Metaller fordern 4,5 % mehr

Kräftige Forderung

Metaller fordern 4,5 % mehr

Wien. Die KV-Verhandlungen der Metaller haben am Montag mit einer kräftigen Lohn- und Gehaltsforderung der Gewerkschafter an die Metalltechnische Industrie begonnen. Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) fordern eine Erhöhung von 4,5 Prozent sowohl für die Mindestlöhne/gehälter wie auch die Ist-Löhne bzw. -gehälter oder mindestens 100 Euro mehr.

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"Es gibt wirtschaftlich gute Voraussetzungen", sagte PRO-GE-Chef Rainer Wimmer, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG), nach der Übergabe der Forderungen an die Arbeitgeberseite in der Wirtschaftskammer in Wien. Wimmer rechnet mit langen KV-Verhandlungen. Es werde "nicht so einfach gehen". Im vergangenen Jahr forderte die Gewerkschaft ein Entgelt-Plus von 5 Prozent, man einigte sich mit den Arbeitgebern auf 3,5 Prozent.
 
 

Inflationsrate von 1,8 Prozent 

Als Verhandlungsbasis für die diesjährigen Metaller-KV-Verhandlungen geht die Gewerkschaft von einer Inflationsrate von 1,8 Prozent für die vergangenen 12 Monate aus. Eine Fixierung wird heute bei der ersten KV-Runde erwartet.
 
Die Arbeitnehmervertreter drängen - wie bei den vergangenen Metaller-KV-Verhandlungen - auch auf Verbesserungen beim Kollektivvertrags-Rahmenrecht. Auf Wunsch der Arbeitnehmer soll eine 4-Tage-Woche möglich werden, sagte der Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), Karl Dürtscher. Außerdem soll die 6. Urlaubswoche leichter erreichbar werden und Geld- in Zeitansprüche umgewandelt werden können.
 

Für WKÖ "realitätsfremd"

Die Gewerkschaft ist mit einer kräftigen Lohn- und Gehaltsforderung von plus 4,5 Prozent bei den Metaller-KV-Verhandlungen in die Herbstlohnrunde gestartet. Für den WKÖ-Fachverband Metalltechnische Industrie (FMTI) ist die Forderung aufgrund der Konjunkturabschwächung "realitätsfremd", die Arbeitnehmervertreter sehen hingegen genug Spielraum.
 
"Es gibt wirtschaftlich gute Voraussetzungen", sagte der gewerkschaftliche Chefverhandler und PRO-GE-Chef Rainer Wimmer nach der Übergabe der Forderungen an die Arbeitgeberseite in der Wirtschaftskammer am Montag in Wien. Wimmer rechnet mit langen KV-Verhandlungen. Es werde "nicht so einfach gehen".
 
Der Fachverband der Metalltechnischen Industrie hatte im Vorfeld der KV-Verhandlungen die Arbeitnehmervertreter angesichts der Konjunkturlage zu "Besonnenheit und Zurückhaltung" aufgerufen. In der Metalltechnischen Industrie arbeiten in 1.200 Firmen rund 130.000 Beschäftigte. Zu den größten Firmen der Branche zählen unter anderem der Anlagenbauer und Technologiekonzern Andritz, der Seilbahnhersteller Doppelmayr, der Beschlägehersteller Julius Blum und der Kranhersteller Palfinger.
 

Gewerkschaftsforderung nach 4,5 Prozent mehr

Wenn man sich die Unternehmen ansehe, sei die Gewerkschaftsforderung nach 4,5 Prozent Lohn- und Gehaltsplus "viel zu hoch", sagte der FMTI-Obmann Christian Knill nach dem ersten Zusammentreffen mit der Gewerkschaft. Knill verwies auf den starken Konjunkturabschwung. Im Jahr 2018 lag das reale Wirtschaftswachstum in Österreich bei 2,7 Prozent, heuer wird nur mehr ein Plus von 1,5 Prozent erwartet. Auch die globale Konjunktureintrübung spiele eine große Rolle. Die Metalltechnische Industrie verdient rund 8 von 10 Euro im Export.
 
In der ersten Verhandlungsrunde am Montagnachmittag wird das Forderungspaket der Gewerkschaft im Detail besprochen. Im kollektivvertraglichen Rahmenrecht fordern die Arbeitnehmervertreter ein Recht für eine 4-Tage-Woche, die Arbeitgeber lehnen dies ab. Für morgen, Dienstag, ist die zweite Verhandlungsrunde angesetzt.
 
Bei den vergangenen KV-Verhandlungen einigten sich die Metaller-Arbeitgebervertreter und die Gewerkschafter nach sieben Runden auf einen hohen Abschluss mit einem durchschnittlichen Entgelt-Plus von 3,46 Prozent gestaffelt nach Einkommen. Die Gewerkschaft hatte zu Beginn der Verhandlungen damals 5 Prozent gefordert. Davor lag das KV-Plus bei 3,0 Prozent für 2018, 1,68 Prozent (2017), 1,5 Prozent (2016) und 2,1 Prozent (2015).
 
Wie hoch ein wirtschaftlich vertretbares Entgelt-Plus bei den heurigen Metaller-KV-Verhandlungen ausfallen könnte, wollte IHS-Ökonom Helmut Hofer im ORF-Radio am Montag nicht kommentieren. "Ich überlasse das in diesem Fall den Verhandlern." Ein stärkerer Lohnabschluss stärke die Binnennachfrage, aber wenn dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gefährdet werde, dann habe keiner etwas davon.
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