Erste Urteile sind gefällt

"La Familia" Prozess

La Familia Mitglieder

Über die Hälfte der „La Familia-Mitglieder“ ist bereits vorbestraft. Die angeklagten Burschen und Mädchen im Alter zwischen 16 und 32 Jahren wohnen im Pongau. Die meisten von ihnen haben türkische Wurzeln. Mitverhandelt wird auch der Vorfall rund um den Platzsturm von Bischofshofen im vergangenen Sommer. Fußballer des israelischen Erstligisten Maccabi Haifa wurden von einigen der Angeklagten attackiert. Zehn Mitglieder wurden festgenommen und befinden sich derzeit in U-Haft.

Das Erkennungszeichen der Bande waren schwarze Pullover mit der Aufschrift „La Familia“. Der Name ist vermutlich eine Anlehnung an das Drogenkartell in Mexiko. Auch der mutmaßliche Kopf der „La Familia“ ist auf einen Zusammenhang mit Suchtgifthandel bedacht, denn er lässt sich mit dem Namen eines berühmten Drogenbaron aus Kolumbien, „Escobar“, ansprechen. Allerdings gibt es laut Aussagen der Polizei keine Verbindung zwischen der Pongauer Bande und Handel mit illegalen Suchtmitteln.

Milde Urteile

Dass die befragten Opfer und Zeugen im Gerichtssaal oft nicht mehr das ausgesagt haben, was sie ursprünglich zur Polizei gesagt haben, ist sicher ein Mitgrund für die milden Urteile.  An zuerst belastete Personen und Schläge, haben sie sich plötzlich nicht mehr erinnern können. Opferanwalt Stefan Launsky wundern die Errinnerungslücken nicht, denn die mutmaßlichen Täter sind im Gerichtssaal direkt hinter ihnen gesessen. Die Justiz sollte sich überlegen ob das Sinn macht, dass Opfer und Zeugen in Anwesenheit ihrer mutmaßlichen Peiniger befragt werden.

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