Offizielle Eröffnung

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93. Salzburger Festspiele

Nach der Begrüßung durch Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler sowie Ansprachen von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und von der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Dr. Claudia Schmied, eröffnete Bundespräsident Dr. Heinz Fischer die Salzburger Festspiele 2013. Anschließend folgte die Festrede von José Antonio Abreu.

Diashow 93. Salzburger Festspiele von Fischer eröffnet

93. Salzburger Festspiele: Die Eröffnung

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Rabl-Stadler: Kraft der Kunst zur Veränderung der Gesellschaft

In ihrer Begrüßung erinnerte Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler daran, dass es heuer nicht nur die musikalischen Jahresregenten Verdi und Wagner, sondern auch ein kleines Salzburger Jubiläum zu feiern gelte: Vor 120 Jahren, 1893, kam Max Reinhardt als junger Schauspieler erstmals nach Salzburg und verliebte sich sofort in die Stadt. Hier wollte er seine Festspiele gründen und mithilfe der Kunst gegen Werteverlust und Identitätskrise ankämpfen. Auch der diesjährige Festredner und Gründer von "El Sistema", José Antonio Abreu, glaube im Sinne der Festspielgründer an die Kraft der Kunst zur Veränderung der Gesellschaft zum Besseren.

Die Salzburger Festspiele haben jahrzehntelange Erfahrung darin, so Rabl-Stadler weiter, Künstlerinnen und Künstlern die Rampe zu einer internationalen Karriere zu bauen. In diesem Sinne sollen die Festspiele 2013 für "El Sistema" der Start zu einer Weltkarriere sein.

Haslauer: Träumen für mehr Gerechtigkeit

Landeshauptmann Haslauer ging in seinen Grußworten zunächst auf die beiden Komponisten und Zeitgenossen Giuseppe Verdi und Richard Wagner ein, die ihre 200. Geburtstage feiern und heuer im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele stehen. "Einzigartige Werke aus der von ihnen geschaffenen großartigen Opernliteratur haben Eingang in das Festspielprogramm 2013 gefunden. Erneut wird eine Art Spurensuche dieser in Musik und Geisteshaltung so unterschiedlichen Komponisten und ihrer historischen Bedeutung nicht nur für die Musik und die Oper stattfinden." In den kommenden sechs Wochen gehe es bei den Salzburger Festspielen um Träume, sagte Haslauer und appellierte: "Träumen wir! Hören wir nicht auf, diese Welt besser, gerechter und menschenwürdiger zu machen und sprechen wir über diese Träume, so wie Martin Luther King es in seiner berühmten Rede und dem Satz 'I have a dream' zum Ausdruck gebracht hat." Am Beginn dieser Salzburger Festspiele stand ein großer Traum: "Es war jener von Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt, dass in Salzburg nach dem unendlichen Leiden des ersten Weltkrieges, nach dem Töten und Schlachten ein anderer Geist obwalten möge, jener der Menschlichkeit, des Humanismus, der der Kunst und Intellektualität. Ihr Traum ist wohl Wirklichkeit geworden", so der Landeshauptmann.

Schmied: Kunst hat die Kraft zur Veränderung

Auf die Fähigkeit der Kunst, Menschen und Zeitgeschehen zu verändern, ging Bundesministerin Dr. Claudia Schmied ein: "Salzburg ist eine kleine Stadt im Vergleich zu den Metropolen Europas – das Land Salzburg eine überschaubare Region im Maßstab des Kontinents. Und doch geht von hier eine Strahlkraft aus, vermittelt sich eine Stimmung, die weit über Salzburg, über Österreich hinausreicht als Symbol dafür, was Kunst uns zu geben imstande ist. Diese Festspiele symbolisieren die Kraft der Kunst, sich immer wieder aufs Neue zu erfinden und ihrer Zeit voranzuschreiten."

Gerade in unseren unsicheren Zeiten brauchen wir, so Schmied, eine persönliche Identität, brauchen wir Sinnstiftung, brauchen wir Kunst als gesellschaftlich-soziale Kraft. "Die Initiative El Sistema, der hier in Salzburg in diesem Jahr breiter Raum gegeben wird, steht für die Hoffnung, die Kunst jungen Menschen gibt. Sie ist ein Kontrapunkt zum Mangel an Perspektiven, an dem so viele Jugendliche auch in Europa leiden. Initiativen dieser Art können uns nicht davon befreien, den jungen Menschen Bildung, Arbeit und soziale Sicherheit zu geben, aber sie sind geeignet, neuen Optimismus zu schaffen", sagte die Ministerin.

Fischer: Zukunft des Landes eng mit Zukunft Europas verwoben

"Österreich hat sich zu einem Land des Friedens entwickelt und kann stolz auf die wirtschaftliche Substanz sein. Es ist dies das Ergebnis harter Arbeit und von vielfach außergewöhnlichen Leistungen", betonte Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in seiner Eröffnungsrede. "In der Frage einer gerechten und leistungsgerechten Einkommens- und Vermögensverteilung sind allerdings noch Verbesserungen möglich und wünschenswert. Nicht nur Caritas und Diakonie haben uns immer wieder darauf hingewiesen", so Fischer weiter.

"Aus unserem Wertesystem folgt zwingend der Wunsch nach mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt, nach Rücksichtnahme auf die Schwächeren. Die Kombination von Leistungsfähigkeit und sozialer Verantwortung ist es auch, die zur Stabilität und zum Erfolg unseres Landes wichtige Beiträge geleistet hat und auch in Zukunft leisten wird", sagte Fischer, der für mehr Verständnis für die Notwendigkeit plädierte, das Potenzial Europas durch intensive Zusammenarbeit auszuschöpfen und zu stärken. Politik müsse genauso international sein wie Kunst, und die Außenpolitik sollte nicht mit populistischem Gegenwind zu kämpfen haben, sondern Rückenwind verspüren, wenn sie die Verwirklichung entwicklungspolitischer Ziele anstrebe.

"Die Menschenwürde muss vom Postulat in gesellschaftliche Realität verwandelt werden. Auch in Österreich müssen wir die Sauberkeit von Politik und Gesellschaft sicherstellen und die Rechtsstaatlichkeit gegenüber innerem und äußerem Druck verteidigen", unterstrich Fischer. "Sicher ist, dass die Zukunft unseres Landes eng mit der Zukunft Europas verwoben ist."

Weiters betonte Fischer, dass die Salzburger Festspiele längst zu Europa- und sogar zu Weltfestspielen herangewachsen seien. Sie können ihre Qualität nicht im luftleeren Raum entwickeln, sondern seien in eine Kulturlandschaft, in ein dichtes Kunst- und Kulturgeflecht, eingewoben.

Abreu: Kinder und Jugendliche in ein solidarisches Leben einführen

In seiner Festrede ging Maestro José Antonio Abreu, venezolanischer Komponist, Ökonom, Politiker, Erzieher, Aktivist und Gründer des nationalen Systems der Jugend- und Kinderorchester von Venezuela "El Sistema" auf die Bedeutung künstlerischer Erziehung ein: "Für die jüngeren Generationen erfüllt die Kunst heute mehr denn je eine Aufgabe, die über die rein schöngeistigen Werte hinausgeht. Sie umfasst immer deutlicher andere zentrale Lebensbereiche: angefangen bei der ganzheitlichen humanistischen Bildung der Persönlichkeit bis hin zu einer künstlerisch geförderten gesellschaftlichen Integration von Kindern und Jugendlichen. Die neue musikalische Generation in Lateinamerika demonstriert, wie ein ganzer Kontinent mit seinen Orchestern sowie Jugend- und Kinderchören ein zukunftsträchtiges Modell gefunden hat", so Abreu.

Für das weltweit agierende "Sistema" der Jugend- und Kinderorchester von Venezuela sei nicht die künstlerische Ebene vorrangig, betonte der Festredner. Vielmehr seien die Orchester und Chöre von "El Sistema" das ideale Instrument, um Kinder und Jugendliche in ein gemeinschaftliches und solidarisches Leben einzuführen, das ihre Persönlichkeit herausbildet. "Kürzlich hat das 'Programm der Vereinten Nationen für die Entwicklung der Kinder- und Jugendorchester des Landes' das Projekt als 'eines der zehn erfolgreichsten Programme Venezuelas in der Bekämpfung kritischer Armut' gewürdigt. Durch die tägliche Einbindung von Kindern und Jugendlichen verschiedenster Herkunft in ein Orchester oder einen Chor und durch die Möglichkeit für die weniger Begünstigten, Zugang zur Kunst und zu einer musischen Erziehung zu haben, erfüllt dieses Projekt Tag für Tag seinen Anspruch auf soziale Einbindung und gemeinschaftliche Integration", erklärte Abreu.

In dem Maße, wie Erzieher mit noch leidenschaftlicher Überzeugung an die immensen Möglichkeiten einer Kunst glauben, die Schwelle hin zu einer neuen Welt ist, werde endlich der Teufelskreis der Armut durchbrochen werden können. Hier sei endlich ein engagiertes Konzept, das Erziehung und Kultur nicht getrennt sehe, sondern sie in ihrer geistigen Dimension zusammenbringt, so Abreu.

"Die Demokratisierung eines Bildungssystems, das allen Kindern Zugang zu Literatur und Kunst, zur Philosophie und zum gemeinschaftlichen Leben gewährt, ist unabdingbar, um die zivile Gesellschaft und den Staat tiefgehend zu erneuern", hob Abreu weiters hervor. "Für die intellektuelle und künstlerische Welt stellt dies eine große Herausforderung dar, jedoch eint sie das Ideal, allen Kindern und Jugendlichen eine künstlerische und ästhetische Erziehung ermöglichen zu wollen."

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