„Sind wir schon in Italien“?

Was so alles im Stau passiert

„Sind wir schon in Italien“?

Wenn die Reisewelle rollt, sind die Stau-Berater des ÖAMTC auf ihrem gelben Motorrad unterwegs und damit im Stau schneller und wendiger als mit einem Pkw. So können Fahrzeuge mit einer Panne rasch erreicht und somit die Panne auch schneller behoben werden. Den mit 40 Kilometern längsten Stau vor dem Tauerntunnel gab es übrigens am 2. August 2008 in Richtung Süden. Bereits ab Mitternacht wurde der Verkehr blockweise abgefertigt – die Anfahrtszeit betrug bis zu sechs Stunden. Das kann jetzt nicht mehr passieren: Seit Sommer 2011 ist der Tauerntunnel durch zwei Tunnelröhren befahrbar.

Dennoch muss man im Urlauberreiseverkehr nach wie vor bei Baustellen oder nach Unfällen mit langen Staus rechnen. Dann stehen die „Gelben Engel“  den Reisenden mit Rat und Tat zur Seite. Ob Informationen über die Wartezeiten und mögliche Ausweichstrecken, Mal- und Spielsachen für Kinder oder Wasser für Mensch und Hund - all das wird gerne an die Wartenden im Stau verteilt. Dabei kommt es immer wieder auch zu kuriosen Begebenheiten:

Sind wir schon in Italien?

Mehrfach mussten Lenker, die im Stau am Steuer eingeschlafen waren, geweckt werden, damit sie nicht die Fahrbahn blockieren. Bei einem dieser Einsätze bemerkte der ÖAMTC-Stau-Berater ein Wohnwagengespann, das sich im Gegensatz zu den anderen Fahrzeugen nicht in Bewegung setzte und den ersten Fahrstreifen blockierte. „Ich warf einen Blick in den Pkw, doch dieser war leer. Daraufhin habe ich an die Wohnwagentür geklopft und sie geöffnet. Im Wohnwagen schlief die ganze Familie aus Deutschland - die Eltern und ihre zwei Kinder - friedlich. Als ich sie aufgeweckt hatte, fragte der Vater recht verschlafen: "Sind wir schon in Italien?", erzählt schmunzelnd Stauberater Herbert Thaler.

Familienzusammenführung

Ein anderes Mal verpasste eine Frau die Weiterfahrt. Während der Mann im Auto sitzen geblieben war, nutzte die Ehefrau die Wartezeit, um den Hund Gassi zu führen. Als sich die Kolonne wieder in Bewegung setzte, ging alles sehr schnell. Der Hund schaffte es noch in den Wohnwagen-Anhänger, dass der Frau dies nicht gelang, fiel offenbar nicht auf. ÖAMTC-Stau-Berater Thomas Ritzinger entdeckte die Frau, die völlig verzweifelt am Pannenstreifen stand. „Ich habe die Dame aus Holland kurzerhand auf meinen Sozius gesetzt und bin langsam an der Fahrzeugkolonne entlang gerollt“, berichtet Hollitscher. Schon nach kurzer Zeit konnte das richtige Fahrzeug ausfindig gemacht werden und der Familienzusammenführung stand nichts mehr im Wege. Ehemann und Tochter hatten noch gar nicht registriert, dass die Familie nicht vollständig im Wagen war.

Ein weiterer Einsatz betraf ein 4-jähriges Mädchen, das am Pannenstreifen herumirrte und glücklicherweise vom Stau-Berater entdeckt wurde. Nach kurzer Suche konnte er die Eltern ausfindig machen. Diese hatten erst bemerkt, dass ihre Tochter nicht mehr da war, nachdem Sie bereits zwei Kilometer weitergerollt waren.

Rollender Swimmingpool

Nicht schlecht staunte Stauberater Ritzinger, als am Dach eines Fahrzeugs ein Schlauchboot mit 2 Badenden entdeckte. Die Deutschen hatten Ihr Boot an der Raststation mit Wasser aufgefüllt und verschafften sich so in der glühenden Hitze Abkühlung.

Einmal musste in Zusammenarbeit mit der Pannenhilfe des Clubs eine Autoreparatur in eine Werkstatt verlegt werden. Ein Autofahrer, dem im Stau die Kupplung eingegangen war, baute diese kurzerhand aus. Stau-Berater und Abschleppfahrer des ÖAMTC luden Auto, ausgebaute Teile und Lenker ein und brachten ihn zur nächsten Werkstatt.

Geburtstagsparty auf der Tauernautobahn

Eine holländische Familie saß im Stau fest und wollte auf die Geburtstagsfeier ihrer kleinen Tochter, die eigentlich im Urlaubsquartier in Italien stattfinden sollte, nicht verzichten. So wurde die Party spontan auf die Autobahn verlegt, wo man kurzerhand die mitgebrachte Geburtstagstorte auf der Motorhaube servierte und die Geschenke auspackte. Schnurspringen, Federball spielen, Picknicken, Kartenspielen, ja sogar Grillen gehört zu den Dingen, die von den ÖAMTC-Stau-Beratern schon beobachtet wurden. „Einmal haben einige Staugeplagte sogar ihre Angelruten ausgepackt und ihr Glück in einem Teich neben der Autobahn versucht“, erinnert sich Herbert Thaler.

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