs Gefährlichster. Er rutschte in Ulmers flache Hereingabe, Harush parierte sensationell (40.). Die Aktion leitete eine rot-weiß-rote Drangphase ein. Ein abgefälschter Flug-Kopfball von Aleksandar Dragovic krachte ans Lattenkreuz (41.), bei einem weiteren Dragovic-Köpfler war Harush noch mit der Hand dran (41.).

Mit Slapstick-Toren zur Führung

Auf der Gegenseite saß auch Israels zweiter Versuch aufs Tor. Nach einem Freistoß von Bibras Natcho schlug Zahavi völlig alleingelassen erneut per Kopf zu (45.). Wie gegen Polen kassierte die Foda-Elf ein Standard-Gegentor.

ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel warf seinem Team in der Halbzeitpause Überheblichkeit vor, sein ehemaliger Wegbegleiter Herzog stand nach dem Seitenwechsel aber wieder mit hochgerissen Händen da. Zahavi hatte aus 25 Metern und nur zögerlichem Attackieren der österreichischen Hintermannschaft sehenswert zum 3:1 getroffen (55.). Zuvor hatte Beram Kayal den dritten gefährlichen Dragovic-Kopfball noch auf der Linie geklärt (48.).

Österreichs Team war endgültig entnervt, Foda brachte Marc Janko und Karim Onisiwo für Xaver Schlager und Maximilian Wöber. Auf die Umstellung auf 4-4-2 folgte die vermeintliche Vorentscheidung. Dabbur schloss einen Konter der im europäischen Vergleich bestenfalls als Mittelklasse einzuordnenden Israelis im Nachsetzen ab, nachdem Lindner den ersten Versuch pariert hatte (66.).

Österreich gab sich noch nicht auf. Arnautovic staubte nach einem Schuss des ansonsten blassen Marcel Sabitzer zum 2:4 ab (75.). Die ÖFB-Equipe bemühte sich um den Anschluss - es blieb beim Versuch.

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