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Österreichs Wirtschaftsleistung dürfte deutlich unter den wirtschaftlichen Folgen des Krieges leiden

Der Krieg in der Ukraine und seine Folgen dürften die österreichische Wirtschaft hart treffen. Eine Schnellstudie des liberalen Forschungsinstituts Eco Austria prognostiziert eine merklich höhere Arbeitslosenquote und eine niedrigere Wirtschaftsleistung. Die Ökonominnen und Ökonomen gehen dabei von einem Stopp der Exporte in Richtung Ukraine und Russland sowie einem deutlichen Anstieg der Gaspreise aus.

Sollten die Gaspreise sich in Zukunft so entwickeln, wie es sich derzeit an den Terminmärkten abzeichnet, dürfte die Beschäftigung 2022 und 2023 rund 0,8 beziehungsweise 0,9 Prozent unter dem Niveau liegen, das ohne Ukraine-Krieg zu erwarten wäre. Das entspricht laut Studie rund 40.000 Arbeitsstellen. Die Arbeitslosenquote (nach internationaler Definition) würde in beiden Jahren um rund 0,6 Prozentpunkte höher liegen. Gegenüber einer Welt ohne gestiegene Gaspreise dürfte es einen Verlust an Wirtschaftsleistung in Höhe von 5,5 Mrd. Euro geben, rechnen die Studienautoren vor.

In den Folgejahren würden sich die negativen Auswirkungen des Krieges langsam verringern. In einem zweiten Szenario gehen die Ökonomen hingegen von einer länger anhaltenden Krise aus, mit hohen Energiepreisen bis Ende 2023. In diesem Szenario fallen 2023 gar 60.000 Stellen weg. Die Arbeitslosenquote würde 0,8 Prozentpunkte über den Erwartungen ohne Krieg liegen. Zudem würden 8,1 Mrd. Euro an Wirtschaftsleistung verloren gehen.

Um diesen Negativszenarien entgegenzuwirken sollte besonders den produzierenden Unternehmen geholfen werden, deren Kosten aufgrund der teueren Energie gestiegen sind, sagte die Eco Austria-Leiterin Monika Köppl-Turyna im APA-Gespräch. "Hier muss verhindert werden, dass die Produktion nicht mehr weiterlaufen kann, weil das würde die Inflation weiter verstärken", so die Wirtschaftsforscherin. Ein guter Weg sei eine Reduktion der Energieabgaben, allen voran der Elektrizitätsabgabe. Die für Juli geplante CO2-Steuer sollte hingegen nicht verschoben werden. Die Verringerung der Abgabenlast soll den Lenkungseffekt hin zu sauberen Energiequellen nicht verkleinern, so Köppl-Turyna.

Die Ökonomin plädiert weiters für gezielte Hilfen für einkommensschwache Haushalte auf monatlicher Basis, die laufend auf ihre Notwendigkeit geprüft werden können. Zudem sollten die Abgaben auf Löhne reduziert werden, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dass die Bruttolöhne dafür steigen müssen. Höhere Bruttolöhne könnten nämlich eine Lohn-Preis-Spirale lostreten, so die Befürchtung der Ökonomin.

Mit all diesen Maßnahmen sollte man aber vorsichtig umgehen, warnte Köppl-Turyna. Wenn zu viel weiteres Geld in die Wirtschaft hineingepumpt werde, könne dies die Inflation weiter anheizen.

Quelle: APA