Pilztourismus im Lungau

Italiener im Urlaub

Pilztourismus im Lungau

"Sie kommen zurück vom Schwammerlbrocken, legen fünf bis sechs Kilo pro Person auf Zeitungen auf, um sie zu trocknen. Dann fahren sie in der Nacht nach Italien, um sie teuer zu verkaufen", sagt Annette Rainer, Betreiberin eines Gästehauses in Pichl (Mariapfarr). Viele Lungauer teilen ihre Sorgen, besonders da es heuer aufgrund der Trockenheit nur wenige Pilze zu finden gibt. Doch steckt hinter solchen Vorfällen wirklich System?

Ein italienischer Stammgast aus Udine, zum 30. Mal im Lungau zu Besuch, erzählt: "Wir halten uns an die Limits, mehr finden wir ohnehin nicht. Aber wir sind eine elfköpfige Familie, da kommt schon einiges zusammen." Seit einigen Jahren gibt es im Bundesland Salzburg eine Obergrenze: Zwei Kilo Pilze pro Person pro Tag. Ob diese tatsächlich eingehalten wird, lässt sich schwer überprüfen. Die meisten befragten italienischen Gäste beteuern, sich daran zu halten. Manche wussten allerdings gar nichts von den Limits.

"Natürlich sammeln die Italiener Pilze, wie die Deutschen und Österreicher auch. Kommerzielles Sammeln gibt es zum Glück nur in Kärnten und bei uns nicht", sagt Barbara Miedl, Betreiberin des Restaurants und Gästehauses Häuserl im Wald. "Die Italiener sind gute Gäste und halten sich an die Limits. Im Winter machen sie dann Schwammerlrisotto und träumen vom Urlaub im Lungau. Das dürfen wir uns nicht verscherzen!" Im August machen die italienischen Urlauber bis zu 30% der Urlauber im Häuserl im Wald aus, wie viele Restaurantbetreiber setzt es auf italienischsprachige Speisekarten und Personal.

Aus Sorge, an der Stimme erkannt zu werden, verweigerten viele Gästehausbetreiber ein anonymes Radiointerview. Kommerzielles Sammeln gebe es "beizeiten", man wolle aber die Privatsphäre der Gäste schützen. Das Thema bleibt im Lungau also kochend heiß.

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