Erneuter Geparden-Ausbruch im Zoo Salzburg

Trotz Sicherung

Erneuter Geparden-Ausbruch im Zoo Salzburg

Zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren ist am Mittwoch aus dem Zoo Salzburg ein Gepard ausgebrochen. Das Weibchen "Ginger" überwand gegen 11.00 Uhr eine mit Stromlitzen gesicherte zweieinhalb Meter hohe Mauer hinter einem Wassergraben. Passiert ist nichts, nach zehn Minuten kehrte es auf Anweisung eines Pflegers freiwillig zurück ins Gehege.

"Wir sind mit unserem Latein zu Ende", war die Zoo-Chefin nach dem neuerlichen Zwischenfall dem Verzweifeln nahe: Nach den ersten beiden Jaguar-Ausbrüchen im Juni und Juli 2012 war das Gepardengehege um rund 220.000 Euro zu einer "hochmodernen, absolut sicheren und artgerechten Anlage" für die vier schnellen Raubkatzen des Zoos umgebaut worden, wie es bei der Wiedereröffnung damals hieß. "Die Anlage wurde von externen Experten abgenommen", verstand Grebner am Mittwoch die Welt nicht mehr.

Gepard hat Hindernisse überwunden

Da "Ginger" nach ihrer Flucht heute bis zum Bauch mit Schlamm bedeckt war, muss sie offensichtlich durch den Teich gelaufen, von dort an der zweieinhalb Meter hohen Mauer hochgesprungen und unter dem dreifach gesicherten Elektroüberhang durchgeklettert sein, vermutet die Zoo-Leitung. "Außerdem hat die Mutter ihre Jungtiere im Gehege im Stich gelassen, was absolut unüblich ist", so Grebner.

Besucher haben die Raubkatze außerhalb des Tiergartens bemerkt und sofort Alarm geschlagen. "Wir sind sofort nach Alarmplan vorgegangen." "Ginger" sei auf Anweisung eines Pflegers ohne jedes Hilfsmittel freiwillig in die Anlage zurückgekehrt. Laut Grebner befand sich die Katze vielleicht zehn Minuten außerhalb des Geheges.

Als Sofortmaßnahme wurden alle Geparde umgehend in den Innenbereich gebracht, wo sie vorerst auch bleiben. Außerdem wird der Wassergraben noch tiefer gegraben. Zudem werde man Lars Versteege, den Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Geparde und Experte für Geparden, in der nächsten Zeit aus den Niederlanden einfliegen. Dieser soll die Anlage neuerlich auf ihre Sicherheitsstandards überprüfen, sagte die Zoo-Chefin.

Grebner zieht Konsequenz

Ungeachtet dessen stellte Grebner persönliche Konsequenzen in den Raum. "Man hat schon beim letzten Mal meinen Kopf gefordert. Ich will auf keinen Fall, dass für den Zoo Schaden entsteht." Sie kündigte daher an, sich um keine Verlängerung ihres mit Jahresende auslaufenden Vertrages mehr zu bemühen. "Es ist mein Traumjob, aber so etwas darf einfach nicht passieren, ich übernehme die volle Verantwortung." Das letzte Wort hätten aber die Eigentümer, das sind Stadt und Land Salzburg.

Die beiden Geparden-Ausbrüche waren in letzter Zeit nicht die einzigen Zwischenfälle. Ebenfalls im Sommer 2012 entkam ein Luchs. Das Tier kletterte über einen dreieinhalb Meter hohen Zaun, im Überhang befand sich kein Strom. Der Ausreißer wurde nach drei Tagen eingefangen.

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