Lazaro: 'Haben zu wenig Leader-Typen'

ÖFB-Selbstkritik

Lazaro: 'Haben zu wenig Leader-Typen'

Valentino Lazaro zählt zu jenen Spielern der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft, deren Zukunft auf Club-Ebene noch ungeklärt ist. Der Steirer etablierte sich in der vergangenen Saison bei Hertha BSC als Stammspieler, wurde 34 Mal vorwiegend als Rechtsverteidiger eingesetzt und steht mittlerweile in den Notizbüchern einiger ambitionierter Vereine.

Immer wieder wurden italienische Clubs als Interessenten genannt, zuletzt tauchte auch der Name Borussia Mönchengladbach auf. Lazaro selbst zeigte sich am Mittwoch in Klagenfurt von diesen Spekulationen unbeeindruckt. "Meine Zukunft ist offen, wobei ich mich in Berlin sehr wohlfühle. Jetzt habe ich noch zwei wichtige Spiele mit dem Nationalteam, dann wird man sehen, welche Möglichkeiten es gibt."

Dass der frühere Salzburg-Profi schon nach den EM-Qualifikationspartien am Freitag in Klagenfurt gegen Slowenien und am Montag in Skopje gegen Nordmazedonien auf Urlaub geht und nicht bei der anschließenden U21-EM dabei ist, wurde erst vor wenigen Tagen entschieden. Zwar habe ihm U21-Teamchef Werner Gregoritsch regelmäßig vermittelt, ihn gerne beim Turnier dabei zu haben, dann aber kam es auch nach Rücksprache mit ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel doch anders. "Nach dieser intensiven Saison ist eine Pause für mich ganz gut, und die Jungs, die sich qualifiziert haben, sollen auch die Chance haben, zu spielen."

"Mehr Qualität als Slowenien"

Lazaro zählte während der erfolgreichen Qualifikation nicht zum U21-Kader, sondern war fixer Bestandteil des A-Teams. Nun muss er gemeinsam mit seinen ÖFB-Kollegen Wiedergutmachung für den verpatzten EM-Quali-Start betreiben. "Wir freuen uns auf die Spiele und brennen darauf zu zeigen, dass wir es besser können", erzählte der 23-Jährige.

Das 2:4 gegen Israel im vergangenen März liegt Lazaro noch im Magen. "Da war zu sehen, dass wir zu wenig Leader-Typen haben, die noch etwas bewegen können", kritisierte der 21-fache Internationale (1 Tor), ergänzte aber: "Wir haben wieder ein gutes Mannschaftsgefüge und hoffen, dass wir das auf dem Platz zeigen."

Vor den Slowenen hat Lazaro Respekt. "Sie haben mit Ilicic einen überragenden Linksfuß und mit Sporar einen Stürmer, der weiß, wo das Tor steht", warnte der Deutschland-Legionär. "Wir sollten den Fokus, den wir gegen Israel in den ersten 20 Minuten gehabt haben, diesmal 90 Minuten auf den Platz bringen. Wenn wir das schaffen, glaube ich, dass wir ein Stück weit mehr Qualität als Slowenien haben."

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