Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Salzburg. Zur brutalen Bluttat an der Modeverkäuferin mit dem Model-Gesicht und dem Faible für Gangsta-Rap kam es am Samstagabend kurz vor 21.30 Uhr in einem Mehrparteienhaus in der eher schicken Wohngegend namens Einödsiedlung in Zell am See. Im Zuge der bereits umfangreichen Erhebungen konnte jetzt eine mögliche Täterbeschreibung eruiert werden. Laut einer Pressemeldung der Polizei Salzburg handelt es sich um eine jüngere männliche Person, schlanke Statur, zirka 170 cm groß, dunkel bekleidet mit einer Kapuze über den Kopf.

Unbenannt-3.jpg © Privat Bildhübsche junge Frau aus Zell am See.

Unbenannt-2.jpg © Privat Viele Selfies. Im Internet auf mehreren Profilen.

Unbenannt-1.jpg © Privat Die 20-Jährige war Modeverkäuferin. 

Der Täter hatte der 20-Jährigen, die soeben nach Hause kam, im Stiegenhaus aufgelauert. Als sich das Opfer der Wohnungstür näherte und den Schlüssel ins Schloss steckte, feuerte der Schütze mehrere Kugeln aus einer Handfeuerwaffe ab, traf die junge Frau mehrmals in den Oberkörper und rannte davon. Obwohl Nachbarn die Schüsse hörten und sofort die Polizei alarmierten, die mit der Cobra anrückte, konnte der Killer unerkannt entkommen. Möglicherweise gab es einen Komplizen, einen Fluchtfahrer, der in unmittelbarer Nähe wartete und mit dem Mörder davonbrauste.

zell1.jpg © Vogl Der Tatort in Zell am See.

zell.jpg © APA/FRANZ NEUMAYR

Der Täter wird im Umfeld 
ihres Dealers vermutet

Die Vorgangsweise spricht für eine eiskalt geplante Exekution bzw. einen Racheakt gegen die Salzburgerin, die im Internet unter den Nicknames „THC“ und „Sativa“ – beides eindeutige Begriffe aus der Haschisch-Szene – bekannt war und die etwa auf Instagram mehr als 1.500 Follower hatte.
 
Einen möglichen Hintergrund erfuhr ÖSTERREICH: Insider vermuten eine Racheaktion aus dem Umfeld eines gefassten Drogendealers. Dieser 25-Jährige wurde zu einer Therapiestrafe verurteilt.
Dealer belastet. Aber schon bald sollte Irene selbst wegen fünf Kilo Marihuana vor Gericht stehen. Durch ihre Aussage hätte sie ihren Hauptdealer – eben den schon Verurteilten – weiter enorm belastet. Viele in der Szene hatten Angst.
 
Denkbar ist aber auch Mord aus Eifersucht – wobei zumindest ein verdächtiger Ex-Freund, ein Austro-Türke aus Saalfelden, am Sonntag selbst zur Polizei kam, um ein Alibi zu präsentieren: „Ich bin das nicht gewesen“, beteuert er gegenüber ÖSTERREICH.

Verdächtiger kam selbst mit Alibi zur Polizei

Die Vorgangsweise spricht jedenfalls für eine eiskalt geplante Exekution bzw. einen Racheakt gegen die Salzburgerin, die im Internet unter den Nicknames „THC“ und „Sativa“ – beides eindeutige Begriffe aus der Haschisch-Szene – bekannt war und die etwa auf Instagram mehr als 1.500 Follower hatte. Denkbar ist auch Mord aus Eifersucht – wobei zumindest ein verdächtiger Ex-Freund, der in mehreren Internetgruppen geoutet worden war, am Sonntag selbst zur Polizei kam, um eine Aussage zu machen und ein Alibi zu präsentieren: „Ich bin das nicht gewesen“, beteuert er auch gegenüber ÖSTERREICH.

Gerüchte, wonach ihr türkischer Ex-Freund der gesuchte Täter sei, konnte dieser im Telefonat mit ÖSTERREICH zerstreuen: "Ich war gerade auf der Polizei und habe meine Aussage gemacht. Ich habe ihr nichts angetan." Die Ermittler halten sich zu allem weiterhin bedeckt. 

APASALZBURG-20-JÄHRIGE-IN-Z.jpg © APA/FRANZ NEUMAYR Polizeihundeführer durchsucht das Wohnhaus nach dem Täter.

Patronenhülsen als heiße Spur für die Ermittler

Einen Fehler hat der Täter in der Eile gemacht, indem er die ausgeworfenen Patronenhülsen aus der Pistole, die im Stiegenhaus landeten, nicht einsammelte und mitnahm. Da man Patronen angreifen muss, um sie ins Magazin der Waffe zu bekommen, könnten die Ermittler dort DNA-Abriebspuren sicherstellen. Die Waffe, aus der die Todesschüsse abgegeben wurden, ließ der Angreifer nicht am Tatort zurück.

Freund des Mord-Opfers: "Kontakt mit Irene riss um 21.30 ab"

Salzburg. Ziemlich genau 24 Stunden nach dem Mord erreichte ÖSTERREICH den Austro-Türken, der gerade eine On-/Off-Beziehung mit Irene führte. „Es ist ganz furchtbar, auch weil ich am Anfang als Täter beschuldigt wurde.“

Der Mann erzählt seiner Version der nächtlichen Ereignisse. Er sagt, er war zur Tatzeit in einem Lokal in Saalfelden: „Noch eine Minute vor ihrem Tod haben wir WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht – wir hatten einen kleinen Streit.“

Sorgen gemacht. Um etwa 21.30 riss der Kontakt ab: „Ich habe noch längere Zeit Nachrichten geschrieben, Antwort habe ich keine mehr bekommen. Da habe ich mir ernsthaft Sorgen gemacht.“

Um 22.30 fuhr der Mann zu Irenes Wohnung. Vor dem Haus wimmelte es vor Blaulicht: Cobra-Einsatzkräfte und Rettung. „Es war gespenstisch, keiner sagte mir, was los ist. Ich habe dann sogar noch ihre Mutter abgeholt, wir sind wieder zur Wohnung gefahren.“ Jetzt schickte man die beiden ins Spital. Erst da erfuhren sie vom Tod Irenes. Sofort wurden sie vom Kriseninterventionsteam betreut.

R. Kopt, Y. Sahin
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