Wind verbläst Skifliegen am Kulm

Wetter-Chaos

Wind verbläst Skifliegen am Kulm

Für die nur 5.000 Zuschauer, die am Sonntag zum zweiten Weltcup-Skifliegen auf dem Kulm gekommen waren, hat sich die Anreise diesmal nicht ausgezahlt. Nachdem schon die Qualifikation zu Mittag abgesagt werden musste, hat starker Wind auch die Austragung des Bewerbs trotz mehrmaliger Verschiebungen am Nachmittag nicht mehr zugelassen.

Während die Veranstalter mit einer Ausfallversicherung abgedeckt sind, müssen sich die Zuschauer mit einem Gutschein für eine Folgeveranstaltung auf dem Kulm in zwei Jahren begnügen.

Nach dem Ausfall der Qualifikation wären für den ersten Durchgang ja alle 57 Athleten (anstelle von normal nur 40) startberechtigt gewesen. "Wir mussten jetzt schon eine Entscheidung treffen, denn es wäre sonst schon zu spät geworden", erklärte FIS-Renndirektor Walter Hofer schon vor 15.00 Uhr. Schließlich verfügt der größte Naturbakken der Welt über keine Flutlichtanlage.

Wer darf zu Olympia?

Für ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin geht damit die Suche nach dem fünften Mann für die Skiflug-WM nicht in Bad Mitterndorf weiter. Der Kärntner legte sich allerdings fest, dass seine Wahl neben Stefan Kraft, Michael Hayböck, Manuel Poppinger und Clemens Aigner nicht auf Gregor Schlierenzauer fallen wird. "Gregor ist in Bischofshofen sehr gut gesprungen und ist mit einer gewissen Erwartungshaltung hierhergekommen. Das Skifliegen hat ihm die Grenzen aufgezeigt, speziell beim Skifliegen musst du viel mehr mit der Luft spielen, um die richtige Dynamik reinzukriegen."

Die Norweger hätten dies perfekt vorgezeigt, während Schlierenzauer "wieder ein bisserl einen Knacks" hinnehmen habe müssen. "Nichtsdestotrotz wissen wir, was Gregor auf einer 120-m-Schanze leisten kann, das hat er vor einigen Tagen gezeigt." Im Poker um einen Platz bei den Olympischen Spielen ist Schlierenzauer aber weiter gut im Rennen. Kuttin wird seinen Vorschlag aber erst nach der Skiflug-WM in Oberstdorf an das ÖOC weitergeben. Allgemein darf aber bei normalem Verlauf mit Schlierenzauer in Pyeongchang gerechnet werden.

Kuttins Kulm-Resümee: "Es waren zwei super Tage von drei, es waren zweimal perfekte Bedingungen. Die Schanze und die Veranstaltung war perfekt vorbereitet. Für uns ging es sportlich in die Richtung, in die wir wollen, nämlich dass wir kompakter werden und nach vorne marschieren." Besonders gefreut hat ihn der siebente Platz Aigners, der den Polizeischüler auch ins Skiflug-WM-Team katapultiert hat. "Jetzt hat er es endlich im Wettkampf so gezeigt wie er es kann. Und er zeigt den anderen, dass es mit gewisser Coolness und Leichtigkeit möglich ist, ganz nach vorne zu springen."

Den fünften Mann für die am Donnerstag mit der Qualifikation (16.00 Uhr) beginnenden Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf möchte Kuttin in den nächsten Tagen entscheiden, ein heißer Kandidat ist wohl Manuel Fettner, der den Kulm ausgelassen hat.

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