Ticket am Handy soll kommen

Skisaison

Ticket am Handy soll kommen

Die Salzburger Seilbahnwirtschaft investiert jedes Jahr hohe Summen in neue Liftanlagen, Beschneiungstechnik, Pistengeräte und Digitalisierung. Laut Fachgruppenobfrau Veronika Scheffer werden auch in diesem Jahr wieder mehr als 150 Mill. € investiert. Verglichen mit den Vorjahren ist das eine kleine Verschnaufpause, erläutert Scheffer. Schon jetzt zeichne sich ab, dass 2020 wieder ein ganz starkes Investitionsjahr sein wird. „Die Seilbahnwirtschaft in Salzburg ist besonders Innergebirg ein wesentlicher Wirtschafts- und Innovationsmotor. Kein anderer Wirtschaftszweig steckt ähnlich hohe Anteile am Umsatz in Erneuerungen wie die Seilbahnen“, so Veronika Scheffer.

Salzburg habe sich international einen exzellenten Ruf als Wintersportdestination geschaffen. „Indem wir in unsere Seilbahnanlagen investieren, stellen wir ein konstant hohes Niveau an Komfort, Sicherheit und kurzen Wartezeiten für unsere Gäste sicher. Zudem sind moderne Anlagen, aber auch Pistengeräte und Schneeerzeuger weniger wartungsintensiv und viel energieeffizienter als Alte. Innovationen setzen wir vermehrt auch im Bereich Infrastruktur: In den Talstationen werden Skidepots und Servicestationen errichtet, die Energieeffizienz wird unter anderem durch Betonkernaktivierung und Photovoltaikanlagen verbessert und vieles mehr,“ erläutert die Spartenobfrau.

Seilbahnwirtschaft braucht intelligente Buchungsplattform

Der Trend zur Digitalisierung umfasst alle Gebiete der Seilbahnwirtschaft, einen Schwerpunkt legt man jedoch auf das digitale Gästeangebot: Dieses reicht vom Marketing, Online und Social Media sowie Apps über kundenfreundliches Ticketing bis hin zu digital nutzbaren Angeboten vor Ort. Skitickets müssen auch schon von zuhause aus online bestellt werden können und mittels QR-Code an neuen Ticket-Points direkt an den Talstationen abgeholt werden, ganz ohne Wartezeit an der Kassa. Das Ticket am Handy wird in naher Zukunft kommen. Kabinen und Liftstationen bieten WLAN, auf Websites assistieren Chatbots bei der Planung des Skitages. Veronika Scheffer plädiert für mehr: „Wir wollen ein umfassendes Angebot für unsere Gäste anbieten. Es muss möglich sein, einfach und mit wenigen Klicks alle vor Ort gewünschten Leistungen online buchen zu können: Liftkarte, Hotelzimmer, Sportausrüstung, Skikurs, den Tisch im Restaurant und Zusatzangebote wie Wellness oder Spas.“ Die Seilbahnunternehmen sollten hier die Federführung übernehmen und starke Allianzen bilden, um eine intelligente Buchungsplattform zu schaffen, die ein Rundum-Zufrieden-Angebot für unsere Gäste bereitstellen kann.“

Auch im Bereich der Pistenpräparierung und Beschneiung hat die digitale Vernetzung nachhaltige Verbesserungen gebracht: Pistengeräte sind zum Beispiel mit Schneehöhenmessung ausgestattet, die in Echtzeit die gemessenen Werte ins System übertragen. Beschneiungsanlagen können zielgerichtet gesteuert werden. Der Digitalisierungstrend stößt zudem bei jungen Menschen auf großes Interesse und trägt dazu bei, den Arbeitsplatz attraktiver zu machen.

Ausbildung zum Seilbahntechniker sehr beliebt

Seit 2009 gibt es in der Landesberufsschule Hallein den Lehrberuf Seilbahntechnik, den bis heute mehr als 550 Personen abgeschlossen haben. „Allein im beginnenden Ausbildungsjahr starten zwei Klassen mit 44 Lehrlingen“, freut sich Veronika Scheffer. Heutige Seilbahnanlagen sind komplexe, hochtechnische Anlagen, die aus Sicherheitsgründen nur von qualifiziertem Personal bedient und gewartet werden müssen. Die Fachgruppen-Obfrau weiß, was den Beruf so attraktiv macht: „Seilbahntechniker sind Spezialisten im Bereich Seilbahn- und Elektrotechnik, aber auch der Bereich Umwelt und Natur spielt eine große Rolle. „Es ist eines der abwechslungsreichsten Berufsbilder“, so Scheffer. Zudem ist man auch in der Beratung und Betreuung der Gäste tätig.“ In vier Jahren kann der Doppelberuf Seilbahntechniker und Elektrotechniker erlernt werden. Aktuell machen von diesem Angebot 21 Lehrlinge Gebrauch. Nach dieser Ausbildung stehen alle Karrierewege bis zum Betriebsleiter offen.

Boom beim Sommer-Tourismus

Die Entwicklung in den Sommermonaten war ausgezeichnet. Bedingt durch die heißer werdenden Sommer und den zunehmenden Wunsch nach Erlebnissen in der Natur entscheiden sich Gäste immer öfter für einen Urlaub in den Bergen. Das vorausblickende Marketing, wirkungsvolle Themensetzungen und erfolgreiche Inszenierungskonzepte für den Bergsommer zeigen Erfolg auf ganzer Linie. Spartenobmann-Stv. Dr. Erich Egger analysiert: „Mit dem Sommerbetrieb eröffnen sich für die Bergbahnen und die Regionen touristisch ganz neue Dimensionen: Die Bergbahnen können zwei Saisonen bedienen und die hochwertige Infrastruktur effizienter nutzen. Wir können unseren Mitarbeitern vermehrt attraktive Ganzjahresjobs bieten und dadurch wertvolles Know-how für unsere Unternehmen sichern.“

Die starke Zunahme der Gästezahlen auf Salzburgs Bergen trägt dazu bei, dass sich speziell in den Bergbahnregionen eine positive Auswirkung auf alle touristischen Bereiche ergibt. „Im Durchschnitt bleiben die Gäste laut jüngsten Statistikveröffentlichungen des Landes 3,5 Tage. Die meisten Urlauber kommen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und arabischen Ländern. Urlaub in den Bergen ist so attraktiv wie nie zuvor und macht es für die Bergbahn-Regionen nötig, die Konzepte für den Sommertourismus fortschrittlich weiterzuentwickeln“, erläutert Egger.

Sinnvolle Verbindungen zwischen den Skigebieten

Zustimmung findet in der Seilbahnwirtschaft die Herstellung von sinnvollen Verbindungen zwischen starken Destinationen. „Wir haben das frühere Kirchturmdenken endlich überwunden“, freut sich der Chef der Schmittenhöhebahn AG, Dr. Egger. Die Schmittenhöhebahn rückt mit der Eröffnung einer neuen Bahn ins Glemmtal dem Zusammenschluss mit dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm Leogang Fieberbrunn wieder einen Schritt näher. Die Erschließung des Kitzsteinhorns von Kaprun aus ist hier besonders zu erwähnen. Die Verbindung des Skigebietes Hochkönig mit dem Skigebiet am Natrun in Maria Alm hat gezeigt, wie wichtig sinnvolle Verbindungen für den Gast sind. Die nächsten Verbindungen zwischen bestehenden Skigebieten sind im Pongau im kommenden Jahr angedacht. „Wir spielen damit international weiter in der ersten Liga. Denn wir wissen, dass bei der Auswahl des Urlaubsziels die Größe und ebenso die Modernität der Anlagen für den Gast wesentliche Entscheidungskriterien darstellen.“  Ungeachtet des Trends zu immer größeren Destinationen haben kleinere Skigebiete in Nischenmärkten eine gute Chance. Sie spielen insbesondere für den Skinachwuchs und Familien mit Kindern eine wichtige Rolle. 

Sensibilität statt „Gästebashing“

In diesem Zusammenhang appelliert er für mehr Sensibilität in der Diskussion um den sogenannten „Overtourism“: „Wir in den Gebirgsgauen haben noch Bedarf an neuen Betten und zusätzlichen Hotels, an qualitätsvollem Wachstum und ebenso einer Stärkung der auslastungsschwächeren Zeiten. Wir wollen nicht, dass unseren Gästen glauben, dass sie nicht willkommen sind und sehen auch keine Grenze bei 30 Mill. Übernachtungen jährlich. Wenn die Stadt Salzburg hier bremsen will, dann ist das ihr legitimes Recht. Aber es darf nicht passieren, dass der mediale Diskurs eine Negativspirale auslöst. Wir freuen uns über jeden Bus und jeden Gast, der zu uns kommt.“ Die Seilbahnen sind auf den Gästemix aus individuellen Tagesgästen, Busgruppen und Urlaubern, die mehrere Tage bleiben, angewiesen.

Leben von und mit der Natur

Die Seilbahnwirtschaft ist auch aus Umweltschutzgründen sehr innovationsfreudig. Veronika Scheffer führt dazu aus: „Umweltschutz ist uns Seilbahnern seit jeher ein Anliegen, weil wir unseren Gästen eine intakte Natur bieten wollen und müssen. Deshalb geben wir sehr viel Geld dafür aus. Auch für Leistungen, die sich weit über unsere Unternehmen hinaus positiv auswirken, wie etwa Lawinenverbauung , Grünlandpflege oder im Falle der Schmittenhöhebahn ökologisches Pistenmanagement.“ Der Fachfrau ist es ein Anliegen, dass die Bemühungen, erneuerbare Energien einzusetzen, weiter forciert werden: „Es gibt schon jetzt viele Projekte, die mit Betonkernaktivierung Heizkosten sparen, auf neuen Seilbahnstationen werden häufig auch gleich Photovoltaikanlagen errichtet und die modernen Beschneiungsanlagen nutzen die Fließgeschwindigkeit des Wassers vom Berg ins Tal, um Strom zu erzeugen. Aber hier geht noch mehr und wir werden das auch nutzen.“

Die größten Einzelinvestionen der Salzburger Seilbahnen:

Ski Amadé: 70 Mill. € Investitionssumme

Hochkönig: Fertigstellung der Gabühelbahn bei Mühlbach/Dienten – 10-er Kabinenbahn mit einer Förderkapazität von 2.400 Personen pro Stunde

Gletscherbahnen Kaprun: 20,8 Mill. € Investitionen

Bergbahn Lofer GmbH: 23,3 Mill. € Investitionen

Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn: 19,6 Mill. € Investitionen

Schmittenhöhebahn AG: 26,2 Mill. € Investitionssumme

 

Quelle: WKS

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