250.000 Salzburger kaufen im Internet

Shopping

250.000 Salzburger kaufen im Internet

Der Anteil der Online-Shopper ist seit 2006 von 31% auf 59% gestiegen und hat sich damit fast verdoppelt. „Das Internet hat unser Informations- und Kommunikationsverhalten vollkommen verändert. Online-Shopping zählt mittlerweile für breite Konsumentengruppen zum alltäglichen Einkaufsverhalten“, resümierte Dr. Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria bei einem Pressegespräch in der WK Salzburg. „82% der Salzburger Konsumenten suchen vor einem Einkauf gezielt im Internet nach Informationen über Einzelhandelswaren, 59% kaufen auch im Internet-Einzelhandel ein. Damit liegt die Informationssuche im Internet über dem Österreich-Durchschnitt, der Anteil der Online-Shopper jedoch darunter“, führte Gittenberger aus.

Im Schnitt lassen sich die Salzburger Online-Shopper ihre Internet-Einkäufe 1.700 € pro Jahr kosten. Die Gesamtausgaben betragen etwa 420 Mill. €. Zum Vergleich: Der stationäre Einzelhandel erzielte im Vorjahr in Salzburg einen Bruttoumsatz von rund 5,3 Mrd. € (inkl. USt.).

Ausländische Online-Händler werden bevorzugt

Die heimischen Händler profitieren nur zum Teil von den steigenden Ausgaben im Internet: 47% der Salzburger geben an, nur oder auch bei ausländischen Anbietern einzukaufen. 40% erledigen ihre Einkäufe im österreichischen Online-Einzelhandel (Mehrfachnennung). „Die Salzburger Online-Shopper legen vor allem Wert auf gute Warenqualität und dann erst auf schnelle Lieferungen und günstige Preise. Im Österreich-Durchschnitt stehen günstige Preise an erster Stelle bei den Erwartungen an gute Online-Händler“, sagte Gittenberger.

Bücher und Kleidung liegen an der Spitze

Salzburgs Konsumenten kaufen im Internet besonders häufig Bücher (24%) und Bekleidung (22%). Dahinter folgen Elektrogeräte (20%) und Sportartikel (15%). Für andere Branchen spielt das World Wide Web dagegen nur eine untergeordnete Rolle: So haben im Vorjahr nur 4% der Salzburger im Internet Lebensmittel bestellt. „Unterschiede zwischen Salzburg und dem Österreich-Durchschnitt zeigen sich vor allem bei den gekauften Einzelhandelswaren im Internet-Einzelhandel, aber auch bei den Erwartungen an ‚gute‘ Internetanbieter. Beim Online-Shopping der Salzburger stehen Bücher an erster Stelle. Im Bundesdurchschnitt wird Bekleidung am häufigsten online gekauft“, erklärte Gittenberger.

9.000 Online-Shops in Österreich

Die österreichischen Einzelhandelsunternehmen haben auf das boomende Geschäft im Internet reagiert: 22% betreiben bereits einen Webshop. Die rund 9.000 heimischen Online-Shops erzielten 2017 einen Umsatz von 3,2 Mrd. € (brutto, inkl. Ust.). „Die Verbindung zwischen on- und offline ist für die Betriebe wichtig. Speziell die jüngeren Konsumenten sprechen darauf an“, betont Johann Peter Höflmaier, Geschäftsführer der Sparte Handel der WK Salzburg. „Auf der anderen Seite darf man aber nicht auf die Bewusstseinsbildung vergessen. Die Kunden können mit ihrem Kaufverhalten die regionale Wirtschaft stärken. Sie entscheiden darüber, wie viele Ausbildungs- und Arbeitsplätze es in Zukunft vor Ort geben wird. Hier gilt der Satz: Wer weiter denkt, kauft näher ein“, meint Höflmaier. 

Die Forderung der Wirtschaftskammer nach fairen Wettbewerbsbedingungen für den österreichischen, stationären und Online-Handel gegenüber der ausländischen Konkurrenz sei berechtigter denn je. „Es geht um Zollfreigrenzen, Umsatzsteuerzahlungen und vieles mehr“, führt Höflmaier aus.

Neuer Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau

Um der zunehmenden Bedeutung des Online-Handels Rechnung zu tragen, haben die Sozialpartner den Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau ins Leben gerufen. Er wird die bisherigen Weiterbildungsangebote im Bereich Online-Vertrieb ergänzen. Den Lehrlingen sollen
unter anderem folgende Qualifikationen vermittelt werden:

Ø  Umgang mit Shop-Management-Systemen

 

Ø  Präsentation von Waren im Online-Shop

 

Ø  Erstellung von Newslettern unter Beachtung der rechtlichen
Rahmenbedingungen

Die WK Salzburg setzt sich für einen Start des neuen Lehrberufs im kommenden Herbst ein. „Die Betriebe stehen Gewehr bei Fuß. Was noch fehlt, ist eine entsprechende Verordnung auf Bundesebene. Diese muss so rasch wie möglich erfolgen“, betont Dipl.-Bw. Michael
Moser, Obmann des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels der WK Salzburg.

Attraktivität des Handels steigt

Der Handel werde durch den neuen Lehrberuf zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber.  „Ein Absolvent dieser modernen und zukunftssicheren Ausbildung kann nicht nur Online-Shops aufbauen und betreuen. Er kann auch Web-Analysen zum Kaufverhalten des Kunden durchführen sowie Schlüsse zur Optimierung der Kundenorientierung und zur Abgrenzung gegenüber dem Wettbewerb ziehen. E-Commerce-Kaufleute arbeiten zudem mit Statistiken, pflegen Datenbanken und führen Berechnungen durch. Bei dieser vielfältigen Tätigkeit wird sicher keinem langweilig“, sagt Moser.

Quelle: Wirtschaftskammer Salzburg

Diesen Artikel teilen:
Jetzt spielt TOMMY LJUNGBERG CALL IT A DAY
Nächster Song SIMON GRIBBE / DOMINO

Fotoalbum 1 / 28