Walkner in Saudi-Arabien um Sieg

"Dakar" betritt Neuland

Walkner in Saudi-Arabien um Sieg

Die Rallye Dakar hat nach Afrika und Südamerika einen neuen Schauplatz bekommen. Für Matthias Walkner, den Gewinner von 2018 und Zweiten 2019, wird die 41. Auflage des Extrembewerbs in Saudi-Arabien wie für die übrigen Teilnehmer zu einer Fahrt ins Ungewisse. Für Heinz Kinigadner ist der Salzburger Walkner ein "starker Sieganwärter".

"Keiner konnte trainieren, es herrschen für alle gleiche Bedingungen und es wartet eine richtig tiefe Wüste", erklärte KTM-Teammanager Kinigadner am Mittwoch in Wien. Walkner ist einer von drei Werkspiloten des oberösterreichischen Herstellers, seine KTM-Teampartner sind Titelverteidiger Toby Price (AUS) und Sam Sunderland (GBR). "Alle fragen sich, 'was erwartet uns'. Es wird eine enorm zähe Dakar, die Saudis wollen alle Facetten ihres Landes zeigen", sagte der 33-Jährige.

Die Teilnehmer bekommen die - nicht immer exakte - Streckenbeschreibung jeweils erst kurz vor den insgesamt zwölf Etappen, die Navigation spielt im unbekannten Terrain daher eine entscheidende Rolle. Von den fast 8.000 Kilometern werden rund 5.100 als Sonderprüfungen bestritten. Bekannt ist nur der Verlauf der Etappen. Vom Startort Jeddah geht es zunächst entlang der Küste des Roten Meeres nach Norden, dann in die Berge und "Mitte der Rallye in die richtig schwere Wüste mit Dünen", sagte Walkner vor seiner sechsten Dakar-Teilnahme.

Von einem Sturz bei der jüngsten Auflage im heurigen Jänner hat er einen Knorpelschaden im Sprunggelenk davongetragen, der ihn immer noch behindert. "Aber ich merke es überall mehr als auf dem Motorrad, ich bin körperlich auf einem ziemlich hohen Level", versicherte Walkner. Nach der Motorrad-Zwangsabstinenz von rund sechs Monaten als Folge des Knöchelbruchs hat er zuletzt versucht, etwas aufzuholen und absolvierte lange Trainingseinheiten. Der Abschlusstest in Marokko sei "nach Plan" verlaufen.

"Seit meiner ersten Dakar war die Vorfreude nicht mehr so groß wie diesmal", betonte Walkner. "Ich weiß nicht, wie ich in das Rennen reingehen soll, umso spannender wird es." Es warten jedenfalls lange, anstrengende Tage, sieben Sonderprüfungen sind mehr als 400 Kilometer lang, die längste Etappe führt über insgesamt mehr als 800 Kilometer. "Nach drei Stunden merkt man, wie die Performance und die Konzentration nachlässt. Nach sechs Stunden kann man die Infos vom Roadbook oft nicht mehr richtig wahrnehmen", schilderte Walkner seine Erfahrungen von früheren Wüstenrallys. "In den Dünen ist die Navigation keine Gaudi, wegen der hochstehenden Sonne nimmt man kleine Dünen nicht mehr wahr, wegen dem fehlenden Kontrast wird einem schlecht, viele Fahrer müssen sich übergeben." Stürze sind an der Tagesordnung, oft sind es bis zu fünf pro Etappe.

Walkner glaubt, dass sieben bis acht Fahrer für den Sieg infrage kommen. Für Kinigadner ist Honda der härteste Rivale auf dem Weg zum angepeilten 19. Motorrad-Sieg des KTM-Teams. Das zum KTM-Konzern zählende Husqvarna-Team stellt zwei Piloten. "Ich traue mir nicht zu sagen, wer gewinnen wird, aber unsere drei stelle ich ganz vorne hin", erklärte Ex-Motocross-Weltmeister Kinigadner.

Einen Umstieg in ein Auto bei der Dakar kann sich Walkner erst in der ferneren Zukunft vorstellen. Als er gesehen habe, wie Piloten auf vier Rädern die Abrisskante einer Düne übersehen hätten und nach freiem Fall fünf Meter tiefer gelandet seien, habe das den Reiz reduziert. "Aber wenn ich vor mich hinträume, 2023 (Marcel) Hirscher und ich in einem Auto, das wäre was", erklärte der Kuchler. Er ist mit dem Ex-Skistar gut befreundet.

Heuer versucht sich Ex-Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso bei der Dakar in einem neuen Metier. Er hat in Marc Coma einen sehr guten (Motorrad)-Navigator zur Seite. "Ich bin gespannt, wie er sich anstellt", sagte Walkner. "Denn auch Sebastien Loeb, einer der besten Rallye-Piloten, hat drei bis vier Jahre gebraucht."

Als Privatfahrer ist der ehemalige Snowboard-Olympiateilnehmer Martin Freinademetz nach 2010 erneut mit einer KTM am Start. Der Tiroler engagiert sich im Enduro-Sport, Extrem-Rallys stellen aber andere Anforderungen. "Seit 2010 hat sich einiges geändert, das Roadbook wird eine große Herausforderung", erklärte Freinademetz. Die Vorfreude ist auch bei ihm groß. "Die Wüste macht mehr Spaß, Dünen haben etwas mit Snowboarden zu tun."

 

Quelle: APA

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