14. Juni 2013 15:04
Achtung rutschig
Fahren bei widrigen Verhältnissen
Der Sommer bringt wieder einmal einige heftige Gewitter mit sich. Für Autofahrer kein Fahrvergnügen.
Fahren bei widrigen Verhältnissen
© oe24

Sturmböen, Regen und Hagel sind keine Freunde des Autofahrers. Was es zu beachten gibt, wenn das Unwetter über die Straßen hereinbricht:

Bei starkem Wind

Geschwindigkeit verringern, Abstand vergrößern, Lenkrad festhalten! Und besondere Vorsicht, wenn man aus einem Tunnel oder windgeschütztem Bereich wieder ins Freie fährt. Die Kraft des Windes wird unterschätzt: Versuche haben ergeben, dass ein normaler Pkw bei einer Seitenwindgeschwindigkeit von 72 km/h und Tempo 100 um etwa einen Meter seitlich versetzt werden kann. Bei Tempo 140 können es bereits bis zu vier Meter sein!

Bei starkem Regen

Langsam auf Sicht weiterfahren, Abstand stark vergrößern, das eigene Fahrzeug sichtbarer machen (Nebelschlussleuchte!). Bernhard Lautner, Verkehrssicherheits-Experte der ASFINAG: „Bei einer herannahenden Gewitterfront ist es aber sicher am besten, wenn man rechtzeitig einen unserer Rastplätze oder eine Raststation aufsucht und dort abwartet. Der Zeitverlust wird durch die Stress-Ersparnis sicher aufgewogen.“  

Bei Hagel

Auch hier gilt natürlich die Devise „langsam weiterfahren und den Abstand vergrößern“. Auf Autobahnen im Tunnel oder unter Brücken zu halten, ist in der Regel nicht gestattet, sondern nur bei extremen Ausnahmesituationen wenn man sozusagen „um Leib und Leben“ (und nicht nur um den Autolack) fürchten muss. Doch hier ist größte Vorsicht geboten: Nachkommende Lenker können nicht unbedingt damit rechnen, dass sich im Tunnel stehende Fahrzeuge befinden – die Gefahr eines Unfalles mit schwerwiegenden Folgen ist somit sehr hoch! Bedenken sollte man dabei auch, dass sich beim Tunnelausgang bereits eine gänzlich andere Wettersituation zeigen kann, der Hagel also längst vorbei sein könnte.

Bei einem Gewitter

Langsamer und konzentriert weiterfahren. Sich auf Blitze gedanklich „vorbereiten“, um dann das Fahrzeug nicht im Schreck zu verreißen – die Fenster geschlossen halten und keinesfalls aussteigen.

Bremswegbeispiel (abhängig von guten Fahrzeug- und Lenkerbedingungen):

130 km/h:  Bremsweg bei trockener Fahrbahn: 109 Meter

130 km/h:  Anhalteweg bei trockener Fahrbahn: Minimum 169 Meter

130 km/h:  Bremsweg bei nasser Fahrbahn: 217 Meter

130 km/h: Anhalteweg bei nasser Fahrbahn: Minimum 277 Meter

Der Anhalteweg umfasst den gesamten Bremsvorgang vom Erkennen des Hindernisses, bis zum Stillstand des Kfz. Diese Werte gelten freilich nur, wenn beispielsweise die Bremsen des Fahrzeuges intakt und die Stoßdämpfer in Ordnung sind, der Reifendruck passt und keine Überladung des Fahrzeuges gegeben ist. Eine weitere Voraussetzung ist eine reaktionsschnelle Vollbremsung.