Identität der Täter bekannt

Terror in London

Identität der Täter bekannt

Nach dem Terroranschlag von London hat die Polizei nach eigenen Angaben die drei Attentäter identifiziert. Die Namen würden veröffentlicht, "sobald es die Ermittlungen erlauben", teilte die Londoner Polizei am Montagmorgen mit. Jetzt gehe es darum herauszufinden, ob die Männer weitere Helfer bei der Planung des Anschlags gehabt hätten, sagte Polizeichefin Cressida Dick.

In London hat es am späten Samstagabend wieder schwere Terror-Attacken mit sieben Toten und mindestens 48 Verletzten gegeben. Zudem wurden die drei Angreifer von der Polizei erschossen.

Zunächst sei ein Fahrzeug auf der London Bridge in Fußgänger gefahren. Die drei Täter stiegen danach aus dem Van und attackierten Menschen mit laut Augenzeugenberichten 30 Zentimeter langen Klingen. Dann soll es eine Messerattacke auf dem nahegelegenen Borough-Market gegeben haben. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen. Anschließend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: "Dies ist für Allah". Auf Twitter forderte die Polizei die Bevölkerung auf, das Gebiet zu meiden. Die London Bridge wurde komplett abgeriegelt. Kurz nach dem ersten Zwischenfall wurde eine Messerstecherei aus dem nahegelegenen Borough Market gemeldet. Dort soll auch geschossen worden sein - ob von der Polizei oder den mutmaßlichen Tätern war unklar. Der Markt ist eine beliebte Touristenattraktion. Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt weiträumig ab. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen.

Am Sonntag teilten die Gesundheitsbehörden mit, dass noch 36 Verletzte im Krankenhaus behandelt würden. 21 von ihnen schwebten demnach in Lebensgefahr.

Keine Österreicher unter den Opfern

Laut dem deutschen Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) wurden auch zwei Deutsche verletzt, einer von ihnen schwer. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian will am Montag nach London reisen, um dort Angehörige der französischen Opfer des Anschlags zu treffen, wie aus seinem Umfeld verlautete. Unter den sieben Todesopfern ist auch ein Franzose, ein weiterer wird noch vermisst. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau erklärte in Ottawa, es gebe auch ein kanadisches Todesopfer. Nach derzeitigen Informationen sind keine Österreicher unter den Opfern.

Nur Stunden nach dem Anschlag rückten Einsatzkräfte zu Razzien im multi-ethnischen Viertel Barking im Osten Londons aus. Dabei wurden sieben Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 19 und 60 Jahren festgenommen. Einer der Festgenommenen, ein 55-jähriger Mann, wurde später wieder freigelassen.

Premierministerin Theresa May kündigte nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London neue Anti-Terror-Maßnahmen an, darunter ein entschlosseneres Vorgehen gegen islamistische Propaganda im Internet und härtere Strafen für Terrordelikte.

Brandenburger Tor und Eiffelturm in britischen Nationalfarben

Im Gedenken an die Anschlagsopfer wurde das Brandenburger Tor in Berlin am Sonntagabend in den britischen Nationalfarben angestrahlt. Am Pariser Eiffelturm wurde die Beleuchtung in der Nacht ausgeschaltet.

Wie schon beim Anschlag in Manchester setzten die britischen Parteien ihren Wahlkampf für die vorgezogene Parlamentswahl am Samstag vorübergehend aus, nach Angaben Mays soll die Wahl aber wie geplant am Donnerstag stattfinden.

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